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Der Israelit · 1869-06-23 · Heft 25 (23.6.1869) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 25 (23.6.1869)
Date
1869-06-23
Page
– (sequence 12)
Language
German
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500 sidim gibt! — Doch rechnen wir ein wenig nach! — 220 Deputirte hat Ungarn und Siebenbürgen gehabt; größere Gemeinden wählten zwei, Pesth wählte zwanzig Deputirte. Wenn wir aber auch auf jeden Deputirten zwei Gemeinden rechnen und von all jenen Gemeinden absehen, die zur in Rede stehenden Versammlung keine einzige Unterschrift schickten, wie z. B. Eisenstadt rc.; so bekommen wir dennoch nicht mehr als 440 Gemeinden, wenn wir nicht etwa eine entlegene ungarische Pußta, die von zwei oder drei Jehudim bewohnt ist, eine ungarische jüdische Gemeinde nennen wollen. — 230 Rabbinen waren zugegen. — Welches Verhättniß! 700, sage siebenhundert Gemeinden und nur 230, sage zweihundertunddreißig Rabbinen? Um des Himmels willen, stehen 470 Gemeinden Ungarns und Siebenbürgens ohne Rabbinen? Wir werden allerdings vielleicht noch hundert Rabbinen herausfinden; was aber geschehe mit 335 Gemeinden? Wahrlich, wenn Sie, mein verehrter Gegner, wie ich, Rabbinats-Candidat sind, so könnten wir uns Beide ob dieser großartigen Entdeckung freuen!! — M. H. (Wir fühlen uns durch Vorstehendes zu einigen Bemerkungen veranlaßt. Wir haben bereits wiederholt ausgesprochen, daß wir den obenberegteü Wirren zu fern stehen, um selbst ein Urtheil zu haben. Unser geschätzter Pesther Correspondent, Herr M. H., ist «ns zwar persönlich nicht bekannt, allein seine Glaubwürdigkeit, Ehrenhaftigkeit und Wahrhaftigkeit ist uns von so hervorragender Seite garantirt, daß wir vorstehender Entgegnung die Aufnahme schuldig waren. Andrerseits ist der Verfasser des entgegenstehenden Artikels in Nr. 22 ein Mann, der sich in jeder Beziehung des ausgezeichnetsten Rufes erfreut. Zum Dritten müssen wir bemerken, daß uns auch von Seiten des Herrn Rabbinen zu Ujhelh — wie wir vermuthen, im Aufträge desselben — eine Kundgebung geworden, welche die Unzufriedenheit desselben mit den Pesther M. H. - Correspondenzen des „Israelit" unzweifelhaft ausspricht. Wie uns scheint, verkennt Herr M. H», daß es eine wenig culturfreundliche Orthodoxie in Ungarn gibt, die sich dennoch von dem Chassidismus sondert. Da eine Grenze zu ziehen, ist sehr schwer; es ist auch nicht zu bestimmen, ob überhaupt in gewissen Gegenden das *p"i dj? min am ausführbar ist, wenn wir p« “pn, wie jetzt allgemein beliebt, mit profanem Wissen erklären. Wir werden auch dieser letzteren Richtung das Wort gönnen. Nur möchten wir wünschen, daß sich die Herren bekämpfen, ohne sich gegenseitig zu verdächtigen oder gar zu schmähen. — Red.) Aus Galatz werden Konflikte zwischen dem Lsterr. Consulat und der Prafectur gemeldet. Es wurden nämlich zwei Israeliten, Sohne zweier Oestersicher, die mit gehörigen Pässen versehen sind, der rumänischen Armer eingereiht. Das österr.-Ungar. Consulat hat dieselben reklamirt. Großwardein (Ungarn). Bei der vom Ministerium angeordneten Wahl der ComitatSschulräthe wurden hier auch drei Juden gewählt; darunter der um die Sache des ungarischen Iudenthums verdienstvolle Herr vr. Mr. Moritz KrakoSzky, Advokat, und der Herr ComitatS-Anwalt in Großwardein. S. M. Holland. Amsterdam. Zu Mitglieder des Colonie- Rathes auf Surinam wurden die Herren S. B. v. MeSquita und I. B. VoS ernannt. (N. I. W.) Dortrecht. Herr vr. A. van Oven, Lehrer an der hiesigen Bürgerschule, wurde zum Mitglied« der Prüfungscommission für Beamte für das Niederländische Indien ernannt. (N. I. W.) Haag. Laut Bericht des Civilstandamtes zählt die hiesige jüdische Gemeinde 3865 holländische und 201 portugiesische Juden. (N. I. W.) Frankreich. Paris. Bei den vor Kurzem stattgehabten Wahlen der Abgeordneten zum Gesetzgebenden Körper wurden drei Israeliten und zwar die Herren Isac Pereire, Adolph Fould und Leopold Javal gewählt. (Univ. Isr.) Paris. Herr Leopold Francfort, Ingenieur, wurde zum Officier der Ehrenlegion ernannt. (Univ. Isr.) Paris. Die Jury der Gemäldeausstellung von 1869 hat jüngst ihr Verdict veröffentlicht. Unter 40 Malern, welche Medaillen erhalten haben, sind 3 iSr. Künstler und zwar die Herren & Heinrich Levy, Fifchel und Worms. Was sagt Herr Richard Wagner hierzu? Paris. Während man in dem früher so unduldsamen Spanien die Inden emancipirt und ihnen die Großen dieses Landes die Pforten ihrer Häuser öffnen, gibt es in Paris, der Hauptstadt der civilisirten Welt, noch Hauseigenthümer, welche noch nicht so fortgeschritten sind. Der „Fiagaro" veröffentlicht folgenden Dialog: „Mein Herr, das Haus gefällt mir, die Bedingungen sind nicht zu hart, ich bin bereit den Miethsvertrag zu unterzeichnen." „Gut," sagte Herr Vautour und legt den Vertrag vor. Aber im Begriff zu unterschreiben, fragt der Miether: „Ist in der Nachbarschaft eine Synagoge?" „Eine Synagoge? Warum?"

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