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Der Israelit · 1869-06-02 · Heft 22 (2.6.1869) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 22 (2.6.1869)
Date
1869-06-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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424 fallen werden, daß diese den Regen und den Thau vollkommen ersetzen können. In der That könnten die Berufer der Leipziger Synode das (die Sündfluth) herbeiführen, wenn Gott nicht seines Bundes mit unserm Vater Noach gedächte. Mainz, den 25. Mai. Herr Dr. Eckmann zu San Francisco (CaUfornien) theilt uns mit, daß daselbst bedeutende Sammlungen zu Gunsten der Nothleidenden in Westrußtand veranstaltet werden. Das Geld wird zum Theil nach Lyck und zum Theil nach Memel geschickt werden. Mainz, den 26- Mai. Wir schätzen uns glücklich, unfern geehrten Lesern mittheilen zu können, daß wir in jüngster Zeit wiederum 1500 Thaler den nothleidenden Glaubensgenossen in Westrußland haben zukommen lassen. Wir haben davon 5OO Thlr. nach Memel, 500 Tblr. nach Lyck, 2OO Thlr. nach Königsberg, 100 Thlr. nach Gumbinnen, 100 Thlr. nach Tilsit und lOO Thlr. nach Stallupönen an die betreffenden Comiteen gesandt. Die Summe der von uns in diesem Jahre für obigen Zweck gesammelten und übermittelten Spenden beträgt nunmehr neuntausend Thaler — Mainz, den i9. Mai. Seit einiger Zeit erscheint in New-Z)ork eine neue jüdische Zeitung unter dem Namen Servisb Pi in es", welche der äußersten Reform huldigt. In der jüngsten Nummer derselben finden wir eine Characterrstik der jüdischfranzösischen Presse. Die ^tzrobives Israelires, meint der Correspondent, seien sehr heruntergekommen und glichen den in den kleinen deutschen Städten erscheinenden „Wochenblättchen, die auch in Politik machen." La Presse libre, die ein gewisser Herr Schwab seit Anfang dieses Jahres herausgibt, wolle die Reform vertreten, sei aber sehr langweilig. Gegen den Univers Israelite gießt der Correlpondent die ganze Schale seines Zornes aus; nichtsdestoweniger muß er anerkennen, daß Herr Bloch diese Zeitschrift mit vielem Geschick und vielem Geist redigirt, daß derselbe einen originellen Geist besitzt, daß er in der Vertheidigung des IudenthumS gegen Angriffe von Außen recht glücklich ist, und daß die Leetüre der von Herrn Bloch geschriebenen Chronik den Leser wach erhält, was dcn andern jüdisch französischen Blättern nickt gelingt. Dieses unfreiwillige Lob aus Feindes Mund hat doppelten Werth. — Breslau, Ende Mai. Die den „Bl. v. d. S " entnommene Nachtrrcht der „Kr. Z." auö Jena, l daß der dortige außerordentliche Professor Dr. Caro (ein Jude) von der hiesigen Universität als ordentlicher Professor der polnischen Sprache berufen sei, und daß Herr Caro die Berufung angenommen habe, können wir aus authentiscker Quelle als unwahr bezeichnen. Auf der hiesigen Universität existirt kein Lehrstuhl der polnischen Sprache, sondern eine Professur für slavische Literatur, den Professor Do. Wladislaus Nehring inne hat. Adolph Kohut. Aus Weftphalen. Bald wird man so glücklich sein (?!) das von Phlippson und Consorten in Scene gesetzte Schauspiel einer jüdischen (?) Synode in Leipzig zur Aufführung kommen zu sehen, so berichten wenigstens öffentliche Blätter. Sicher wird es auch Dir, gesch. Leier, auffällig erscheinen, daß genannte Herren während des kurzen Zeitraumes von noch nicht einem Jahre schon zweimal Meßplätze — Cassel und Leipzig - zu Zeugen ihrer Triumphe audersahen, trotzdem die in den Jahren 45. 46 und 47 in den Meßstadten Breslau, Braunschwe^g und Frankfurt zur Aufführung gekommenen Schauspiele damals keinen Beifall geerntet haben. So wisse denn, daß genannte Herren Veranstalter in der langen Zwischenzeit nichts gelernt und nichts vergessen haben; denn obwohl sie damals in genannten Städten eben so gut, wie zu Hause, tauben Ohren gepredigt und für ihre Maaren sich keine Abnehmer gesunden haben, versucht man jetzt noch einmal, und hoffentlich zum letzten Male, diese Marktschreierei, bietet man noch einmal die letzte Kraftanstrengung auf, um Käufer auszutreiben, die in der Heimath aufzufinden man sich sicher vergeblich bemühet haben wird; denn schon ein altes Sprichwort sagt ja, daß der Prophet — und diese Herrn wollen ja noch klüger sein, als die Propheten — selten etwas gilt im eigenen Lande. Schließe übrigens, lieber Leser, aus der Zahl der in der allgemeinen Zeitung des Judentums verzekchueten Gemeinden, die ibre Betheiligung an der Synode zugesagt haben sollen , nicht auf die Gesinnungen derselben; denn sicher werden viele Theilnehmer vorthin kommen, die weder eine Vollmacht des Vorstandes noch der Repräsentanten mitbringen, — also auch die betreffenden Gemeinden nicht vertreten, noch viel weniger die Gesinnungen der Gemeinden vertreten werden. Cs sind unS einige solcher Gemeinden bekannt, in denen auf Veranlassung des einen oder andern der Herren Vorsteher eine Versammlung der Repräsentanten stattgesunden, um über die Frage, ob man sich bei der in Rede stehenden Synode betbeiligen resp. dieselbe beschicken wolle, Beschluß zn fassen. Da aber die Majorität der Versammlung sich gegen die Beschickung aussprach, so haben einige Vorsteher beschlossen, die Synode, ohne Mandat, das heißt, auf eigener Faust zu besuchen und sicher werden solche müssige Zuschauer recht viele nach Leipzig kommen. Doch, die Versammlung wird wieder auseinander gehen, unser uralter, heiliger und unverfälschter Glaube aber ewig sortbestehen; denn p-r D’Dtp Dtf1? ruwv rPDio D-»pnnb n£iD. Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer.

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