Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1869-06-23 · Heft 25 (23.6.1869) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 25 (23.6.1869)
Date
1869-06-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2447395-2447420--07344-2462940
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

4W die geehrten Leser dieser Blätter wurden zur Zeit über diese schändlichen Vorgänge auch gehörig unterrichtet. Doch als dies wenig wirkte, rafften sich die Akibah Ivsepb's, Rabbi Hilel's rc. zusammen, besiü.mteu mit allem Kraflauswande 70 Nalbinen, die großenthcilö von der Furcht als „Posckeim" verschrieen zu werden, dazu bewogen wurden, und brachten den di.kannten „ p-i r.*3 poss " zu Stande. Der ehrwürdige Herr Rabbiner zu -L>. a. Ujhely, wollte genanntes Schriftstück nickt unterschreiben, ich sage absichtlich. wollte nicht, damit mir mein unbekannter Gegner nicht wieder tage: „war durch Unwohlsein" u. dergl. verhindert. Gleichsam aus Rache gegen diesen ehrwürdigen Mann, der in seiner ganzen Gegend, ja im ganzen Lande als Repräsentant des AntichassidäiSmus gekannt und geehrt wird, wandten sich die -i"2 pOD - Männer an die ChaffidimrcbbcS und liefen ihr Schriftstück von dem „Liszker" und Zanser" sanktioniren. Dost der „heilige Zanser" dm unerschrockenen, ehrwürdigen Rabbinen zu Ujhely mit unverschämten Cckimpswviten belrgte, die zu repreduciren sich unsere Feder sträubt; daß sich ferner die Liszkaer Chassidim das und, ja unsere ganze eckt jüdische Welt so tief betrübende Hinscheiden des großen Rabbi Ichuda Oszod dem Umstande zuznschreiben annraßten, daß genannter d"r ernpi pns für c^e. Ehi würden, den Herrn Rabbiner zu Ujhely, Partei nahni und den „ Zanser" zur Rücknahme jener anmaßenden Ausdrücke ernstlich aufforderte, das Alles ist bekannte Thatsache. Was nun später bis Anfang dieses Jahres geschah — alles Das zu erzählen gestattet der Raum dieser Blätter nicht; genug, es waren Leute mit dem Gedanken beschäftigt, eine Versöhnung zwischen dem Herrn Rabbiner zu Ujhely und den Ccassidim herbeizuführen, was, dem Glauben der Chassidim nach, anch in der Versammlung zu Ösen dadurch zu Stande kam, daß man den Ujhelyer Rabbiner und den „Liszker" zu den beiden Vicepräsidenten der Versammln,:g gewählt. Nun kam der Congreß und der ehrwürdige Rabbiner zu Ujhely war durch Umstände gezwungen, ich wiederhole, war durch Umstände gezwungen, neben den Verfassern des „pDD seinen Platz zu nehmen. — Wahrlich, blutenden Herzens müssen wir, wie einst ein deutscher Schriftsteller, die Frage: „Wer regiert denn?" mit der betrübenden Erklärung beantworten, daß in der ungarischen Iudenheit solche Individuen eine Herrschaft auSüben, die, gelinde gesagt, zweifelhaften Characters sind. Große Männer unterliegen dem Urtheile von minder Großen, der Mindergroße dem deS noch Kleineren und so geht es, leider, abwärts bis zum geringsten — Chassid! — Mein lieber Gegner l Wenn Sie mir dieses nicht aus Ihrer eigenen Erfahrung bezeugen wollen, so könnte ich mich wohl auf den Ausspruch großer Männer berufen, wenn ich eS nicht für besser finden müßte, jene Männer, die wahrscheinlich uns beiden heilig sind, — zu verschonen. — Nun frage ich jeden Unbefangenen: wenn in der in Rede stehenden Pefthrr Rabbiner Versammlung „Liszkaer". „Csengerer" k. das Wort führten, was mir dock mein Herr Gegner nicht in Abrede stellt; wenn S. Ehrwürden, Herr Rabbiner zu UMy, der Vers.'mmlnng nicht beiwohnte, was doch der Herr Gegner ebenfalls bestätigt; wenn ferner S. Ehrwürden, Herr Rabbiner zu Eroßwardein, der Versammlung nicht beiwohnen wollte, Dr. Hildesheimer, Rabbiner Fischmann w. nicht einmal berufen wurden; wenn mir endlich ein Mitglied der Versammlung vor Zeugen sagte, — — doch das zu reproducireu wäre Sünde —; genug. wenn wir dies Alles wissen und die oben auseinandergesetzte Entwicrelungsgeschichte kennen, sind wir nicht berechtigt dazu, die Pesther Rabbinerversammlung eine ckcissidische zu nennen? — Freilich thut cs Ihnen wehe, mein Herr Gegner, einsehen zu müssen, daß Sie Sich wirklich im Kreise von „Liszka" und „Csenger" befinden; freilich thut eS uns Beiden wehe, sehen zu müssen, daß viele unserer wirklich großen Männer sich dem Einflüsse des von uns gar fernen Chassidismus aussetzen, ja, Sie möchten das nicht gern glauben: aber berauben Sie uns doch nicht durch Ihre Angabe von 700 Gemeinden (auf die ich sogleich zurückkomme) rc. des noch einzigen Trostes, daß in Ungarn nicht die Orthodoxie, "sondern der Chassidismus von der Orthodoxie getrennt sei! — Wozu uns durch Unwohlseinangaben rc. von der uns angenehmen Meinung abbringen, daß die ungarische Orthodoxie einig und der wüthende Kampf auf denjenigen zurückzusühren sei, der kein innerer, kein neuer und daher kein so gefährlicher, sondern derselbe ist, den schon Nodah Bffehudah V': u. s. w. geführt, in dem sich schon S. Ehrwürden, Herr Rabbiner zu Ujhely, Verdienste erworben und der kein anderer ist, als der Kampf zwischen der Geheim- und Wunderlehre mit dem einfachen, wahren Iudenthume, die von einander vielmehr abwelchen als die gottesdienstlichen Ansichten KainS und Hebels, welche den ersten religiösen Bruderkrieg führten! — Nun will ich meinem Gegner auf seine Daten ganz kurz antworten. Die ehrwürdigen Preßburger und Unghvärer Rabbinen sind um wenigstens 4—5 Tage später als die andern gekommen, und waren, als ich die erste Anzeige von der Versammlung machte, noch nicht Hier; im zweiten Berichte glaube ich es wirklich angezeigt zu haben, daß die genannten Herren Rabbinen schon hier wären; wenn aber auch nicht, so heißt nickt berichten durchaus keine falsche Angabe. — 700 Gemeinden sind unterschrieben! wahrlich betrübend, daß es in 700 Gemeinden Ungarns Chas-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.