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Der Israelit · 1869-06-16 · Heft 24 (16.6.1869) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 24 (16.6.1869)
Date
1869-06-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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467 nicht besteht, weil sie einmal durch Gott geworden, sondern weil und so lange Gott ihr Fortbestehen will. Me Göttlichkeit natürlicher Ordnung der Dinge zu lehren ist der Wunder Zweck " Wir begnügen uns mit diesen wenigen Beispielen, indem wir das Werk angelegentlichst zum Studium empfehlen. Die großen Vorzüge dieses gediegenen Buches bedingen auch manche Fehler. Die Originalität des so überaus geistvollen Verfassers veranlaßt ihn häufig, von dem Altgewohnten abzugehen, und da erscheint denn manchmal sowohl die Erklärungswie Ausdrucksweise gesucht. Dem böswilligen Spötter wird es somit leicht, einzelne Sätze aus dem Zusammenhänge zu reißen., um sie dem Gelächter unwissender Leser einer Zeitung preiszugeben, die längst ihre Bedeutung verloren hat. Solche böswillige Angriffe können die Größe und Gewichtigkeit des vorliegenden Werkes, das uns in den Geist des Gotteswortes einzudringen lehrt, nicht verringern. In Hirsches epochemachendem Wirken ist seine Pentateuch-Erläuterung nicht von untergeordneter Bedeutung, und wie unsere Weisen die salomonische Schilderung der ^’n nterN auf Moscheh beziehen, so können wir auch auf das an gediegenen literarischen Werken wie an tüchtigem praktischem Wirken so reiche Leben Hirsch's sagen nwyo □ nyBQ m^rri n’T '■'öo un „ der Ruhm, den wir ihm spenden, ist nur die Frucht seines Wirkens; nicht wir brauchen ihn zu loben — seine eigenen Werke werden ihn loben und zwar Dnytsa, dort wo die "»ytca D’jpi, die weisen und erfahrenen Männer weilen, freilich nicht die '2V' nunp, die Eckensteher und Kaffeehausgäste oder die Correspondenten der Philippsonschen Zeitung. JJur Äbwcndimg der Noch unserer Gtaubknsgrnoßen in Rußland. Vorläufige Anzeige. Memel, den 2. Juni 1869. Gestern bin ich von Kowno glücklich hier wieder angelangt; was ich daselbst sowie auf meiner Reise durch einen Theil der nothleidenden Gegenden gesehen, übertrifft bei weitem Alles, was ich bisher darüber mir vorgestellt, gedacht und geschrieben habe. Genaue Schilderungen später. Auf Sonnabend, den 30. Mai, Abends 9 Uhr, wurden wir zu einer Comitösitzung — bereits am Mittwoch zuvor hatte ich dem ebenso edlen und humanen als verständigen und einsichtsvollen Gouverneur Fürst Obolenski meinen ersten Besuch abgestattet — in die Kanzlei des Gouverneurs eingeladen. Hinzugezogen waren noch der Gymnasialdirector und Oberschulinspector v. Novikof, ein Mann, der unser Vorhaben eifrig fördern und für uns in den k. russischen Zeitschriften IhätiA sein will, sowie der gerade in Kowno anwesende Chef des Hauses I. S. Feinbergs Nachfolger in Kowno und Königsberg, Mitglied des Königsberger Nnterstützungscomitos und Ehrenmitglied auch des Kownoer. Es wurde beschloffen: Vorbehaltlich der Regierungsbestätigung eine über einen großen Theil von Rußland sich verzweigende Gesellschaft zu errichten, welche zu allernächst die Auswanderung der Israeliten nach dem Innern Rußlands bezwecken; dann die Erwerbung von Grund und Boden für die Ackerbautreibenden anstreben; endlich die Heranbildung der Jugend durch Gründung von Schulen aller Art — wozu übrigens, wenn wir hierzu, was wir nicht bezweifeln, die Regierungsbestätigung erlangen, Fonds genug vorhanden sind — mit allem Ernste betreiben soll. Viele angesehene Männer auch in der Hauptstadt Petersburg haben ihre Mitwirkung zugesagt. Von Wilna, wo man zuvor schon die freudigste Zustimmung zu unserm Vorhaben zu erkennen gegeben, waren auf unsere telegraphische Einladung drei Männer von der Notatilität der Stadt am Sonntag zu einer nochmaligen Besprechung des Gegenstandes erschienen. Ihr Glaubensbrüder auf dem gesammten Erdenrunde! Unsere Thätigkeit kann mit Zustimmung des Gouverneurs theilweise sofort beginnen, trotzdem daS Unternehmen noch der Bestätigung der Regierung ermangelt. Tausende von kleinen Handwerkern wollen, UM zu Hause dem sichern Hungerstode zu entfliehen, nach dem Innern Rußlands wandern; Handwerker aber können auf ihren alljährlich zu erneuernden Paß hin hingehen und ihr Handwerk üben, wo sie wollen. Eine große Anzahl solcher Handwerker-Familien sind nackt und blos auf das Gerücht von bevorstehender Hilfe nach Kowno gekommen und müssen in den dortigen Volksküchen ernährt werden bis für sie die Mittel zur Uebersiedelung nach dem Innern Rußlands erlangt sind. Ihr edlen Menschen, Glaubensgenossen und Nichtglaubensgenossen! Durch Eure wirksame Beihilfe, dessen versichere ich Euch heilig und theuer, sind Tausende und aber Tausende vom Hungertode errettet worden, versagt nicht Eure Mitwirkung zu diesem dauernde Abhilfe verheißenden Unternehmen. Mehr als ein Drittheil aller Israeliten auf dem gesammten Erdboden leben auf diesem Flecke zusammengedrängt, ein großer Theil, vielleicht die Hälfte muß auswandern entweder über oder — und das wünscht Ihr sicher nicht — unter die Erde. Brüder! „Sehet, die stimme Eure Volkestochter rufet aus dem Lande der Fernen: Errettet vom Tode unsere Seele, erhaltet unser Leben in dieser Hungersnoth. — Die Ernte geht sonst vorüber, der Sommer

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