Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 22 (2.6.1869)
- Date
- 1869-06-02
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447395-2447417--07272-2462865- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
432 ren Verständnis; verweise ich aus 3ors vsa Cap. 39 §. 14. woselbst die Rede von einer gewöhnlichen joid, umwievielmshr bei einer blutigen. Hr. M. sagt ferner: '2. es war Mol ein m. Nach Obigem hat dies natürlich auf die vorliegende Frage gar keinen Einfluß, weil die wirkliche *0-0 dem j Rabb. gar nicht zu Gesichte kam; abgesehen aber : davon, weiß ick ich nicht, was Hr. M. eigentlich un-! ter versteht.? Alles was piii ist, ^(bst wenn es! dünn -yw2, heißt tcro, siebe ibi: §. 10. Hr. M. sagt endlich: 3. Die Lunge hatte zwar ‘ D"?n ioc, verwandelte sich aber nach dem Aufblasen. Wie verstehe ich dieses,? Der Hr. Schächter spricht von Blut in der nzra, Hr. Maver antwortete von einer röthlichen Lunge? Der Herr Rabbiner zu Fellheim muß durchaus andere Gründe gehabt haben. Um aber 'itco d^dc zu sein, erlaube mir die Bemerkung, daß ich die Aufregung der Gesetzestreuen in Berlin über das in der Synagoge veranstaltete Concert durchaus nicht begreife, denn «eia *in irrnb und frtcio in n’ib. Der Vorstand fand natürlich keinen Grund zur Unterlassung; denn gestattet es der Cap, 151 $. 1. nicht, so kann er dies doch unmöglich einem Vorstande in der Weltstadt Berlin gegenüber, hat fa derselbe Vorstand schon längst bei der Orgelfrage zu verstehen gegeben, daß ihm der y^r keine Autorität, daß ihm der Exrabbi Ph. mehr als alle Größen Israels gelte, und soll sich denn wirklich ein Vorstand in Berlin von yV vorschreiben lassen? — Aber selbst nach den Anschauungen der Gesetzestreuen hat er nichts begangen, denn profanirk hat er die Synagoge nicht, da sie eine 3“ro ni&np niemals hatte. ’3i P3öt dem vairr. Aus WeÜPhalen So betrübend auch manche Erscheinungen im heutigen Iudenthume sind: so sehr auch bei den gegenwärtigen Religionswirren die Spaltungen und Verirrungen in den Gemeinden überhand nehmen, die verschiedenen Parteien fick schroffer denn je gegenüberstehen und der Riß, der leider! Israel in verschiedene Lager getheilt, die Kluft, welche Brüder von Brüdern trennt, immermehr erweitert wird; so trübe Gedanken auch die immer stolzer und kühner ihr Haupt erhebende Freigeisterci, der Abfall von unserer heiligen Religion und die Vernachlässigung ihrer Satzungen in uns zu erwecken geeignet sind; so tief es endlich auch zu beklagen ist, wenn von dieser Pest sogar die Leiter und Führer der Jugend, die Anführer der Gemeinden ergriffen werden, die sich nicht schämen in öffentlichen Gesellschaften iTi'VQ "i iy zu sprechen, über die Satzungen unserer h. Religion und fromme Männer ihr Gespött zu treiben, so daß wir mit dem h. Sänger ausrufen müssen: 7111217: ipir tib» naotw 131 rny pns iy, so ist dennoch eine Erscheinung da, die diese trüben Wolken einigermaßen;u verscheuchen, die uns inmitten der geschilderte« traurigen Zustände in Israel zu erheben geeignet ist; ein Band, das Israel umschlingt und die einzelnen Glieder dieser großen Kette wieder zusammenfügt; wir meinen nämlich die von Israel so hoch gerühmte Tugend der Wohlthätigkeit — cpion ’Pou, crjom pxiry U3 — die Opferwilligkeit, die stets bereit ist, dem Armen und Nothleidenden aufzuhelfen, den Hungrigen zu speisen und den Nackten zu kleiden. Ir. Israel findet sich wieder zusammen, begreift es, das D»aiy >3 .113 m; da schwindet jede Prrteibestrebung, hört alles Sonderinteresse auf; da sind alle von einer und derselben Gesinnung beseelt, alle einmüthigen Herzens, alle gleich bemüht, ihr Scherflein beizusteuern zur Linderung der unsäglichen Noth, ihre oft im Schweiße des Angesichtes erworbenen Pfennige auf dem Altäre der Nächstenliebe zu opfern und zu erfüllen das Gebot: -py *pnx tp. Ueberall hat das Angstgeschrei unsere nothleidenten Glaubensgenossen in Rußland und Polen Gehör gefunden und milde Herzen wach gerufen; überall werden jetzt Sammlungen veranstaltet für unsere vom Schicksale hart betroffene Brüder; überall bilden sich jetzt, wenigstens in größeren Städten Central - ComitöS, um die von allen Seiten anlangenden Spenden an Geld oder Lebensmitteln in Empfang zu nehmen und dieselben an die Hauptcomitvs zn übermitteln: überall sahen wir den Mittelstand pn L"r< pn ruy« — in Spenden wetteifern mit den Neichen. Auch hier in Westphalen, wo leider der rcl. Sinn in vielen Gegenden sehr abgenommen, bat der Jammer und das Elend theilnahmvolle Herzen finden; davon zeugen die Spendenverzeichnisse in den jüngsten Nr. dieser gesch. Blätter; davon geben besonders die Central - Comitvs, die sich vor Kurzem in Münster, Hagen und anderen Städten constituirt haben, den sprechendsten Beweis. Ja, bei dieser Gelegenheit zeigt es sich wieder recht oeutlich i'iprro b^iz” ttd *2, daß Israel noch nicht verwaist, daß Barmherzigkeit und Mildthätigkeit noch nicht geschwunden ist aus dem Herzen der Bekenner des Indenthums. O, möchte Israel doch recht bald auch in anderen Beziehungen wieder Zusammenhalten eines Sinnes und eines Wandels und so erfüllt werden, apay npisn nz'ya nvi. Möchten die mit Blindheit geschlagenen O’J’iDyi D'y»iö recht bald ihre Fehler Linsehen, sie bereuen, mit ganzem Herzen wieder zu Gott und Seiner heiligen Lehre zurückkehren und mit David ansrufen: *prmnD ni^bsj 7ia'3«i ’jy ba! Das gebe Gott. Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Dürkheim, den 21. Mai. Auf Anregung des Unterzeichneten bin, sowie unter Mitwirkung und dem vorangehenden guten Beispiele einiger hervorragenden Mitglieder hier, wurde in den jüngsten Tagen f eine dritte Sammlung für unsere unglücklichen Glauj bensbrüder in Westrußland veranstaltet, die das für