Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 19 (12.5.1869)
- Date
- 1869-05-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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368 uns; der Vorwurf kindisch-gutmüthigen, aber unverständigen Verfahrens. Die Leute sind zähe; wenn sie einmal nach Amerika, oder auch nur nach England wollen, so werden sie das Geld zusammen betteln; aber wir opfern und spenden, um den Eisenbahnen höhere Dividende zu bringen. Wir müssen jede Meile Umweg bezahlen. Wir hier z. B. bezahlen, gleichviel ob aus der Gemeindecasse, ob aus Privattaschen, auf diese Weise eine jährliche Steuer von mindestens 500 Thlr. an die von hier ausgehenden Bahnen — was sollen wir machen? wir können die Menschen nicht auf der Straße liegen lassen! Wer rechnet nun die Summen aus, die so in ganz Deutschland vergeudet werden, um die Armen spazieren zu fahren! Handeln wir also vernünftig, planmäßig, gemeinsam; werfen wir unsere npli’ nicht auf die Straße, helfen wir den Unglücklichen gründlich! dazu ist nur der gerade Weg der beste, direct zur See von Königsberg nach Amerika. Wir haben bei sachkundigsten Männern vorläufige Erkundigung eingezogen. Die Passage von Königsberg bis New-Aork würde per Kopf Erwachsenen 35 Thaler kosten, per Dampfer. Wäre die Angelegenheit vollständig organisirt, so würde man Segelschiffe benutzen, d. h. vollständig dazu ausrüsten und billiger zurecht kommen, dies geht jetzt noch nicht. Unser Gewährsmann hält für das Beste, die Auswanderer von Königsberg aus nach Kopenhagen zu schicken, wo sie die dort anlauienden Dampfer der Hüller Linie aufnehmen und über Liverpool ans Ziel bringen können. Passagepreiö 38 Thaler; darüber läßt sich später noch reden, die Glaubensgenossen in Hamburg u. s. w. sind auch sachkundig; „durch viele Rathgeber kommt Hilfe." Eine Familie würde etwa 100 Thaler kosten (Kinder bezahlen wenig, Proviant ist nicht hoch anzuschlagen, die Armen sind nicht verwöhnt) 100 Fam-lien kosten -.0,000 Thaler. Viel Geld und wenig Leute, denn was sind 100 Familien? Aber IM sind bald 50 Diese polnischen Juden sind doch nicht schlechter noch dummer denn pommerische oder mecklenburger Bauern und Taglöhner, von denen einer auswandert und nach Jahresfrist die Tickets für 3 -5 andern zur Nachfolge einsendet. Es ist ja selbstredend unmöglich, Zehntansend in einem Sommer auswandern zu lassen, aber nach und nach; jedoch nich vereinzelt und nicht auf eigene Hand. Wie as Geld zu beschaffen wäre? nicht durch Collecten; wir bedürfen fester Summen, auf welche man rechnen kann. Es müßten die Gemeinden (wobei auf die kleineren nicht mitgezählt zu werden braucht) sich verbindlich machen auf 3 bis 5 Jahre eine bestimmte Summe für diesen Zweck auf ihren Etat zu stellen. Rechnen wir etwa 1 Sgr. per Kopf, auf Stettin 60, auf Berlin 600 Thlr. Wie ich fest überzeugt bin, daß erstere Gemeinde hierauf eingehen würde, so auch davon, daß, wenn erst 30 Gemeinden voran gehen, die andere folgen. Wir hätten dann in Deutschland jährlich etwa 10000 Thlr. Frankreich, besonders die „ All. Univ. Jsr." England, Holland würden, könnten nicht zurückstehen. DaS Geld ist schon zu beschaffen! Zunächst also empfehlen wir unseren Vorschlag im Allgemeinen zu ernster, thatbereiter Erwägung und machen weiter folgende Einzel-Vorschläge: 1) Es werde ein H.tupt-Comite für die Auswanderung, für die Sammlung der Gelder, die Ausmittelung der geeignetesten Transportwege rc. rc. eingesetzt. Der Sitz natürlich in einer Seestadt, am besten freilich London, doch da mit den Engländern nicht so schnell fertig zu werden ist, so schlagen wir Hamburg vor. 2) Ein Haupt-Comits nahe an der russischen Grenze, als Agentur für die Auswanderer. Es müßten in der R e g e l nur Familien befördert werden, um das schmähliche Sitzenlassen von Weib und Kind das ppv-Sinn, diesen Schandfleck-nicht auskommen zu lassen. Nur Leute in kräftigem Alter dürfen angenommen werden. Die Auswanderung in gehörigen Transporten, daß Einer den Andern mitziehe; mögen die Leute ihre r."o, ihren mitnehmen, damit sie sich nicht verlassen fühlen, auch auf der Fahrt etwaiger Rohheiten sich eher erwehren könnten. Detaillirtere Pläne sind jetzt noch nicht am Platze. Was aber die Leute drüben machen sollen? Wir erlauben uns, sans phrase zu sagen: haben wir sie hinübergeschafft, so haben wir das Unsrige gethan, die amerikanischen Juden mögen weiter sorgen. Und wir sprechen das Wort gelassen aus, weil wir aus unsere amerikanische Brüder, auf ihren Willen', ihre Kraft und Einsicht volles Vertrauen setzen. Sie sind gewohnt aus eigener Kraft zu schaffen und gemeinsam zu wirken.*) Wir wollen ihnen auch nicht die Leute „aus den Hals schicken," sie sollen vorher avistrt werden, und werden vorbereitende Schritte thun. Raum ist ja vorhanden — Köpfe und Hände bringen die Polen mit. — Wir hätten wohl allerlei Ideen, wie letztere zu verwenden wäre, doch die Amerikaner brauchen unsere Rathschläge nicht. Schreiten wir nur zur That; daß die Juden Amerikas z. Z. planvoll handeln, daß z. B. die New - Aorker nicht die ganze Last des ersten Anpralls auf sich ruhen lassen würden (wie wir hier seufzend thun) davon sind wir ganz fest überzeugt. Stettin, April 1869. Treuenfels. 3«»i *) Es braucht nur ihr J. O. of B. B. Iudepent Ordie o( Bne Brith die Sache in die Hand zu nehmen, so ist fie schon weiter, als wir nach langem Schreiben, Streiten und Überlegen kommen werden. mitthe ßer B getrag Schub und hatte i vertäu ja, ge! anstatt all Jh halb d Aye I Brand großen weil I sie zu sonst g lerinne dort ai Hüv N. man i so ble fdnger die mc als di Macht lich-rel d°§ £ ten! spiel t reicht, als di robean V nv. Aus cheni Hörde 1 1869 Golts sen, m kirchenk Abschri läufig tuts f möglrchj thodoxie