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Der Israelit · 1869-06-16 · Heft 24 (16.6.1869) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 24 (16.6.1869)
Date
1869-06-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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466 entkleidet, um sie dann in da- Nachtgebiet der Visionen, des magnetischen Hellsehens u. s. ». u. s. w. zu verweisen Alles dies sind jedoch Erscheinungen, die nur in Zuständen von Schwäche, Krankheit und Kränklichkeit Vorkommen. Die erste Forderung aber, die unsere Prophetie an ihre Träger macht, heißt: rr»:», Gesundheit und Stärke. Nur in einem gesunden, ungeschwächten Leib erreicht der Geist jene Klarheit, die aus dem Born der Allen geöffneten Gotteslehre die r>v-n zu schöpfen vermag, welche die zweite Vorbedingung, und auch *>cw, die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit, welche die dritte Vorbedingung bildet." Wahrlich, das ist ein gediegenes Wort, das alles Irrige über den Hausen wirft, was über jüdische Prophetie zu behaupten, seit einem halben Jahrhundert Mode geworden ist! Nur setzt es uns in Verwunderung, daß der Verfasser die Eigenschaft der Demuth, welche die Tradition als vierte, unerläßliche Vorbedingung zur Prophetie bezeichnet, nicht erwähnt; und doch ist diese die größte und bedeutendste; denn ohne sie verlieren die andern großen Eigenschaften vollständig ihren Werth; ist es doch gerade sie, um derentwillen einzig unser Lehrer Moscheh von der Thora gerühmt wird. Sehr treffend versiebt es auch der Verfasser aus kleinen Zügen unfern Volkscharacter zu erkennen. Wie wahr ist, was er daselbst V. 14 sagt: V. 14. „Das jvc >n offenbart schon früh einen Characterzug, der uns noch heute kennzeichnet und in welchem alle unsere nationale Untugend und — Tugend wurzelt. 600, >00 Männer haben nicht den Muth, gegen nichtjüdische Schergen ihre Kinder zu vertheidigen, aber einem Juden gegenüber ordnete sich Keiner unter, da gibt's keine menschliche Autorität, und die berechtigtste Zurechtweisung muß sich darauf gefaßt machen, als die die Gleichheit Aller verkennende Anmaßung empfangen zu werden. Diese Untugend haben wir noch nicht ganz verlernt, nachdem wir schon so lange in der Galuthschule geschult worden, welch' ein ungefügiger Stoff müssen wir vor dem Betreten dieser Schule gewesen sein! Nicht den gefügigsten, den ungefügigsten Menschenstamm — pmboz ui hat sich Gott erwählt, ihm gab er sein mtb, sein Feuer-Gesetz, in seiner Uebewindnng sollte sich zuerst die Feuerkraft seines Gesetzes erproben. Harte Schläge des Geschickes mußten uns hämmern, damit wir so hart wurden wie Stahl und so — biegsam wie Stahl Gott gegenüber biegsam; unbeugsam, hart und fest aber aller menschlichen Autorität gegenüber. Diese „Nacken-Härte" kann auch ausarten und sich in dem Gegenstände verirren. Allein ohne sie wären wir nicht das unsterbliche Gesetz-Volk geworden." Sehr schön ist auch, was der Vers, zu V. 24 und 25 bemerkt: Nicht das den Israeliten geschehene Unrecht veranlaßt Gott einzuschreiten, sondern die Sorge um Israels Zukunft, die da dem Bunde mit den Vätern entsprechend sich entwickeln muß. Zu dem schwieriger V. 12 des dritten Cap. der alle Erklärer beschäftigt, gibt Hirsch eine ebenso neue wie schöne Erklärung; er stellt das iwsina dem jvoyn gegenüber, den Singular dem Plural; gerade weil Moscheh sich unfähig fühlt zu Pharao zu gehen und die Israeliten zu befreien, darum ist er das geeignetste Werkzeug in Gottes Hand. Doch hören wir den Verfasser selbst: ^Gerade das worin du deine vollendete Untauglichkeit zu dem Werke erblickst, macht dich zu dem Geeignetsten. Eben weil du es durch und durch fühlst, wie dir auch die leiseste Anlage fehlt, ein solches Werk mit eigener, somit menschlicher Kraft zu unternehmen, geschweige denn zu vollbringen, und weil diese Unzulänglichkeit dazu deinem ganzen Wesm in >so entschiedener Weise ausgeprägt fft, eben darum bist du der geeignetste Bote meiner Sendung. Ich brauche einen Menschen, der der größte dop und zugleich der größte »v ist. Deine entschiedene Unzugänglichkeit wird dem von mir durch dich zu vollbringenden Werke für alle Zeit das „Zeichen" aufprägen, daß, was du vollbracht, nur in meiner Sendung und durch meine Macht vollbracht werden konnte. Deine Unzulänglichkeit ist dein Gottes-Creditiv. Ohne sie fiele die Rettung in die Masse zunächst nur die Menschengröße verherrlichender weltgeschichtlicher Begebenheiten. Und nicht eine Menschenherrschast will ich ja durch dich und mit dir begründen. Wenn die Erlösung vollbracht ist, sollst du nicht Herrscher des Volkes werden, p7325>, sollt Ihr, sollst du und das Volk als Diener Gottes an diesen Berg treten, sollst du und das Volk an diesem Berg in den Dienst Gottes treten, und nur und nur wenn ein Mensch wie du das Volk hinausgeführt haben wird, wird dieses Ziel der ganzen Erlösung möglich sein, werde ich dann sprechen können: Jb h ob oii» pf>n 7>pM)p ->tb; denn du und das Volk werdet da nur in ganz gleicher Linie als meine Diener dastehen. Und pnun /'pbb pb; dieselbe Gotteserscheinung, die hier dir sichtbar geworden und dich zur Rettung sendet, wird dann zum zweitenmale an diesem selbigen, oder vielleicht richtiger auf diesem selbigen Berge, und dann zwar euch allen erscheinen und die Gewinnung des Volkes für meinen Dienst vollenden." Nicht einverstanden können wir uns mit der Deutung der Gottesnamen zu V. 14 erklären; denn erstlich ist die Uebersetzung von 'TIN ^8 „ich werde sein, der ich sein will" eine durchaus willkürliche, durch Nichts gerechtfertigte; zweitens sind die Begriffe Freiheit und Nothwendigkeit nur relativ einander entgegenstehende, nur unter bedingten, menschlichen Verhältnissen Gegensätze bildende; auf die Gottheit lassen sich beide als solche nicht übertragen; denn Gott ist die höchste Nothwendigkeit ebensowohl wie die höchste Freiheit; absolut gefaßt gehen beide Begriffe in einander über und bezeichnen ganz dasselbe; ja selbst für uns Menschen besteht die höchste, die wahre Freiheit einzig darin, mit Bewußtsein das Nothwendige zu wollen oder auch wollen zu müssen, min -HD^rD pDw 'v so« jmn p;\v. Da wird es das nnn, welches die nrn bringt — „und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben." In Gott aber Freiheit und Nothwendigkeit als Gegensätze fassen zu wollen, ist durchaus unzutreffend. — Um auch von der Erklärungsweise der Worte! ein Beispiel zu geben, setzen wir Folgendes hierher: 'pbbro, bba: verwandt mit nbr: trennen, J5b: verschlucken,?b : altern, vvb: jäher Schreck; Grundbed.: durch Absonderung völlig außer Zusammenhang mit allen andern Existenzen kommen. (In liegt auch der Begriff des Ueberwältigens, Ganz-emnehmens, wie in i>b). fbs ist dasjenige, was außer Zusammenhang mit der sonstigen Causalität der Dinge geschieht und somit Den offenbart, dessen Wille und Macht nicht durch die sonstige Ordnung der Welt und der Verhältnisse bedingt. Durch I ein von Gott angekündigtes und vollbrachtes Wunder springt I die Göttlichkeit der natürlichen Ordnung der Dingel in die Augen; es zeigt sich, daß die natürliche Ordnung der I Dinge nicht nur einen Urheber hat, nicht nur mit ihrem Ent- I stehen, sondern auch mit ihrem Bestehen in Gott wurzelt, I nicht bes und so l türlich V indem empfehi Buches lität d< ihn hü da erst wie Ar wird ei menhar der Le! Bedeut können W-rke« zudrinx machen nicht v Weisen Mosch« diegene tischem Frucht ben — zwar c erfahre nunp, Corres; Jtar; G angelai durch sehen, darübe Genau A wurder Mittwi manen neur £ — in zugezo, Oberst Vorha'

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