Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 18 (5.5.1869)
- Date
- 1869-05-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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350 Gegenwärtig tagt hier eine Versammlung von circa 30—40 Rabbinen der äußersten Orthodoxe angehörend. (Bemerkenswerth ist, daß die HH. Rabbiner zu Preßburg Ujhely und — Ungvär nicht anwesend sind). WaS die Herren wollen, kann man ft!) wohl denken, wenn auch nicht erklären. Gtgensta d der Berathung ist die Art und Weise, wie man den Congreßbeschlüssen die allerhöchste Sauction feth halten könne. Jetzt sind es nicht mehr einzelne Punkte, die man aus den betreffenden Beschlüssen streichen möchte, sondern die Congreßbeschlüsse überhaupt. Ferner ist es jetzt nicht mehr das Ministerium, sondern der König selbst, an den man sich wenden will; was, wie ich glaube auf Unkenntuiß unserer Verhältnisse beruht. Denn wir haben einen constitutionellen König, der derartige Fragen an das verantwortliche Ministerium verweist, welches dann die allerhöchste Sanction verlangt. Einfach läßt sich überhaupt gegen Majoritätsbeschlüsse nicht so leicht protestiren. Sind es jedoch nur einzelne Punkte, die sich, wie man Nachweisen kann, außerhalb der Competenz der Versammlung befinden, dann läßt sich allerdings aus Grund von klaren Beweisen gegen die betreffenden Punkte Protest erheben. So könnte z. B. geltend gemacht werden, daß da daS Ministerium bei mehreren Gelegenheiten, wie z. B. im Ministerialerlasse an die KaschauerGemeinde, nur das Iudenthum auf dem Standpunkte deö *]nj/ jrfrtf kennt und anerkennt, so würden die Worte des Ministers, daß der Congreß keine religiöse Fragen zum Gegenstände seiner Berathungen haben dürfe, folgerichtig auch nur im Sinne des "jny tnbtsr aufgefaßt. Nun fragt es sich, wenn 3? "er es ist, der uns Aufschluß darüber gibt, was ja und nicht „religiöse Frage sei", wie konnte es kommen, daß im Congresse darüber berathen wurde, ob man oder etwas anderes als Basis anerkenne? Ist diese Frage vom Standpunkte des w keine religiöse? — Die Congreßliteratur wurde vor einigen Wochen (in den nv2-Tagen) abermals mit einer „Erscheinung" bereichert. „Ein ernstes Wort" über den Congreß von A. K. in S. A. Ujhely. Früher ein M. Zs.-Mann, nimmt der Verfasser von seiner srühern Laufbahn . Abschied. M. Zs. hat auch durch die heftige Polemik gegen Herrn Beutum, der bekanntlich der engern 'Hildesheimerpartei angehört, viele seiner Freunde verloren. Isr. Köz. ist der alte Schläfer geblieben. Zum Schlüsse noch die Nachricht, daß viele der vornehmsten jüdischen Einwohner Pesth's ein großartiges Album verfertigen lassen, das mit Unterschriften versehen an — Dr. Hildesheimer alö Zeichen der Anerkennung seiner großen Verdienste um das Iudenthum überreicht werden soll. Nächstens Näheres darübet! Holland. Amsterdam. Dtr König von Holland hat den Herrn Dr. Davids von hier zum Ritter des niederländischen LöwenordÄis und den Herkrt A. Werthheim von hier zum Offizier des EichenkronenvrdrnS ernannt. (N. I. W.) England. LONdON. Sir Moses Montefiore hat gleich nach seiner Rückkehr nach England 100 L. (1200 ll.) für die nothleidenden Glaubensgenossen in Kowno (Rußland) gegeben. Asien. Bombay Die „Army and Navy Gazette* berichtet, daß gegenwärtig in der Garnison zu Bombay 36 eingeborne Juden als Offiziere und 231 Juden als Soldaten unter Offizierrang dienen. Amerika. Syracus. Es ist sehr selten, daß ein Vorsänger zu politischen Ehren gelangt. Darum bringen wir mit Vergnügen die Nachricht, daß Herr Jacob Levi in Syracus zum Aldermann in benannter Stadt erwählt wurde. Feuilleton. Das Kcht der Diaspora. n. Melitta. Zn ihrem größten Kummer bemerkte Deborah, daß ihr Gatte sehr häufig betrübt und niedergeschlagen war. Ach, sie kannte nur zu gut die Ursache seiner Trauer. Zehn Jahre waren sie bereits vrrheirathet und noch ertönte keine fröhliche Kinderstimme in dem einsamen Hause! Unterdeß hatte sich das Geschäft Rabbi Gerschom'S immer mehr gehoben; er war nicht allein ein berühmter Künstler, er war auch ein reicher Mann geworden. Eines Tages wurden ihm besonders erfreuliche, gewinnverheißende Aufträge gegeben. Nachdem er seinen Laden geschlossen, das Abendgebet verrichtet und das Nachtessen eingenommen, begab er sich wie gewöhnlich in sein Studirzimmer, um im Talmud zu forschen. Aber seine Gedanken schweiften ab von dem aufgeschlagenen Buche: „Herr, mein Gott," sprach er vor sich hin, „was willst Du mir noch geben? Wa§ nützt mir Ruhm und Reichthum, da weder Sohn noch Tochter mir erwachsen, für die ich mich freudig :nühen möchte? Ach, eine lange, ununterbrochene Kette ist es, die von Adam, dem ersten Menschen, zu mir heraöreicht, soll g ter S per gi Ham i tes I scheh Abrah nes C Mosch kob's? § tigte f Worte und b, sehr, j ich die unfrud rah's, folgen. es Dir Vereins Weib, mutter Opfer an. 8 als sie sagt ge J ich ein gen. I heimfül und he ti« rnch wie bis Gattiy uer Ad tut Klnder würden und Ed Komm, err unse Ribkah' Un andacht. Ab Bitte n Nathe l .*) : 9arme de auch nich