Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 23 (9.6.1869)
- Date
- 1869-06-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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448 X „Höre mir genau zu, ich habe einen gewichtigen Plan vor, zu dessen Ausführung ich Deiner bedarf." „„Mein Oheim möge nur über mich gebieten."" „Du kennst die hohen Absichten, die ich mit Dir habe. Du, meiner Schwester Sohn, sollst einst Herr und Kaiser dieses großen Reiches werden. Du weißt aber auch, daß das nur dann möglich ist, wenn ich an der Spitze der Geschäfte bleibe, bis die beiden kaiserlichen Brüder gestorben sein werden. Jetzt aber ist meine Stellung gefährdet." „„Was sagt Ihr, mein Oheim? O, das ist nicht möglich."" „Es ist leider nur zu wahr!" „„Und wer steht Euch im Wege?"" „Dieser elende Jude, dieser Gerschonr." „„Möge ihn Gott in die tiefste Hölle versenken! Aber Ihr scherzet, gnädiger Oheim. Wie könnte Euch ein Jude, ein niederer Jude verdrängen?"" „Es ist kein Scherz, es ist bitterer Ernst. Der Kaiser ist in ihn vernarrt und hält ihn für den weisesten Menschen auf Erden, wie wenn alle seine Künste nicht verfluchtes Zauberwerk wäre." „„Soll ich Mörder dingen und ihn aus dem Wege räumen?"" „Nicht doch, nicht doch! ES darf keine Gewalt angewandt werden. Wir müssen durch Klugheit unser Ziel erreichen. Ich' kenne Basil; er ist wankelmüthig und mißtrauisch. Ein mißlungener Mordversuch könnte uns den Kopf kosten. Nein, man muß dem Juden in anderer Weise beikommen. Wenn Du sein Weib gewinnen könntest! Vielleicht erführe man Etwas von seinen Zauberkünsten und könnte ihn dann anklagen! Gehe in sein Haus; Du erzähltest mir ja, daß die Jüdin Dich liebte." „„Ich habe sie aber seitdem verlassen; sie wird mir zürnen!"" „Ersinne zu Deiner Entschuldigung ein Mährchen, sage ihr, Du hättest in den Krieg müssen und kehrtest erst eben zurück. Versprich' ihr, sie zu beirathen, wenn erst ihr Mann beseitigt sein wird. Gib ihr Go'd und Edelgesteine; ich werde Dir Alles reichlich ersetzen/ An demselben Tage noch begab sich Michael in das Haus Rabbi Gerschom's. Melitta war allein zu Hause. Sie stieß einen furchtbaren Schrei aus, als sie den Ritter erblickte. Dieser eilte auf sie zu und wollte sie umarmen. Melitta entwand sich ihm. „Herr," rief sie vorwurfsvoll, „was wollt ihr von mir? Ihr habt mich verlassen und seid nicht wiedergekehrt. Ich bin eine verheirathete Frau." „„Melitta,"" sprach Michael mit trübem Tone, „„warum hast Du mir das gethan?"" „Warum seid Ihr nicht wiedergekehrt?" „„O, wie unglücklich fühlte ich mich, da ich nicht wiederkehren konnte. Schon Tag's darauf, als ich Dir Liebe schwur, mußte ich in den Krieg ziehen gegen die Bulgaren. Zwei volle Jahre war ich fern von Constantinopel, fern von Dir, und verzehrte mich in Sehnsucht. Oftmals war mein Leben in Gefahr in der blutigen Feldschlacht, da warst Du mein steter Gedanke. Ich wünschte zu leben, um Dich wiederzusehen. Gestern kehrte ich endlich zurück. Ich suche meinen Oheim aus und gestehe ihm meine Liebe; seine Zärtlichkeit für mich will mir keinen Wunsch versagen; ich frage nack Deinem Vater und höre, er sei gestorben; ich frage nach Dir und vernehme, Du seiest die Gattin eines garstigen Juden geworden! Melitta, Melitta, warum hast Du mir das gethan?"" Der Heuchler erhob seine Stimme und weinte. Auch Melitta weinte. „Ach," rief sie, „konnte ich denn wissen, daß Du meiner noch gedenkest? Hättest Du mir nur eine Nachricht zukommen lassen!" „„So hast Du meine Briefe nicht erhalten?"" „Nicht einen!" „„Ja, ja, so geht es leider im Kriege; alle Wege sind unsicher und die Boten kommen nicht an."" „Verlaßt mich jetzt, Herr, mein Mann oder Deborcch könnten nach Hause zurückkehren." „„Wer ist Deborah?"" „Das ältere Weib meines Mannes." „„Was, dieser Heide hat zwei Frauen, hat neben Dir Engel noch ein anderes Weib! Und das duldest Du? Nein, das muß anders werden." „Was gedenkt Ihr zu thun?" „„Noch weiß ich es nicht; aber das weiß ich, daß Du dennoch mein Weib mußt werden Sieh. Holdeste, was ich Dir mitgebracht habe aus Feindes Land!"" Bei diesen Worten zog er ein kostbares, goldenes Armband hervor, das mit Edelsteinen reich besetzt war. Bewundernd hing Melitta's Auge daran. „„Nimm es,"" sagte Michael, „„es ist für Dich bestimmt."" Melitta zögerte; aber Michael sprach: „Du wirst Dich doch nicht weigern, das Geschenk zu nehmen, das ich für Dich mit meinem Blute gewonnen habe?"" Und Melitta nahm das Armband. Stürmisch umarmte sie der Ritter. Dann ging er, nachdem ihm Melitta für morgen eine Zusammenkunft an einem heimlichen Orte versprochen hatte. Täglich kamen sie von nun an zusammen ohne daß Rabbi Gerschcm oder die treue Deborah Etwas bemerkten. (Fortsetzung folgt.) Hierzu drei Beilagen. Verantwortliche Redaction: Lehmann. — Verlag der Le Ronx'schen Hofbuchhandluny. — Dampf - Schneüpressendruä von I. Gottsleben in Mainz. c und 3 8<mz.< und (1 S ten 2 großem buhlte lasten Umstä fein < sollte war il war, besten< ren tä konnte seine S kampf Und 5? für eti Hirten David denken durch rede st. von je ein Fr, Herz g derlanx rung I Gattin ihr gef er sie 1 ten, da andern sich nn von ih, süchtig Was David so nach derselbe