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Der Israelit · 1869-04-28 · Heft 17 (28.4.1869) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 17 (28.4.1869)
Date
1869-04-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Micht Pecking mit seinm Wunder«, nicht London nnt seinem Welthandel, W^neuerstandent, kaiserlich prächtige Paris, nM die alte ewige Roma, selbst nicht das. wunderherrliche Meapel.—. sie alle halten den Vergleich nicht aus mit der glanzvollen StgdH, die am Ufer dreier Meere stch hinausdehnt in diese, bezaubernd und entzückend den, der das prächtige Stambul zum ersten Male schaut. Und doch, was ist die heutige Residenz des Sultans gegen die Stadt, die einst die Metropole der östlichen Hälfte des römischen Weltreichs gewesen? „Diese Hauptstadt" sagt Benjamin deTudela, er Konstantinopel besuchte, als es noch der Mittelpunkt des oströmischeu Reiches war, „ist die Königin der Städte; sie nimmt jedes Jahr die Steuern der Ünterthauen des oströmischen Kaiserreichs in sich auf; ihre großen Paläste sind voll Seide, Purpur und Mold; man sagt, daß Konstantinopel an jedem Tage seinem Kaiser 20,000 Goldstücke zahle, welche man als Steuer erhebt von seinen Läden, Gewölben und Märkten, py» den Kaufleuten aus Persien und Aegypten, aus Rußland und Ungarn, aus Spanien und Italien, die zu Lande und zu Wasser bierberreisen nach der Hauptstadt der Welt." In diese Blüthezeit Konstantinopels fällt unsere Geschichte. Der Mitkaiser Johann ZimtseeS war im Jahre 976 der gewöhnlichen Zeitrechnung gestorben und hatte den beiden Söhnen des verstorbenen Kaisers Roman Ä.v B af i l und-K o n st a n t in, den AlleinbesttzdeS Thrones überlassen. Während Konstantin, HMttL Namens htv-Achte, sich einem behaglichen Wohl' kfctt' urü> Zerstreuungen aller Art überließ, ergriff Bafil II. mit kräftiger Hand die Zügel der Negierung. Klng wußte er alle Schmarotzer vom Hofe zu entfernen; er verstand es, die Heerführer Leo Bardanes und Leo Phocas, die den beiden Brüdern den Thron HiStig machen wollten, unter fich zu'entzweien und sh Beide zu verderben. Siegreich bekämpfte er die Feinde des Reichs und schlug die Bulgaren aufs Haupt. Unter seiner kräftigen und weisen Regierung herrschte im ganzen großen Kaiserreiche Friede und Wohlstand, namentlich in Konstantinopel. Wer nicht allein der Sitz des ReichthumS und her Pracht war Konstantinopel zu jener Zeit, sondern glich Kuyst und Wissenschaft blühten dort. Während das Abendland durch die Völkerwanderungen, durch die Eroberung-- und Zerstörungszüge roher Nationen in . Barbarei versunken war, hatte sich hier die griechische Cultur, die hellenische Wissenschaft erhalten. Zahlreiche Gelehrte und Kaufleute lebten mber östlichen Mupkstabt; unter ihnen nahm Sin Jude,Mabbi Oe r s ch o m ben Jehuha, der Franke genannt, einen hohe« Rang «n. -Er warrin Gold- und Sttbkrarbeiter, mid die -Kunstwerke, vie aus seiner Merkftäste Herd ergingen, wurden besonders geschätzt. .f,: Rabbi Gerschom war zu Metz in Frankreich -geboren. Schon in früher Jugend widmete er sich mit großem Eifer dem Talmudstudium , .das durch Anregung der großen Weisen von Mainz, der ChachrrrS Magenza, in ganz Lotharien — jonannte man damals die links vom Rhein liegenden Länder, ein Name, der noch heute in „Lothringen" wiederklingt — eiftigst betrieben wurde. Bald führte die Sehnsucht nach den großen Weisen von Mainz den junge» Gerschom nach dieser Stadt, wo damals Rabbi Kalonymos aus Lucka (der Dritte dieses Namens), der Verfasser vieler Festgebete und anerkannter Rechtögutachten (Teschuboth) als Rabbiner wirkte; ihm st-yd Rabbi Abun zur Seite, den man noch heute „dm Großen" nennt; auch Rabbi Jehudah, der Stammvater des berühmten Rabbi Elasar von WormS, und die beiden gelehrten Brüder Rabbi Jekuthiel und RaW Jthiel. Als Rabbi Kalonymos von Lucka Mainz verließ, um nach Frankreich zu gehen, da trat an hie Spitze des Rabbinats vo.n Mainz Rabbi Lion > $6« die Zeitgenossen als einen wunderbaren, ausgezeichneten Gelehrten (Muphla) rühmen. Zu seinen Fü^en saß Rabbi Gerschom und trank mit Durst aus tzem ihm gebotenen Becher der Weisheit. Das Talmudstudium war in jener Zeit noch tausendmal schwieriger als in der Gegenwart. Map besaß damals gar keine Hilfsmittel — nur der Lehrer vermochte Aufschluß zu ertheilen. Damals hatte Rabbi Schelomoh JizchaA (RMU Noch njcht stittsnMtvollen Commerttar gefchrrebm7" »och hatte RabRM»- than von Rom nicht seinen Aruch, sein talmuMcheS Lexicon, versaßt, noch hatte Rabbi Jizchak Phaßi Mht seine maßgebenden Halachoth geschrieben, noch hsttm Raschi'S Enkel, die Baalö Toßaphot, ihre scharfsinnigen Erläuterungen zum Talmud nicht ans Licht treten Wen, noch hatte nicht MeimynideS den ganzen ungeheuren talmudischen Stoff in ein System gebracht, noch konnten nicht die Werke eines R. Salomon Len Adereth, eines R. Ascher ben Jechiel die Augen der Lernende» erleuchten, noch hatten Nicht Rabbi Salomon Lttrja und R. Samuel JdeleS dm Talmud kritisch erläutert, noch hatten nicht R. Jakob ben Ascher, R. Mtzse» Jfferles den Tisch gedeckt (Schulchan Aruch), an hm sich der Lernende heutzutage bequem setzen kann, stm sämmtliche Halachoth nur einzunehmen — all die Hilfsmittel, über die unsere Zeit gebietet, gab es noch nicht; kein Compaß, kein Ruder, kein Steuer führten den auf dem Meere des Talmuds Schiffenden zum sicheren Ziese. Was man fernen wollte, mußte man vom Lehrer lernen; ohne die unmittelbare Letmna des Lehrer« war der Lernende rathka« _ . ' Als nmi'Rabbi Gerschs« zu dm Füßm seiner

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