Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 20 (19.5.1869)
- Date
- 1869-05-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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9m. -er die eindringlichsten Bitten an den Herrn Rabbiner und bestimmten hierdurch denselben, daß er sich bereit erklärte, hier zu verbleiben: Ehre der Gemeinde, die mit solcher Anhänglichkeit an ihrem Hirten hängt und jedes Opfer bringt, sich denselben zu erhalten; Ehre dem Rabbiner, der diese Anhänglichkeit zu schätzen weiß und im Bewußtsein, hier ein n"u gesegnetes Feld der Thätigkeit zu haben, gerne auf äußere Vortheile verzichtet. . Mehrere Gemeinde-Mitglieder. Berlin, den 9. Mai. ES ist Ihnen bereits auf telegraphischem Wege die freudige Mittheilung geworden, daß in der jüngsten Sitzung der »"n des Bet-Hamidrasch Rabb. vr. I. Hildesheimer in Eisenstadt einstimmig zum Dirigenten desielben erwählt wurde. Zwei Herren, nämlich: der Vorsitzende des Herr Hamburger, und Herr Jacob Bamberger, erhielten den Auftrag, sich nach Eisenstadt zu begeben, um die Verhandlungen mit Herrn vr. H. zu führen. Wir wünschen sehr, daß Herr vr. H. diese ehrenvolle Wahl annehmen möge; denn mit der Ankunft des vr. H. tritt in B. sicher eine Aenderung zum Bessern ein. Und ist die Stelle, wie sie jetzt besteht, weder in finanzieller Beziehung die best' dotirte, noch an Einfluß und Bedeutung eine hervorragende, so wird, so muß sie von Tag zu Tag mit dem erweiterten Ziele wachsen. Ja schon heute liegen Thatsachen vor, die unsere Hoffnung zur Gewißheit machen. Bereits haben sich viele Gemeindemitglieder durch ihre Namens- «nterschriften bereit erklärt, Herrn vr. H. alS ihren Rabbiner anzuerkennen und ihn in seinem Wirken opferbereit zu unterstützen. Berlin wird, wenn vr. H. dem Rufe Folge leistet, neues Leben athmen. Wir erhalten alsdann — und das steht uns unumstößlich fest — eine Rabbinerschule nach dem Sinne der Glaubenstreuen in Israel. Man möge bei dieser Aeußerung nicht ungläubig das Haupt schütteln; denn noch gibt eS Männer, die nicht »uv den Wunsch hegen, eine solche Anstalt erstehen zu sehen, sondern auch solche, die den Willen haben, mit ihren reichen MittAn sie zu versehen, um sie lebenskräftig zu erhalten. Aber abgesehen von diesem enormen Gewinne, tritt die Lag« der Orthodoxen mit Annahme dieser Stell« von Seiten des Herrn vr. H. in ein neues Stadium. Es ist damit e>'n Centrum geschaffen, um daS man sich sammeln, bei dem man Rath holen kann. Die in diesen Tagen sich constituirende Religionsgesellschaft wird ihn nicht nur sofort als ihren Rabbiner freudig begrüßen, sondern auch der Vorstand und die Repräsentanten werden, wenn ein Schisma vermieden werden soll, Herrn vr. H. als G emeind ebeamtey Anerkennen und ihm die Verwaltung der religiösen Institutionen übertragen müssen. Endlich würden durch Herrn Do. H. den Anhängern der Neuerung erst recht die Schuppe« von den Augen fallen; sie würden erkennen, was vr. Aub ist und was er nicht ist. Ein Beitrag zu solcher Erkenntniß ist zwar kaum mehr nöthig, da man hier darüber doch ziemlich in'S Klare gekommen. Dennoch nehmen wir von N. A. Goldberg's Schriftchen: »Die Entstehung und Bedeudeutung des Morenu-Titel," mit lebhaftem Interesse Notiz, das jedoch nicht allein mit Herrn Vr. Aub zn thun hat, sondern auch mit dem Prediger des ischochere Hatob Vereines, vr. Sinai Nascher. Wir glauben dem Verfasser vollkommen gerecht zu werden, wenn wir behaupten, daß er es weniger auf eine wissenschaftliche Erörterung abgesehen, als gerade an genannten Predigern zn zeigen, wie sie unwürdig seien, diesen Titel zu führen, unwürdig, ferner Lehrer in Israel zu bleiben. So bedeutungslos beide Herren immerhin auch sind, so dürfen wir ihren Einfluß doch nickt gleich Null achten, da sie noch im Amte sind. Dem Verfasser sagen wir unfern Dank dafür, daß er durch sein Schriftchen gegen unsere wirklichen und verdeckten Gegner das Bewußtsein des Kampfes wach zu erhalten sich beflissen hat. Dem Verfasser der Broschüre: „Ein Aufruf an die unterdrückten glaubenstreuen Israeliten," rufen wir ein ro ->N" zu und freuen uns, einen neuen Kämpfer entdeckt zu haben. Er führt in körniger Sprache an der Hand der Thatsachen klar die drastischen Folgen der neolozen Institutionen vor und macht darauf aufmerksam, wie selbst ihr eigenstes Werk, die neue Synagoge, „eine traurige Leere und eine ernste Lehre" darbiete. Der Verfasser kommt, wie seine Vorgänger, zu dem ricktigen Schluffe, daß nur in einer Trennung das Heil zu suchen sei. Aus -Wrsiiphlllen. Wie werden jetzt die gesetzeötreuen Israeliten im Königreiche Württemberg, die schon lange Jahre unter dem Despotismus der isr. Oberkirchenbehörde geseufzt und während dieser langen Zeit vergeblich um Befreiung von den durch genannte Behörde ihnen angelegten Fesseln gekämpft und gerungen haben, sich freuen, nachdem sie wenigstens von den Banden des ConsirmationszwangeS befreit sind und fürder nicht mehr gezwungen werden können, an ihren Kindern einen Act vollziehen zu lassen, der ihrer aufrichtigsten und heiligsten Neberzeuguirg widerstrebt, und der mit dem Wesen und dem Geiste deS wahren IudenthumS im grellsten Widerspruche steht. Dank den edlen Männern, die durch Renitenz und beharrliche Weigerung diesen wunden Fleck im Judenthum aus dem dortigen Synagogengesetze ausgemerzt haben! Möge es ihnen recht bald gelingen, auch Aufhebung der übrigen unjüdischen Bestimmungen und Verordnungen desselben zu erwirken! Es ist dieses eine gerechte Forderung und kann und muß dieselbe, im Interesse, der MaubeuS- Nnd Gewissensfreiheit, die die Reformer doch für.sich so sehr in Anspruch nehmen, abermals und zu wiederholten Malen an höch-