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Der Israelit · 1869-06-02 · Heft 22 (2.6.1869) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 22 (2.6.1869)
Date
1869-06-02
Page
– (sequence 13)
Language
German
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333 unsere nicht große Gemeinde schöne und bedeutsame Resultat von 117 fl. 30 kr. ergab, die ich Ihnen, hochverehrter Herr Redacteur, beiliegend übersende. Außerdem haben die Meisten der in der Spendenliste verzeichnten Gemeindemitglieder monatliche Beiträge noch auf zwei weitere Monate hinausgezeichnet, die ebenfalls im Ganzen eine beträchtliche Summe ausmachen werden. Möchte dieses lobenswerthe Beispiel auch in anderen Gemeinden, der Pfalz sowohl, als auch mancher anderen Provinzen und Staaten, die bisher v erhältnißmäßig oder sogar gänzlich zurückgeblieben, entsprechende, am liebsten aber eine uns weit übertreffende Nachahmung finden! Dr. Adolph Salvendi, Bezirks - Rabbiner. Paderborn Vor uns liegt der elfte Jahresbericht über die „isr. Waisen - Erziehungs - Anstalt für Knaben und Mädchen in Westphalen und Rheinland zu Paderborn," von der verdienstvollen Gründerin und Vorsteherin der Anstalt, Frl. Fanny Nathan. Das Waisenhaus zählt 32 Zöglinge, 25 Knaben und 7 Mädchen. Von diesen besucht ein Zögling das Gymnasium, die andern Kinder werden von den beiden AnstaltS - Lehrern unterrichtet, die nicht nur abwechselnd den Unterricht ertheilen, sondern auch die Arbeitsstunden überwachen, so daß die Zöglinge unter steter Aufsicht sind. Die Einnahmen der Anstalt betrugen 5699 Thlr. 10 Sgr. 11 Pf., die Ausgaben 5643 Thlr. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wiien. Banquier Max Springer und Privatmann Gustav Schleßinger haben den Orden der eisernen Krone dritter Classe erhalten. Prag. Zn dem Dorfe Weitentrebitsch war der schon seit 50 Jahren daselbst wirkende Vorsänger schwer erkran't. Der katholische Pfarrer berief seine Gläubigen in die Kirche, um für die Genesung des Kranken zu beten. Diese schöne Handlung ist selbst in unserm Jahrhundert selten und verdient 'öffentlich bekannt zu werden. Amerika. Washington. Der aus Palästina nach Amerika auSgewanderte Schneerfohn hält gegenwärtig in den großen Städten der Vereinigten Staaten Vorlesungen über Palästina, die überall großen Beifall! finden. Bei seiner jünsten Anwesenheit in Washing-! ton hatte er eine Audienz beim Präsidenten Grant, i in welcher er denselben um Schutz für seine Glaubens-! genossen ansprach. Präsident Grant versprach alles i in seiner Macht Stehende thun zu wollen.! Feuilleton. „Wer Acht auf seinen Wandet hat, Aenr zeig' ich göttlich Keil."*) Von Abraham Tendtau. Ein Lehrer des göttlichen Wortes, Namens Janai, sah einmal einen sehr anständig gekleideten Mamr daher kommen und hielt ihn deshalb ebenfalls für einen Schriftgelehrten. Er ging auf ihn zu und sprach : „Will der Meister wohl geruhen, unser Gast zu sein?" — „Was kann eS Dir frommen?" erwiederte der Mann bescheiden. — Janai nahm denselben indeß mit nach seinem Hause, gab ihm an seinem Tische zu essen und zu trinken und klopfte ihm zugleich, wie man z» sagen pflegt, aus den Krug, wie weit seine Kunde im Gesetze, in den Commentaren oder auch in dem erzählenden Volksvortrag gehe; fand aber von all dem keine Spur. „Schenk Dir ein," sprach er endlich, „und sprich das Tischgebet!" — „Janai möge in seinem Hause selbst das Tischgebet sprechen," sagte der Mann. — „Kannst Du mir wohl entgegnen auf Das, was ich sage," frug Janai. „Nein," antwortete der Mann. „Nun," ries der auf seinen gelehrten Umgang stolze Janai, „so sage: Ein Hund hat vom Brode Janai'« gegessen!" Da sprang der Mann auf, erfaßte Janai bei der Schulter und rief: „Warum enthältst Du mir mein Erbe vor, das Du besitzest?" „Und welches Erbe besitze ich," frug Janai erstaunt, „das Dir gehört?" „Ich ging," antwortete der Mann, „eines Tage» vor einer Schule vorüber, da hörte ick von den Knaben einen Vers lesen, welcher lautete:**) „„Das Gesetz, das Moses uns gegeben, ist ein Erbe der Gemeine Jakobs —"" der Gemeine Jakobs also heißt es," fuhr der Mann fort, „und nicht Janai'S! Wenn Du Dir eine größere Kunde des Gesetzes erworben, so hast Du die Pflicht, Andern davon mitzutheilen, darfst sie aber, weil sie derselben noch nicht theilhaftig geworden sind, nicht verachten und gar Hunde nennen!" Halb beschämt frug Janai jetzt: „Mit welchem Bewußtsein wagtest Du aber, meine Einladung anzunehmen und an meinem Tische zu essen?" *) Ps. 50, 23. — Nach Wajikr. rab. par. 9. — Jalkufe tehil. No. 763. **) 5. B. M. 33, 4. —

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