Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 26 (30.6.1869)
- Date
- 1869-06-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2447395-2447421--07361-2462958- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
511 Hyurde nach dem «Staatsstreiche vom 2. December verhaftet und faß mit den übrigen hervorragenden Männern jener Periode drei Wochen lang im Gefängnisse. Daß dieser Mann mit der Regierung des Kaisers Napoleon in keinem guten Verhältnisse s^ht, ergibt sich von selbst. Nichtsdestoweniger ließ Crumieux bei Gelegenheit der Judenverfolgungen in Rumänien alle Rücksichten bei Seite, eilte zum Kaiser und veranlaßte ihn, sich energisch unserer bedrängten Glaubensgenossen anzunehmen. „Ich fand ihn," erzählte uns Crömieux, „sehr bereitwillig, sehr eifrig (uräeut)." Wir müssen für heute schließen und unsere Belichte über die Herren Albert Cohn, S. Bloch, Trenel, Brill, Isidor Cahen rc. sowie über die Synagogen und Gcmeindeinstitutionen für daö nächste Mal ausdewahren. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Darmfiadt. Wie die neuesten statistischen VMittheilungen melden, befanden sich im Jahre 1867 m Großherzogthum Hessen 564,657 Evangelische, M9,373 Katholiken, 3841 sonstige Christen, 25,266 Juden und 1 Mohamedaner. Gegen daS Jahr 1864 haben sich die Evangelischen um etwa 6000, die Katholiken um 1300 vermehrt, während die sonstigen Christen um 300, die Juden um 800 zurückgegangen und. □ München, 15. Juni. Zum erstenmale seit seinem Bestehen ist es mir vergönnt, den werthen Lesern des „Israelis" auch Einiges von einem Vereine mitzutheilen, dessen Zweck und Wirken einen rühmlichen Beweis liefert gegen die Jnvectiven so vieler judenfeindlichen Blätter in Bezug auf den Betrieb von Handwerken und der Landwirthschaft durch Israeliten. Der „Verwaltungsausschuß des iSrael. Handwerks- und AckerbaubeförderungS-Vereins in Bayern" hat den Rechenschafts-Bericht für das Jahr vom 1. April 1868 bis dahin 1869 veröffentlicht. Ich entnehme demselben über dm Vermögensstand dieses löbl. Verein« das, was vorzüglich zur Bekräftigung meiner obigen Behauptung dienen kann. Hiezu eignet sich am besten eine Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben der 210 nnw man.! Erstere weisen aus: |A. Einen Cafsabestand aus dem Bor- L jahre.fl. 227. 24 kr. p* Monatsbeiträge der Mitglieder . „ 63. — „ Latus fl. 290. 24 kr. Transport fl. 290. 24 kr. C. Zinsen aus den Obligationen, Actien u. Pfandbriefen (sämmtlich auf den Namen des Vereins) . „ 533. 33 „ D. Spenden Beim Aufrufe zur Thora ,, 129. 36 „ E. Miethertrag aus 1 Mannesu. 1 Frauen-Betstühle in der Synagoge . . ' . . . „ 46. — „ Summa fl. 09M. 33 kr. Die Ausgaben sind: A. Für den Hauj. i^weck durch Baar- Reichnisse an einen Landwirth n. an Handwerkslehrlinge . . „ 330. — „ B. An Gewerbsleute 197. — „ C. Unterstützungen an Handw. - Oieselten ...... 138. 30 „ D. Regie :c. . . . . „ 32. 48 „ Summa fl. 698. 18 kr. Es verbleibt somit ein Baarrest vou fl. 301. 15 kr. Das Vermögen des Vereins entzifferte am Schluffe des Vereinsjahrs den Betrag von 12,922 Gulden 30 kr. Derselbe besitzt außerdem landwirthschaftliche Instrumente im Werthe von fl. 400 und eine Nähmaschine. Der verdienstvolle Verwaltungs-Ausschuß besteht dermalen aus den HH. Rabbiner Aub, Vors. Bender, Abr. Merzbacher, Cassier, A. Oettinger, Secretar, Markus Pflaum und Benjamin Cohen. Unter den Spendern sind besonders hervorzuheben: die HH. Willmerdvrffer, Feuchtwanger, Stern, Fürther, Fränkel, Spät und Schülern. Berlin, 22. Juni. Aus der heute vom Könige von Preußen verlesenen Thronrede beim Schluß des norddeutschen Reichstages heben wir folgende, die Israeliten betreffende Stelle hervor: „Der aus Ihrer Initiative hervorgegangene Gesetzentwurf, betreffend die Gleichberechtigung der Confessienen in bürgerlicher und staatsbürgerlicher Beziehung, begegnete den übereinstimmenden Absichten des Bundesrathes und hat dessen Zustimmung gefunden." Hessen, im Monat Sivan. In hiesiger Gemeinde hat eine ebenso schöne wie erhebende Nachfeier des Festes der Gesetzgebung stattgefunden. Am Freitag nach dem erwähnten Feste, etwa zwei Stunden vor Anbruch des heiligen Sabbats, wurde nämlich ein Prachtexemplar einer neuen, von einer Meisterhand in Russisch-Polen geschriebenen mm ~,sd unter großer Betheiligung des hiesigen jüdischen Publikums, und zwar in der Pracht- und geschmackvoll decorirten „neuen Synagoge", eingeweiht. Obwohl diese Synagoge, über 700 Jahre alt, viele noch brauchbare Gesetzesrollen besitzt, so hat sich doch neuerdings das Bcbürsniß herausgestellt, diese alten, durch die Länge der Zeit schon vergilbten und abgenutzten Sepharim durch eine neue zu ergänzen. So hat Herr Rentier Jacob Men-