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Der Israelit · 1869-04-14 · Heft 15 (14.4.1869) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 15 (14.4.1869)
Date
1869-04-14
Page
– (sequence 19)
Language
German
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gen zu finden glaubt; sein Verfahren bleibt nämlich durchweg immer dasselbe: was er als Stütze für seine Träume ansieht, erhebt er und rühmt er über die Maßen; auch die Boraithoth, die er sonst ohne alle Bezeichnung anführt, werden bei ihm sogleich zu „ alten Boraithoth", sobald sie ihm als Beweise für seine Entdeckungen zu dienen scheinen, um einen Vers aus der Schrift auszumerzen, oder eine alte Halachah umzustoßen. — Duran schreibt nämlich: „Es ist nirgends ein Grund dafür angegeben, warum gerade Simon mit dem Beinamen des Zaddik, vor allen andern Tanaim, welche doch auch ftomme Männer waren, beehrt wurde." Aber nur dieses führt G. an, während er den Nachsatz ausläßt, in welchem es deutlich heißt: „Es scheint, daß das ganze Volk ihn so genannt hat, weil er in seiner Zeit der Frömmste war".*) Dies aber ist das Richtige; diese Bezeichnung im DolkSmunde reicht hin, uns zu zeigen, daß gerade seine Frömmigkeit besonders groß gewesen ist. Nennt uns ja die hl. Schrift den Noah" als einen vollkommen frommen Mann, ohne uns etwas von seinen frommen Thaten zu erzählen; — oder war auch Noah vielleicht ein Zadokrie? Dies aber nur in Betreff des Speciöllen von Si- Mon. Jedoch die allgemeine Annahme, die G. aufsiellt, daß der Nachkomme Zaddoks Zaddok (pns) genannt wurde und dessen Benennung in Zaddik (pns) sich umwandelte, sobald er zugleich Herrscher war, muß Jeden befremden, der nur irgend mit der Bildung der Eigennamen und Eigenschaftswörter in der hebräischen Sprache bekannt ist. Jedes noinen gentilitium wird bekanntlich gebildet,'indem dem Eigennamen ein ' angehängt wird, wie z. B. ’jmso, na, von Rüben, von Gad abstammend; nur bei fehlt das Jod in dem daraus gebildeten u. g., weil das Wort selbst schon auf ein Jod endigt. Müßte also der der Familie des pns Angehörende nicht nothwendigerweise 'pns heißen? Und sollte ein solcher wirklich »pvis geheißen haben, wie konnte sich alsdann dieses Wort in pns umwandeln, ohne daß das ursprüngliche Jod an seinem Platze geblieben ist? Das Wort pnL selbst aber gar in der Bedeutung Herrscher aufzufassen, wie es G. versucht hat, und wie er dem Worte pns die Bedeu- *) In der neuerdings durch den Verein Atekize Nird. herausg. Peßikta, erkl. v. S. Buber, findet sich auch die in Misch. Parah berichtete Erzählung, daß S. zwei rothe Kühe hergerichtet habe mit einem Zusatz, der das ganze G.'sche Gebäude über den Haufen wirft. Wir haben es hier mit der ältesten Hagada zu thun, auf welche ein nicht geringes Gewicht zu legen ist. Es wird den Hohenpriestern vorgeworfen, daß sie nur aus Prunksucht so große Ausgaben für die Herrichtung des Laufstegs der rothen Kuh gemacht hätten O't* o>Snt cbi). Nun wird aber auch Simeon unter denen genannt, die viel Geld für einen Laufsteg verausgabt haben, und daher entgegnet me '»sc p»7S ififj'iuj wnb -jb »21? und geantwortet, daß S. nur aus reiner Absicht so gehandelt habe. (Abschn. Parah 40 a.) Hieraus sehen wir deutlich, wie der Talm. das Epitheton p'?r auffaßt. -S. tung von Gewalt und Herrschaft vfndiciren wollte, ist doch wirklich gär zu abenteuerlich, wie wir bereits »achgewiesen haben. (S. 0. d. eiul. Worte.) S. 31 f, berichtet G. nun weiter: „Allein Lei all seinem Eifer für den Priesterdienst legte sie (die Tradition) ihm doch eine Abneigung gegen die übertriebene Enthaltsamkeit bei, welche mit dem Nasiräätgelübde übernommen wird , und berichtet, er habe nie von dem Schuldopfer gegessen, das nach Ablauf des Nasiräats dargebracht wird , mit einer einzigen Ausnahme, wo er durch besondere Umstände dieses Gelübde gerechtfertigt fand. An diesem letzter« Umstande haben wir fast den einzigen Characterzug aus seinem Leben.. Dm Hergang dieser „einzigen Ausnahme" berichtet G. nicht, hat sie ja auch für ihn hier an diesem Platze keinen W-wth, da sie nichts für seine neue Art und Weise, den Namen pns zu erklären, beweist. Doch soll ihm dieser ganze Bericht beiläufig als Handhabe dienen, dem babylonischen Talmud etwas am Zeuge zu flicken, der ihm mit dem jerusalemischen Talmud im Wiederspruch zu stehen scheint. Will er doch dadurch einen Beweis für seine Meinung bringen, daß „die hoch überschätzte babylonische Gemara auf die Stufe versetzt werden müsse, die ihr gebübrt, als dem jüngsten nach bestimmten Voraussetzungen umgewandelten Producte, als einem neuen Werke, das mit Unrecht den Anspruch erhebt, der treue Mund des grauesten Atterthums zu sein," wie er sich kn der Vorrede zw seiner „Urschrift" (S. IV) äußert. (Schluß folgt.) Eine traditionrüe Regel. E i s e n st a d t, im Adar 5629. Bekannt sind die differirenden Meinungen zwischen D\v:n iit einer Frage, deren Wichtigkeit so bedeutend ist, wie vielleicht keine zweite in dem Gebiete jüdisch theologischer Wissenschaft, da sie bis in die Tiefe der p"mn hinab steigt und von da die dem beschränkten menschlichen Geiste verhüllten Wahrheiten an's Tageslicht bringt. Diese zwei own sind dxppw' *p nn:n. »di» n"a, die in der Aufzählung der nnp, die zur Erklärung der nmn dienen, von einander abweichen. 'P? -)"□ rr"n rechnet zwei und dreißig solcher ntrnj minn. nnp nnp, während bxypttn n bekannterweise deren nur dreizehn aufzählt nnp .nama rrunn In der Einleitung zum ninnsn ‘d versuchte der pjipr K'"-i den Grund dieser Differenzen nachzuweisen und die Richtigkeit seiner Beweise war mir auch einleuchtend, bis zu dem Abschnitte, in welchem er von stpnvu spricht. Daß sich y.pnsu unter den von 'n Pötypsp» aufgezählten 13 nnp nickt vorfiudet, rechtfer-

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