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Der Israelit · 1869-06-30 · Heft 26 (30.6.1869) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 26 (30.6.1869)
Date
1869-06-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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510 religiösen Unterricht zu heben und zu vermehren; zu diesem Zwecke gedenkt er, nächstens nach Deutschland zu reisen, um namentlich die jüdischen Schulen in Frankfurt a. M. und in Mainz kennen zu lernen. Die großartigste und bedeutendste Einrichtung, welche Paris seit einigen Jahren besitzt, ist die „Alliance Israelite Universelle“, an deren Spitze der berühmte Cremieux steht. Herr Cr. ist in jüdischen Kreisen berühmt seit 1840. Damals ist er im Vereine mit Sir Moses Montefiore nach Damascus gereist, um die unschuldig eingekerkerten und auf die schrecklichste Weise gefolterten Juden zu befreien, was denn auch diesen edlen Männern vollständig gelang. Seitdem hat Cr. nicht aufgehört, sich der unterdrückten Glaubensgenossen anzunehmen. Auch in die Geschichte seines Vaterlandes und somit in die Geschichte der Welt hat dieser große Mann häufig eingegriffen. Im Jahre 1848 war er Justiz-Minister und Mitglied der provisorischen Regierung; auch jetzt erwartet man, daß er bei einer noch vorzunehmenden Ersatzwahl in den eorxs legislatif als Depututer gewählt wird. Der liebenswürdige Greis empfing uns auf's Freundlichste; in seinem Salon sahen wir die Ehrengeschenke, welche die dankbare Gemeinde von Paris dem Befreier der verfolgten Israeliten von Damascus dargebracht hat. Der Gegenstand unserer Unterhaltung war natürlich vor Allem die Alliance Isr. Univ. — Wir nahmen Gelegenheit, unser Mißfallen über den Bericht des Herrn Charles Netter, die im heiligen Lande zu gründende Ackerbauschule betreffend, auszusprechen. Die Alliance hat nämlich den Genannten nach Palästina geschickt und dessen Bericht veröffentlicht. In diesem letzteren wird über die Bewohner von Jerusalem, über die Talmide Chachamim dort, über das Talmudstudium in ähnlicher Weise rcserirt wie einst von Herrn Frankel in Wien, dessen Reisebericht Philippson publicirt hat. Wir versicherten sowohl Herrn Cremieux, als auch Herrn Albert Cohn, wie auch Herrn Advocat Leven, die ebenfalls Mitglieder des Präsidiums der Alliance sind, daß wir die höchste Achtung und Anerkennung für das segensreiche Wirken der Alliance haben, daß uns aber unsere heilige Religion, die schriftliche und die mündliche Lehre höher stehen als alles Andere, als Leben, Gesundheit und Eigenthum, und daß wir nur solange mit der Alliance gehen und ihre Zwecke fördern können, solange sie sich von Allem fern hält, waö irgendwie destructiv auf die religiösen Zustände einwirken könne. — Man gab uns nun allseitig die erfreulichsten und beruhigendsten Versicherungen. Namentlich waren es die Schulen, welche die Alliance im Orient errichtet und deren streng religiöse Richtung, dem Standpunkte unserer orientalischen Glaubensgenossen angemessen, wir als durchaus'nothwendig betonten. Man versicherte unS darauf, baß eS unerschütterlicher Grundsatz der Alliance sei, nur solche Lehrer im Orient anzustellen, welche die Gesetze und Vorschriften des Judenthums sorgfältig beobachten und diejenigen sofort zu entfernen, die in dieser Beziehung Anlaß zur Klage geben werden. Unfern geehrten Lesern wird es gewiß nicht unangenehm sein, wenn wir bei dem Berühmtesten unserer gegenwärtig lebenden Glaubensgenossen, bei Herrn CrLmieux, noch etwas verweilen. Wir haben zweimal die Ehre gehabt, von ihm empfangen zu werden, und werden seiner dringenden Einladung, ihn ein drittes Mal zu besuchen, Folge leisten. Cremieux ist im Jahre 1796 zu Nimes geboren. Als er ein Kind war, war das „ Rischuß " daselbst noch so groß, daß der unschuldige Knabe sich nicht auf der Straße blicken lassen durfte, ohne von der christlichen Straßenjugend verhöhnt, verspottet und geschlagen zu werden. „Ich habe damals mehr mit meinen Fäusten," sagte er zu uns, „kämpfen müffen, als ich später während meines ganzen vielbewegten Lebens geistige Kämpfe durchgeführt habe." (Cr. ist ein sephardischer Jehudi und spricht und versteht nicht deutsch; aber seine Sprache ist so wohltönend, deutlich und klangreich, daß uns kein Wort der von ihm mit uns französisch geführten Unterhaltung entging.) Als später der junge Cr. das Gymnasium seiner Vaterstadt besucht, erhielt er den ersten Preis, Bücher, die er in rührender Pietät aufbewrhrt uni uns zeigte. Nach Paris ' gekommen, erhielt er d4n ersten Preis sämmtlicher eoncurrirenden Lyceen (Hochschulen) und mußte, als er nach Hause zurückkehrte, so verlangt es das Gesetz, von der Municipalität seiner Vaterstadt feierlich mit Musik empfangen werden — der erste Jude, dem solche Ehre widerfuhr. Bald machte der geniale junge Mann Carriere und brachte den jüdischen Namen zu Ehren, stets auf's Aeußerfte besorgt, jede Spur mittelalterlicher Auönahmsgesetze und Vorurtheile, soweit sie gegen Juden und Judenthum gerichtet waren, zu beseitigen. Zweimal hat er bereits einer Reihe von Israeliten, einmal von Minsk, das andere Mal von Saratow (bei Gelegenheit jener wahnsinnigen Blutbeschuldigung) das Leben gerettet, indem er sich direct an den Kaiser von Rußland wandte; auch gegenwärtig ist er im Begriff, für elf in Samosc zum Tode verurtheilte Juden — wir werden über diese Angelegenheit noch Näheres berichten — vom Kaiser Alexander Revision des Procefses oder doch Gnade zu erbitten; wir haben den Brief, ein Muster von Eloquenz und juridischem Scharfsinn, gelesen. Gebe der allgütige Gott, der die Herzen der Könige lenkt, Gelingen! Wie bekannt, gehört Cremieux, der gegenwärtigen Negierung gegenüber, zur Opposition; er war, wie bereits erwähnt, Mitglied der Regierung und Justizminister der Republik, welche Louis Napoleon stürzte, "wurde haftet nern ' Daß Napol sich vl Geleg« Rückst ihn, s sen an mieux, 3 "richte ne!, B und C bewahr Äeiti & VMitthe W Gi M9,37 Juden haben j 1holit?n Christel sind. □ seinem ' fern des Mheilei Beweis feindlich werken: De und Ack« Rechensö bis dahi ... Ich dieses lö tigung n . Hh dre Einn Crstere u -1- Einen jahre Mono

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