Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 23 (9.6.1869)
- Date
- 1869-06-09
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2447395-2447418--07295-2462889- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
450 dessen er dann einen Umsturz der gegenwärtigen Verhältnisse und Zustände zu ermöglichen glaubte. Salomo jedoch, der von Gott mit vorzüglicher Weisheit begabte Jüngling, sah daher mit Recht in dem dringenden Verlangen seines Bruders nach der Abisag, daß dieser in diesem Begehr zugleich unzweideutig sein Streben nach der königlichen Würde ausgesprochen habe, und darum erscheint seine Antwort gerechtfertigt, die er in so aufbrausenden Worten seiner Mutter gegeben hatte. Von nun an fing er an, ihn zu fürchten, weil er den klarsten Beweis hatte, daß dieser, solange er leben werde, nicht aufhören wird, gegen ihn zu wirken, weßhalb durch ihn sein eigenes Leben bedroht zu sein schien. Darum schwur er laut und feierlich mn 'iznn r« rwnx "Qi 'iws» ’D baß Adonija dieses Verlangen mit dem Tode büßen müsse, weil darin zugleich. wie erwiesen, sein Streben kund gegeben war, daß Salomos Leben in Gefahr schwebte, und darum ruhete er nicht eher, bis sein Nebenbuhler durch dessen Hinrichtung unschädlich gemacht worden war. — Hieraus kann also constatirt werden, daß auch Frauen oft als Mittel zur Erhöhung und Vergrößerung des Familienruhmes gebraucht und gewiß daher mit vorzüglicher Beachtung behandelt wurden. Wenn nun, wie uns 1. König 4. ersichtlich ist, Salomo selbst, dieser Pracht und Glanz liebende König, seine eigenen Töchter an seine Landpsleger verheirathet hat, so sind diese doch gewiß durch jene im Familienrang höher gestiegen und diese erlangte Größe wird auch gewiß in der durch äußeres Gepränge kundgegebenen, vermehrten Zärtlichkeit gegen ihre Frauen ihren passendsten Ausdruck gefunden haben Und io fand auch das in unserer Mischnah ausgesprochene Wort: yyy tw -nna nnsB'Oü „Jüngling richte deine Augen auf die Familie 3" stets die größte Berücksichtigung, was rückwirkend auf die Behandlung der Frauen von großem Einfluß geworden ist. — — Wir wollen jetzt zum Talmud selbst übergehen nnd spähend umherschiffen in diesem Meere rabbinischer Weisheit, um von hieraus zu lernen: 1) welchen Einfluß die Frau auf das ganze Hauswesen auszuüben berufen ist; 2) wie sie daher behandelt werden muß, 3) waö bei der Wahl einer Frau zu berücksichtigen ist, und 4) den Zweck der Ehe. (Fortsetzung folgt.) KeLtuttgsnsrHrrrE-rxn m*S> Correfponden-srr. Deutschland. Mainz, den 4. Juni. DaS „Mannheimer Tagblatt" vom 3. d. M. enthält einen Artikel, welcher gegen eine die Mannheimer Confirmandenprüfung besprechende Corresponden; des „Israelit" gerichtet ist. Die Lectüre dieses Artikels hat uns höchlich amü- Ftrt. In ihm werden wir nämlich mit ganz eigenthümlichen Schimpfworten wahrhaft überschüttet; man nennt uns „jüdische Jesuiten", bezeichnet uns als einen zweiten „Richard Wagner", behauptet, daß „trotz des Mainzer guten Bieres Hopfen und Malz an uns verloren sei," schildert uns als eine „Hierachie im ArbakanfaS (sie), die bestrebt fec, Mensch enbildung zu hemmen, um dem Pfaffenthum die Herrschaft einzuraumen, die Feuer und Gift speie" — und noch andere schöne Sächelchen mehr. Der Verfasser des erwähnten Artikels freut sich, daß die Israel. Jugend in Mannheim nicht mehr erfährt, „daß der Hase ein unreines Thier sei," „und daß eö in Mannheim „unbeschnittene jüdische Kinder gibt," das, meint er, „dürfe vernünftige Menschen nicht kümmern." Und weil unser verehrlicher Correspondent ob derlei und noch anderer „Kleinigkeiten" schweres Herzweh empfunden und dieses im „Jsr." zum Ausdruck gebracht, deßhalb nennt der mehrerwähnte Artikel jene Correspondenz „das Uhugeschrei des Mainzer Nachtvogels!" Doch genug von diesen liebenswürdigen Scherzen; wir wollen statt ihrer unseren Stammesbrüdern ein ernstes Wort sagen: Es gibt in Süddeutschland wenige israelitische Gemeinden, in denen die Religionslosigkeit so überhand genommen wie in Mannheim. Dort kömmt es vor, daß fast die ganze israelitische Jugend sich zu einem Sylvesterball vereinigt und beinahe 400 Inden und Jüdinnen gemeinsam im christlichen Gafthofe Terephot an langer Festtafel speisen. Dort wächst die Jugend auf in vollkommener Unkenntmß des Judenthums und unserer heiligen Religion. So hörten wir neulich, daß bei einer Religionsprüfung nach den Stammvätern unseres Volkes gefragt wurde. Aus Abraham und Jsak besannen sich die Kleinen — Knaben und Mädchen von 40—44 Jahren — mühsam; aber den Dritten wußten sie nicht zu nennen; da erhob sich endlich ein junges Mädchen und rief siegesgcwiß den Namen des Stifters der christl. Religion : I.... Ehr.!!! So wurde uns erzählt; wir wissen nicht, ob die Anecdote wahr ist; jedenfalls ist sie characteristrsch. Und die Stimme des Mahners nennen diese „Inden" das Uhugeschrei des Mainzer Nachtvogels! O, ihr Unglücklichen, ihr religiös Verwahrlosten, ihr durch falsche Propheten irre Geführten, möchtet ihr doch endlich erkennen, daß eure Verführer Licht Frnsterniß und Finsterniß Licht nennen! „Jeder, der an einen Gott glaubt," sagt ihr, „sei ein JehudU? Nun, so haltet einmal Umfrage bei euren fortgeschrittenen Jünglingen, ob sie an Gott glauben? Eur^ Conflrmativn ist Lüge, euer fortgeschrittener Gottesdienst schritte st er. denket, O^SID ten ur Bahn! und <5 gemisck ben si Seine Kinder schreib. C gehabt, neten, als Ei Allge A seiner legenhi Eaplai sterben Brude: wn bä1 A aus M bisck cf nennt; war de brauch« denn t das S Gesetz worden mache. Ar vorgeni welche nister s um den sind bi Nachwo Partei f theilneh in Strr vr, W in V u, Hauser dem Un materiell ren Gei ten, wo