Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 20 (19.5.1869)
- Date
- 1869-05-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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395 Gemeinde.r beschickt werden würde, zu bestätigen. In Nr. 9 der Z. des JudentbumS werden uns die Namen von cewa 30 in- und ausländischen jüdischen Gemeinden bekannt gemacht, welche ihre Zusage zur Beschickung der Laienversammluug bereits zugesagt baben sollen; darunter 3 westphälische, nämlich: Bielefeld, Peckelsheim unv Startberge. Bielefeld dadurch bekannt, daß bei der dortigen jüdischen Gemeinde der D'HO^cn (so tituiiren die Mitglieder der Rheinisch-Westphälisch iSr. Lebrerconferenz ihren Hrn. Präsidenten, den Lehrer B.) als Lehrer und Prediger fnngirt, welcher, beiläufig beinerkt, vor etwa 19 Jahren in der frühern kurhessischen Stadt Fritzlar bei der dortigen Reformgemeinde Lebrer und Prediger war, hat schon seit längeren Jahren einen reformistischem Gottesdienst, der bereits seinen Culminationöpunkt erreicht hat, Orgel, Weibersang nebst sämmtlichem Reformapparat; auch bat sich die Mehrzahl der dortigen Juden schon längst über die Speisegesetze und anderer D,'-ur<-i ■niDw* binweggesetzt, so daß in B. vielleicht nur noch äußerst wenige koschere Haushaltungen angetroffen werden dürsten. Was will man nun noch mehr? Wozu noch die Synode beschicken? Oder erwartet man von dieser Versammlung noch mehr Zugeständnisse und noch weitergebende Concessionen? — Peckelsheim ist bekannt durch sein, sogenanntes peckelöheimer Enpn a Schildbürger, Eulenspiegel und Münchhausen, so wie endlich Stadberge, das auch unter dem Nanien Marsberg, bekannt ist, durch seine — Irrenanstalt. Oesteich. M. Rosenwald, Lebrer. Breslau. Nach einer Miltheilung des Herrn Dr. H. Graep in der Mainummer seiner „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des JudenthumS" wird derselbe den elften und letzten Tbeil seiner „Geschichte der Juden" nicht durch daS Philippfowsche „Institut zur Förderung der (un) jüdischen Lileratur" heransgeben lassen. Khorn, den 4. Mai. Es wird gewiß den vielen Verehrern des ehrwürdigen und gelehrten Herrn Rabbinen Hirsch Kalischer von Interesse sein, zu erfahren. daß derselbe und seine würdige Gattin am 20. d. M. nach fünfzigjähriger glücklicher Ehe das Fest der sogenannten goldenen Hochzeit feiern werden. GnttentcrD, den 30. April. Mit dem Falle des EideS mors zuclrrieo ist G. s. D. allerdings ein m:t dem Bande des Hasses und des Mißtraues durchflvchtener Zopf abgeschnitten; aber sehen wir zu, daß wir nicht von dem Regen unter die Traufe gerathen. Bereits sind 2 Fälle von Vereidigungen nach der neuen Form bi er vorgekommen, aber in beiden Fällen zwang der Chef der hiesigen Gerichtöcornmisfion die schwörenden Glaubensgerl offen d e n E i d m i t E r h e b u n g v o n 3 F i n g e r n a n b o I) n c Kopfbedeckung abznlegen. — Allerdings würde der Herr Gerichts - Rath trotz feiner Bemerkung, daß diese Geschichten — daS Kopsbedecke:; — beseitigt wären, bei energischer Weigerung des Schwörenden nachgeben müssen, — aber sehr viele Israel-En. railonniren zu Hause sebr viel, wenn f:e aber einem „gestrengen Herrn Richter" gegenürertret-li — machen uc „eine Faust in der Tasche." — Die Erhebung der 3 Finger ist nun vollends widergesetzlich; denn es beißt im Gesetz ausdrücklich „unter Erhebung der rech irr: Hand." — Daher, geliebte Brüder, seid ans Eurer Hut! und vollziehet nicht eine so hochwichtige religiöse Handlung aus eine leichtfertige, das religiöse Gewissen tief verletzende Weise. — S a n der. Oesterreichjschcr KüisB. ftaat. Wien, D Mai. Bei dem lebhaften Wechselverkcbr, der zwischen Oesterreich-Ungarn und Rumänien herrscht, wird die Mittheilung willkommen sein, das; unser diplomatischer Agent in Bukarest, Herr v. Z nl auf, im Interesse der österreichischen Staatsangehörigen, namentlich solcher mosaischen Glaubens in der Moldau, wegen der unberechtigten Aufnahme derselben in die llrekrutirungs- und Personal- Steuerlistsn. ein Circular an die ihm unterstehenden Eonsularämtcr in Rnmänicu gerichtet bat. Den Details dieses Circulars entnehmen wir nach der „Korr. Sch.", daß mehrfach den betrossenden F. und k. Unter* thanen die Außerachtlassung der Pst ich: zur Last fallt, sich mit r e g e! m ä ß i g e n D o c u rn? :tf e n zu versehen, welche ihre Eigenschaft als k. k. Staatsangehörige außer Zweifel setzen und seien rechtzeitige Vorweisung dieselben auch in den meisten Fällen vor den fraglichen Belästigungen sicherstellen wurde. Wrelcizka, (bei Krakau,) in Galizien. Gestatten Sie mir, einer Frage Raum zu geben, die ich nicht mehr der Oesfentlichkeit entziehen kann; wiewohl es nur unangenehm ist, mit solch einer Wahrnehmung vor dem gcehrtcu Leier zu erscheinen, doch „wenn eine Sorge daS menschliche Her; drücke, soll er sie einem Anderen mittboucn". Jbr vielgeleieneS Blatt bringt allwöchentlich Specisicationen der Spenden, die von unseren Glaubensgenossen in Deutschland re. in Hülle und Fülle zuftreßen, zur Unterstützung der Nothleidenden in Westrußland. Jeder trägt sein Schärflein dazu bei, um den dem Hunger .und Elend preisgegebenen Bruder vom Tode zu retten. Unter allen diesen massenhaften Unterstützungen jedoch findet man keine einzige Spende aus Galizien verzeichne:. Ist es möglich, daß die galizischen Glaubensgenossen von der Notb, mit welcher unsere Brüder in Westrußland heimgesucht werden, bis nun gar keine Kunde hätten? Der Hilferuf, der fast in allen Zeitungen ertönt, sollte er noch immer nicht zu ihren Ohren gedrungen sein? Oder senden sie ihre milde Gaben dem Bestimmungsorte direct zu?