Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 21 (26.5.1869)
- Date
- 1869-05-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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406 «r darthut, daß die bei ihnen hervortretenden Eigenschaften sprechenden Ausdruck in ihren Lehrsätzen finden. Der Herr wolle uns diese Kraft, die mit dem Gedeihen der Schule eng verwachsen ist, noch l nge erhalten! P l o n i. (Schlesien). Im gewöhnlichen Leben hört man so oft: der und der hat eine Summe ohne Unterschied der Confession legirt; jeder liberale Jude oder Christ sollte statt dessen ohne Unterschied der Religion testiren; denn die Meinungen der Richter sind gelheilt; unser Bürgermeister versteht darunter blos evangelisch und katholisch, und auch ein li eraler Richter ist seiner Ansicht; letzterer erklärte mir, wenn ein Jude testirt ohne Unterschied der Conskssion, so läßt er keinen Juden und keinen Dissidenten dabei participiren. Als Stadtverordneter habe ich den Bürgermeister öffentlich bei einem Statut eines Hospitals, worin es heißt „ohne Unterschied der Confession" interpretirt, warum keine Juden ausgenommen wurden, und habe obige Antwort erhalten. Ein anderer liberaler Richter ist nicht der Ansicht; er hält Jeden für berechtigt; wenn aber eine zweifelhafte Auslegung möglich ist, so muß man sich präcis auödrücken. Oesterreichischer Kaiserstaat. BZien, 18. Mai. In der Gemeinde Ottakring wurde gestern die Bürgermeisterwahl vorgenommen. Präcis 4 Uhr Nachmittags versammelte sich der Ausschuß im Bürgermeisleramte. Der k. k. Bezirkshauptmann v. Greifen st ein fungirte bei dem Wahlakte alö NegierungS-Commiffär. Den Wahlakt leitete der bisherige Bürgermeister-Stellvertreter, Gemeinderath und Braubausbesitzer Herr Ignaz Kuss n er. Derselbe begrüßte den k. k. Bezirkshauptmann in einer kurzen Ansprache, und dankte den Gemeinderäthen und Ausschüssen für das freundliche Entgegenkommen während seiner bisherigen Amisthätigkeit als Bürgermeister- Stellvertreter. Darauf ergriff der Herr Bezirkshauptmann das Wort und erinnerte an das Wirken des verstorbenen Bürgermeisters sowie an die Bedeutung des vorzunehmenden Aktes. Unmittelbar darauf wurde zur Wahl geschritten und es wurde Hr. Ignaz Kuffner mit absoluter Stimmenmehrheit zum Bürgermeister gewählt. — Hervorzuheben ist, daß die Gemeindevertretung, sich über alle Borurtheile hinwegsetzend, Herrn Kuffner als Juden an die Spitze der Gemeinde stellte, die eine der größten Landgemeinden in Oesterreich, 26,000 Seelen zählt. Herr Kuffner dankte zum Schluffe für daö Vertrauen, das die Gemeinde in ihn setzt und das zu rechtfertigeu er bemüht sein werde. Holland. Amsterdam Herr I. B. VoS auf Surinam wurde zum Bezirksrichter daselbst ernannt. Herr S. HartogenstS wurde zum niederländischen Consul in Mannheim ernannt. (N. I. W.) Italien. Florenz. Herr Enrico Fano wurde von der Stabt Mailand zum Deputirten in's Parlament gewählt. Das ital. Parlament zählt jetzt 7 Israeliten unter seinen Mitgliedern. Ein Israelit hat sein Mandat freiwillig niedergelegt. Padua. Ein französisches Blatt schreibt: Das isr. Seminar, dessen Cursus dieses Jahr zwei Monate später begonnen, um den Directoren Zeit zu lassen, die Mittel zur Fortexistenz zu finden, hat in der Person des Professors Giuseppa Leva (katholisch), welcher von der Regierung zur Prüfung der Situation abgeschickt worden, einen warmen Vertheidiger gefunden. Man vernimmt, daß sich nunmehr mehrere namhafte Männer vereinigt hätten, um die finanziellen Verhältnisse dieser Anstalt zu ordnen. Frankreich. Paris. Einer unserer ausgezeichnesten jungen Glaubensgenossen in Paris, Herr Alfred Neymark, Redacteur für den finanziellen Theil der „Revue oontenrxorniue" und des „International" wurde vom König von Portugal mit einem Orden decorirt. (Un. isr.) Bordeaux. Dem „Un. isr." wird' von hier geschrieben: Eine isr. Familie, bestehend aus neun Personen, war schon vor längeren Jahren zum Christenthum übergegangen. Dieser Tage ist diese Familie wieder zum Judenthum zurückgekehrt und dieß mit Glück und Freude. An zwei Knaben, wovon der eine 14 und der andere 9 Jahr alt sind, war die Beschneidung zu vollziehen, die auch in Gegenwart einer großen Versammlung und des Oberrabbiners von dem bekannten Vorsänger Castro glücklich ausgeführt wurde. Donaufürstenlhümer. Bukarest. Der K. Commissionsrath, Herr Johann Hoff in Berlin, hat die hier folgende Zuschrift erhalten: „Seine Hoheit der Fürst von Rumänien, die Ehrbarkeit und achtbare Stellung des Königlichen Preuß. Commissions-Rath Herrn Johann Hoff in Berlin berücksichtigend, sowie den ausgezeichneten Ruf, den sich dessen Haus in seinem Fache erworben, haben geruht, denselben als Beweis Höchstseiner Huld den Titel als Hoflieferant Seiner Hoheit des Fürsten Karl I. von Rumänien zu verleihen." Bukarest, den 8./20. März 1869. Der Hofmarschaü PhilipeSeo.