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Der Israelit · 1869-06-16 · Heft 24 (16.6.1869) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 24 (16.6.1869)
Date
1869-06-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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470 Seit Jahresfrist bestehen Handelsbeziehungen zwischen Gueffa in Tunis und Tebessa, dem Hauptvrte des südöstlichen Kreises von Constantine, die einen friedlichen Charakter hatten und für mehrere hunderttausend Francs Geschäfte ersprießlich waren. Eine Karawane, bestehend aus Leuten von Gueffa und Ouled Ridouan, kam am 5. April in Tebeffa an, entrichtete dort ihre Douane-Abgaben, setzte ihre Maaren ab und brach am 14. April aus, um mit Getreide nach Gueffa zurückzukehren. 26 Araber, 4 Eingeborene und 3 Israeliten bildeten die Karawane. Ungefähr fünfzig Kameele und Lastesel waren im Gefolge. Der Totalwerth war gegen 50,000 Francs in klingender Münze. Am Morgen des 15. April, nach einer Nacht ohne Unfall, wurde die Karawane, nachdem dieselbe den Oued-Mahouine übersetzt hatte, plötzlich von 150 Urmenchas-Reitern überfallen. An der Spitze der Angreisenden waren drei Häuptlinge der Nemenchas. Die Kaufleute machten alle Zeichen eines friedlichen Verhaltens und ließen ihre Kameele niederknieen. Die drei Juden forderten ihre Gefährten auf, von den Waffen keinen Gebrauch zu machen, um mindestens mit dem Leben davonzukommen. Eitle Hoffnung! Einer der Häuptlinge gab Befehl zum Gemetzel, und dies begann. Mehrere Leute fielen. Ein Tunese ries: „Ich will nicht als Feigling sterben!" und feuerte auf einen der Angreifer, der sofort zu Boden sank. Der Tunese wurde factisch in Stücke gerissen. Die Juden flehten das Mitleid der Räuber an und zeigten ihre Gebetriemen als Zeichen der Erkenntlichkeit, mit dem Ruse: „Wir sind Juden und französische Unterthanen!" Ein zweiter Häuptling, etwas menschlicher gesinnt als seine Helfershelfer, schaffte sie auf die Seite. Das Gemetzel dauerte fort. 26 Leute der Karawane wurden erwürgt. Ein Eingeborner, durch eine Kugel verwundet, kann noch mühsam fliehen. Die Karawanenladung wird geplündert. Die drei Caiden machen sich nun an die Juden, man nimmt ihnen ihre Waare und Kleider weg. Die Unglücklichen berufen sich auf ihre Nationalität. Der wildeste der drei Caiden, Ben Gabah, legt drei Kugeln in die Handfläche eines Juden und nimmt diese wieder nacheinander aus, um sein Gewehr zu laden, tritt dann einige Schritte zurück und schießt in die Gruppe. Einer davon wälzt sich getroffen im Staube, die anderen werden von dem nämlichen Caiden gerettet, der sie schon einmal beiseite geschafft hatte; sie suchen ihr Heil in der Flucht. Äen Gabah aber läßt sie verfolgen; die Verfolger sind milder als ihre Gebieter und lassen sie laufen. Die Beute und die Tbiere waren verschwunden. Einige Araber, Verwandte des Orbar, begaben sich auf den Schauplatz des Gemetzels und fanden noch drei Schwerverwundete am Leben. Der Vater des ermordeten Juden bot den Mördern Geld an, um zu erfahren, wo sich die Leiche seines Sohnes befinde. Ben Gabah und seine Genossen machten kein Hehl aus ihrer angeblichen Heldenthat, als sie nach Tebessa zurückkamen. Nun sollte man doch denken, daß die Militärbehörde von Constantine, die von dieser Schauerthat erfuhr, deren Urheber in Verhaft genommen hätte. Das war aber nicht der Fall, sondern der „Jndependant von Constantine" enthielt kurz darauf ein sozusagen offizielles Communiquo, in dem man zu beweisen suchte, daß das Ganze kein gemeiner Raubanfall gewesen, sondern daß es sich um eine förmliche Schlacht zwischen den Caiden der Nemenchas und ihren vermeintlichen Feinden, den Hammamas, gehandelt hätte. Um dieser Auslegung einige Wahrscheinlichkeit zu verleihen, hieß es, die während des Kampfes weggenommenen Waaren würden den rechtmäßigen Eigentümern zurückgestellt. Feuilleton. Aas Licht der Aiaspora. VII. Die Belohnung. Als Rabbi Gerschom nach der Aufstellung des Thrones so außerordentliches Lob und so ungetheilte Bewunderung geerntet hatte, kehrte er nach Hause zurück. Seine Frauen eilten ihm entgegen, und er mußte ihnen Alles erzählen. Allein er war nicht fröhlich; sein Herz war voll trüber Ahnungen; er hatte das von Neid und Haß verzerrte Gesicht des Eunuchen Johann gesehen, und das hatte ihn mit Schrecken erfüllt. Es war ihm daher eine große Beruhigung, als ihm der Kaiser den Ring gab mit der Versicherung, daß er durch diesen stets den Schutz des Kaisers anrufen könne. Rabbi Gerschom zog sich bald in sein Studirzimmer zurück. Hier holte er den geliebten Talmud herbei. Ach, wie lange hatte er sich nicht eingehend damit beschäftigen können! All sein Sinnen und Denken hatte der Thron Salomo's in Anspruch genommen. Rabbi Gerschom war in seinem Talmudcommentar bis zum Tractat Chagiga vorgedrungen. Er hielt gerade an der Stelle, da der Talmud erzählt, daß Menachem, welcher neben dem Naßi Hillel Präsident des Synhedriums gewesen, hinweggangen sei. „Wohin war er gegangen?" fragt der Talmud. Abaja sagt: „Er hätte sich einem schlechten Lebenswandel ergeben." Raba sagt: „Er wäre in den Dienst des Königs übergetreten." „Fast möchte es mich bedünken," sprach Rabbi Gerschom, „daß zwischen Abaja und Raba keine Meinungs Dienst die Si viele < Fürstei mand sucht c auch t< Kaiser! Quelle eitle l für dk Möge unbeza entzog« bis er Gottes R Staats Belohn werden zu geri den ver ich Eu< lichen? errettet Ich mi Diener Pharao Reiches welchem ist ein geben muß ic scheint diensten soll ge! will?" W Johann sprechen und Io Ur liche bei . „2 weisen , möchte genden Ihr sac lich sei, doch sei Erhebur

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