Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 17 (28.4.1869)
- Date
- 1869-04-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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3-äl werden, und werden dieselben am 1. November d. I. | men-Jnstitutes in Wien vom Schuljahre 1867—1868. bezogen werden. j Im abaelani-n-n Jahr^ xauxic ule Anzahl der Zög- Die Administration der Stiftung beabsichtigte, iinge um 12 vergrößert; von 80 Zöglingen wurden t>em Vernehmen nach, schon in diesem Frühjahr die j u. z. 6 Knaben und 5 Mädchen, als aus gebildet ent- Wohnungen zu vergeben. Statutarisch soll das Stift j ^ssey, zum Beginne des Schuljahres aber 23 Zögzu 2k mit Christen und ik mit Israeliten beseht wer-! l"ige ausgenommen. Die finanzielle Lage ist eine den. — Es ist, wie wir vernehmen, die Absicht, die! befriedigende; die Einnahmen betragen 24,991 fl. 28 größeren Wohnungen vorzugsweise mit Eheleuten : Er.'Iie^Ausgaken 23,305 fl. 14 fr., so daß noch ohne Kinder, oder mit Wittwen mit einer erwachsenen! kin Caffa-Saldo von 1686 fl. 43 kr. verbleibt. Tochter oder Verwandten zu besetzen, die 12Wohnun- , Wien. Seitdem nach dem neuen Religionsgegen, aus Wohn- und Schlafzimmer bestehend, theil-! setze der Uebertritt von einer Religion zur andern erweise an zwei Personen weiblichen Geschlechts, die 4 j laubt ist, haben in Oesterreich 167 Personen ihre Reli- Wohnungen', welche aus nur einem Zimmer bestehen,! gion gewechselt und unter diesen sind 113 zum Judenan je eine einzelne weibliche Person zu vergeben.! thum übergetreten. Bedingung für die Aufnahme ist, abgesehen von moralischer Führung, der Besitz eines entsprechenden HausratheS und der Nachweis der nach dem Ermessen der Administration erforderlichen Existenzmittel. — Zur Aufrechthaltung der Ordnung wird seiner Zeit den Aufgenommenen ein Exemplar der „Hausordnung" eingehändigt werden, welcher jeder Stiftbewohner unbedingt sich zu fügen haben wird. Ein offenes Geschäft in den Räumlichkeiten der Stiftung zu betreiben, ist den Bewohnern nicht gestattet. Nach dem Willen des Stifters sollen bei der Besetzung diejenigen Personen vorzugsweise berücksichtigt werden, welche, den gebildeten «ständen angehörend, aus besseren Verhältnissen unverschuldet zurückgekommen sind, und die, keinesweges von allen Existenzmitteln entblößt, vorzugsweise in der Befreiung von der Sckrge für Miethe eine große Erleichterung und Wohlthat erhalten. Solchen, den besseren Ständen angehörenden, ehrenwertben Hiesigen, für welche in unserer Stadt verhältnißmäßig am wenigsten gesorgt ist, ein behagliches Asyl für ihre späterer! Lebenstage in dem Stifte zu bereiten und dadurch ihre Sorge um die Zukunft zu erleichtern, ist des Stifters Wunsch und edle Absicht. Es ist, wie uns mitgetheilt worden, bereits eine beträchtliche Anzahl von Gesuchen um Aufnahme bei der Administration eingegangen. Oesterrerchischer Kaiserstaat. S&ittt, 18. März. Se. Majestät der Kaiser hat den Banquier in Triest, Karl Markus Morpurg o <lls Ritter des Ordens der eisernen Krone dritter Claffe, den Ordensstatuten gemäß in den Ritterstand mit dem Prädicate „von Rilma" allergnädigst zu erheben geruht. Wien. Vor uns liegt der fünfzehnte Bericht des allgemeinen österreichischen israelitischen Taubstum- J Lemberg, 7. April. Jedes Jahr, gewöhn-! lich in der Charwoche, ist Galizien der Schauplatz von Zudenkrawallen. Daß ein guter Theil. un-! ssrer Geistlichkeit keinen geringen Antheil an diesen j Vorgängen hat, wird derjenige leicht einsehen, der die - in dieser Zeit gehaltenen Predigten hört. Da wird! Alles, was Jude und jüdisch ist, beschimpft und ver- : höhnt. Was Wunder, daß unser leicht erregbarer i Pöbel die ihm bei dem Gange aus der Kirche begegi nenben Juden beschimpft, ja oft mißhandelt. Wenn j nun der ungerechterweise Mißhandelte sich dies nicht j gefallen lassen will, ist der Krawall fertig. Das ist! in Galizien Landessitte. Zn diesem Jahre aber treten I derartige Vorkommnisse mit einer solchen Vehemenz und so häufig auf, daß man unwillkürlich auf den Gedanken kommen muß. man habe es nicht mit zufällig entstandenen Krawallen, sondern mit wohlüberlegten Excessen zu thun, welche als Proteste gegen die im vorigen Jahre vollendete Gleichberechtigung der Juden im Staate und der Gemeinde in Scene gefegt wurden. Den Reigen eröffnete in diesem Jahre das Städtchen Iaroslau bei Gelegenheit des berüchtigten Judashenkens am Gründonnerstage. Von da aus verpflanzte sich die Kampflust in die benachbarten Städte Rzeszow und Przemysl, wo es einige Tage später zu bedeutenden Schlägereien zwischen der christlichen und jüdischen Bevölkerung kam. Heute war wieder Lemberg der Schauplatz eines solchen Excesses. Nach Berichten von Augenzeugen war die sichtbare Veranlassung zum Excesse ein Etiquettenstreit zwischen einem hiesigen Bürger und einem Juden, weil Letzterer ni($t ausweichen wollte. Die Christen nahmen für ihren Glaubensgenossen, die Juden für den ihrigen Partei. Don Beschimpfungen ging man zu Thetlichkeiten über und es mußte Militär ausrücken, umdie Kämpfenden auseinanderzubringen. Viele Verwundungen, und einige sogar lebensgefährliche, sollen vorgekommen sein. Lemberg, 7. April. Die Judenhetzen, deren Schauplatz die Stadt Iaroslau zu wiederholtenmalen