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Der Israelit · 1869-04-14 · Heft 15 (14.4.1869) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 15 (14.4.1869)
Date
1869-04-14
Page
– (sequence 18)
Language
German
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bet jüdischen Nachwelt verblieb, Simon, auf den dahep dir Volkssage alle einzelnen verherrlichenden Erinnerungen aus dieser ganzen Zeit zusammenhäufte, heißt demnach auch immer in den späteren Erzählungen Simon Ha-Zadik. Das heißt nicht Simon „der Gerechte", wie es freilich bereits Iosephus verdolln etschte, sondern eben Simon der Fürst aus dem Hause Zadok." Ruhen wir hier ein wenig aus, um den Scharfsinn des Verfassers zu bewundern! Iosephus, der noch vor der Zerstörung des Tempels lebte, in Jerusalem selbst lebte, in dessen Tagen die Seete der Sadducäer Nock weit verbreitet war, der auch Priester angehörten. die ihm doch ihren Ursprung mittheilen und die Bedeutung ihres Namens erzählen konnten — Iosephus weiß von allem dem nichts und überseht das Epitheton pmL durch öixaiog, d. h. der Gerechte, der Fromme, nicht der Zadckite und Herrscher, und alle alten Mischnajoth und Boraithoth wissen nichts davon: bis dieser Entdecker entstanden, tiefe Geheimnisse an'S Licht gebracht und ihm, dem Simon, feine Ehre und seinen Ruhm genommen hat. Unwahr ist es, was er geschrieben, das Wahre hat er in Falsch verdreht und zu dem Zwecke Verse aus der hl. Schrift entstellt. Das ist nur aber eine von all den Entstellungen des Vers. Doch mußten wir zu unserm Leidwesen vernehmen, daß sonst Vernünftige und Redlichdenkende, die den größten Theil von dem, was G. in diesem Werke geschrieben, von sich weisen und als falsckanerkennen, gerade dieses allein, die Bezeichnung des Simon als pmrr als von den Sadducäern herrührend, als richtig und wahr anseben. Nur weil diese Bezeichnung dem Zeitgeschmäcke entspricht, weil Schlagwörter der Zeitungsblätter „Aristokratie", „Patrizier" bei dieser Erklärung mit unterlaufen, die dem heutigen Lesepublikum schmeicheln, darum hat diese Auslegung Beifall gefunden, ohne daß man sich die Mühe gegeben' hat, die nichtigen und falschen Beweise sich etwas näher anzusehen. Doch eine kleine Untersuchung wird die Hohlheit dieses ganzen Räsonncments darthun. Wenden wir uns nun wieder diesem .Gerechten" (p*~s) zu, der unter der Feder des Herrn G. ein Herrscher von den Nachkommen Zaboks geworden! Er selbst führt den Iosephus an, der das Attribut des Zaddik, das dem Simon gegeben wird, aus seiner Gottesfurcht und seinen wohlthätigen Handlungen gegen seine Mitmenschen erklärt. Dies aber genügt ihm nicht', weil Iosephus keiner verdienstlichen That von ihm gedenkt, und dennoch bringt er nachher viel, was unsere Weisen von ihm erzählen, welche nothwendkg darauf Hinweisen, wie seine Frömmigkeit und Gottesfurcht von Allen anerkannt und gekannt war. So z. B> die Erzählung von Alexander d. Gr. (Tr. Joma f. 69 b.), der sich vor ihm gebückt hat, weil er, wieer sagte, das Bild dieses ehrwürdigen Greises vor sich gesehen in den Schlachten, in denen er siegte. Dtche Erzählung allein weist ja schon dararH hin, daß er als heiliger Gottesmann verehrt worden ist. Ferner wird berichtet-, daß er zwei rothe Kühe hergenchtet «. dergl. m. *) Es genügt ihm auch nicht, was Sirach, der aller Wahrscheinlichkeit nach kurz nach Simon gelebt, über ihn sagt. An dieser Stelle schweigt er gänzlich von dem Zeugniß desselben, erst S. 33 erwähnt er seiner beiläufig in einer Anmerkung. Sirach aber sagt (Cap. 50): „Der Hohepriester Simon, Sohn des Omas, besserte die Tempeigebäude und das Heiligtum aus, erhöhte die Grundpfeiler desselben um das Doppelte, umgab den Tempel mit einer Gallerie, verbesserte durch Vermehrung der Röhren die Wasserleitung, stand wie ein Held in dem Riß seines Volkes u. s. w." Sirach erwähnt dort alle ausgezeichneten Männer in Israel, und nach Eöra und Nehemia diesen Simon, weil er zwischen jenen und diesem keinen hervorragenden Mann fand, den er besonders zu verzeichnen gehabt hätte. Dieses Alles genügt aber diesem Kritiker nickt! Nun so will ich doch fragen: wenn dieser Mann, Simon, nicht durch irgend ein Werk der Frömmigkeit und Gerechtigkeit ausgezeichnet gewesen wäre, das ihm diesen Beinamen, den des Zaddik, unter seinem Volke erworben hätte; wenn er diesen Namen nur geführt, weil er der Familie des Zadok angehörte, weil er ein „Herrscher" aus diesem Hause war: warum wurde denn gerade er nur so genannt, und nicht alle anderen Hohepriester vor und nach ihm, die doch auch Herrscher waren aus diesem Hause, wie sein Barer, sein Großvater u. s. w.? Jedenfalls muß doch G. zugestehen, daß.dieser Simon durch irgend etwas ausgezeichnet war, und ausgezeichnet war er zweifellos durch seine Frömmigkeit und seine Heiligkeit, die seinen Zeitgenossen und durch diese den Späterlebenden bekannt war. Seite 32 citirt er dessen Ausspruch Aboth I, 2. auf welchen wir später zurückkommen werden. Das. und folgende Seite bemerkt G., daß der Ausdruck „im Talmud nirgends erklärt wird, während ihn Iosephus zu erklären bemüht ist, aber mit seiner Erklärung nicht mehr bekannt, ihn mißdeutet". Also Iosephus, welcher ungefähr 400 Jahre nach Simon gelebt, zu einer Zeit, da noch Nachkommen ZadokS existirten, soll nicht mehr die richtige Bedeutung dieses Beinamen gekannt und dieselbe auch von Keinem erfahren haben, während dieser Kritiker ihn jetzt, nach Verlauf von ca. 2200 Jahren, herausgegrübelt hat!! In der Anmerkung führt er die Erklärung Duran'S zu Aboth an — den er, beiläufig bemerkt, als den „gründlichen Dura" bezeichnet. Dies geschieht aber nur, weil er in seinen Worten einen Beweis für seine Vermuthun- *) Mischnah Parah III, 5. \

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