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Der Israelit · 1869-06-23 · Heft 25 (23.6.1869) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 25 (23.6.1869)
Date
1869-06-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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498 Leser des „ Israelit" aus einige besonders vortreffliche Reden dieses Buches aufmerksam zu machen. So die Reden über „sündhaftes Begehren", über „häusliche Andacht", „Jakobs Traum" „Tod und Unsterblichkeit" u. f. w. Der Anfang ist „liebender Erinnerung geweiht," und wird in allen fühlenden Herzen gewiß inniges Mitgefühl mit der edlen Mutter Hervorrufen, die in diesen wenigen Blättern ein getreues Bild einer in der Blüthe der Jugend ihr entrissenen Tochter zeichnet. .Gottes Wege sind unerforschlich und darum ruft die liebende Mutter in Demuth und Ergebung aus: Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, der Name des Herrn sei getobt! — Möchte cs solche Frauen viele in Jseael geben; dann würde der Geist jüdischer GlaubenStreue wieder einkehren in Israels Wohnungen, in Hütten und Palästen, und die abgefallenen Söhne Juda's wieder zurückführen zu ihrem Vater im Himmel! — Das walte Gott! — ZeiturrgSnaehrLehten und Correspondenzen. Deutschland. Aus dem Crcfelder Rabbinalssprengel. Deu Empfehlungen eines bewährten orthodoxen Rabbinen zufolge wurde Herr vr. H o r o w itz, Rabbiner zu Markisch-Friedland, einstimmig zu unserm Ober-Rabbiner erwählt. Daß unserm neugewählten Rabbinen ein reiches, und hoffentlich dankbares Feld „wahren rabbinischen Wirkens" in unserm Sprengel sich eröffnen wird, das nachzuweisen, bleibt einem späteren Artikel in diesen geschätzten Blättern Vorbehalten. Stettin. An der hier veranstalteten Sammlung zum Besten der russ. Juden haben sich die christl. Mitbürger in humanster Weise betheitigt und über 600 Thlr. beigestenert. Ein zu dem Zwecke vom Handwerker-Verein veranstaltetes Concert war zahlreich besucht und lieferte einen schönen Ertrag. Die Bürger haben hier auch die Jammergestalten der vor dem Hunger Fliehenden vor Augen. Oesterreichischer Kaiscrstaat. Wien. Vom 1. Januar bis Ende Mai haben in Wien konvertirt: Zum Iudenthume 71 Personen, zur evangelischen Kirche Augsburger Bekenntnisses 34 und zur evangelischen Kirche helvet. Bekenntnisses 9, zur römisch-katholischen Kirche 11 Personen und zur griechisch-orientalischen Kirche 1 Person. Wie«. Das Haus Nr. 34 in Währing, welches eine hohe, gesunde Lage, vortreffliches Wasser, einen großen Garten hat, einen Gesammtcomplex von 2000 Quadratklaftern umfaßt, ist zur Errichtung eines Spitals für Israeliten um den Betrag von 18 fl. pr. Quadratklafter, also um einen Gesammtkostenbetrag von 36,000 fl. angekauft worden. Von derCnltilögememüe wird soeben eine Commission, aus zwei Aerzten und einem Architekten bestehend, nach Deutschland , nach der Schweiz und nach Frankreich gesendet, um die in diesen Ländern bestehenden Musterspitäier zu besichtigen und zu studiren, und nach den Einrichtungen, die sich daselbst am besten und zweckmäßigsten bewährt haben, für das Wiener Spital für Israeliten die Pläne zu entwerfen. Dieses Spital soll auf einen Belegraum von 100 Betten bemessen werden. Frau Jenny Glaser hat bereits dem Vorstand der CultuSgemeinde das Capital für Stiftung eines Krankenbettes eingehändigt. Von dem Reichtbume und dem anerkannten Wohlthäügkeitsstnue der Wiener Israeliten läßt sich erwarten, daß dieses ehrende Beispiel bald und viele Nachahmung finden wird. H-esth, 7. Juni. Schon häufte sich Stoff genug zu einem neuen Berichte an, schon wurden hier neue Versammlungen und Berathungen verschiedener Art abgehalten, über die ich, so viel darüber verlautet, als treuer Berichterstatter zu berichten hätte, ohne daß ich mit dem Berichte der ersten hiesigen Rabbineroersammlung „fertig" wäre. Die verdienstvolle Redaction dieser Blätter forderte mich nämlich (Nr. 22) auf, daß ich mich gegen Angriffe vertheidige, die mir herausfordernd genug scheinen, den „Handschuh" ganz „ritterlich" anfzunehmen. Nur muß ich meinem unbekannten Gegner vor Allem sagen, daß die Waffe, mit der i ch kämpfe und die allein ich schwingen lernte, d-e — Wahrheit sei; jene reine und unverfälschte Wahrheit, die ich kühn und frei allen Königen der Welt wie des Wissens in's Gesicht sagen will. Erlauben Sie mir, hochgeehrter Herr Redacteur, der eigentlichen Apologie eine kleine geschichtliche ReminiScenz vorauszuschicken. „Infandum .... jubes renovare dolorem!44 — Um die Zeit der großen deutschen Bruderschlacht bei Königgrätz erklärte auch ein Theil der ungarischen Orthodoxie seinen orthodoxen Brüdern den verhängnißvollsten Bruderkrieg. Schon hatten Rabbi Hillcl zu SzikSzo und sein allerliebster, doch wozu hier spaßen?, ich sage es heraus, sein allerfrechster Schwiegersohn Zeitungsartikel in jüdisch-deutscher Sprache, ja ganze Bücher in ein leichtgläubiges jüdisches Publikum geschleudert, die unsere herrlichsten und verdienstvollsten Führer zu verdächtigen beabsichtigten, ja geradezu zu „oytms" verschrieen. Unsere geistvollsten und berühmtesten Männer, wie z. B. ein Hildesheimer, Fischmann rc. waren die Zielscheibe ihres niedrigsten und unverschämtesten, frechen Spottes;

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