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Der Israelit · 1869-04-14 · Heft 15 (14.4.1869) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 15 (14.4.1869)
Date
1869-04-14
Page
– (sequence 17)
Language
German
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X Jahrgang. Wissenschaftliche Äkilage)uUr.l5 des Israelit. Ans S. 3. Rappaports literarischem Nachlaß. Mitgetheilt von vr. A. Sulzbach. Don jedevl Freunde der hebräischen Literatur wird t>te Herausgabe des R.'schen Nachlasses gewiß mit Freuden begrüßt worden. Der Sohn des Verstorbenen, David Nappaport, der die Herausgabe der hinterlassenen Schriften seines verewigten Vaters -"i besorgt, führt uns in dem ersten Bande zwei Arbeiten, eine Jugendarbeit und ein Werk des Greifenalters, vor. Jene, datirt 575 (1815), mso "ij, ist ein sn einen Freund gerichtetes Sendschreiben, der, vom Cbasstdäismus- Schwindel befangen, in das Lager der Chafsidim sich begeben will. Durch Bloßlegung der Schaben bcö ChassidäiSmus will der Verf. des Briefes seinen Freund von seinem unglücklichen Wahne heilen. Bei weitem wichtiger und interessanter ist die zweite Arbeit, mn -iw, eine Kritik der Geiger'schen „Urschrift", dat. V'3"-Tn (1866). ES istbis jetzt eine eigentliche Widerlegung der Geiger'schen Schrift noch nicht erschienen, darum müssen wir uns doppelt der scharfsinnigen, überzeugenden Antikritik freuen, die die ganze Hohlheit und Nichtigkeit jener „Urschrift" in's klare Licht stellt. Wie schwindet da der Nimbus jenes hochgelehrten, scharfsichtigen und genialen Kritikers, dem schon so Diele uachgebetet haben, wenn an der Hand der Duellen uns gezeigt wird, wie er geirrt, oberflächlich gesehen, wie er niemals in die Tiefe gedrungen, falsch gelesen und falsch verstanden hat. Die „Urschrift" hat die Tendenz, eine Genesis nicht allein der Propheten, sondern auch des Pentateuch darzustellen, darzuftellen dis Entstehung dieser Bücher „in ihrer Abhängigkeit von der inner« Entwickelung des Iudenthums". Die Göttlichkeit der Thora ist vorweg damit geleugnet, sie ist ein Sammelwerk auö Schriften verschiedener Verfasser und verschiedener Zeitev, in ihnen drückt sich die jeweilige herrschende Zeitrichtung aus, sie sind der Zeitströmung zu Liebe geändert, erweitert oder beschränkt word:n. So wird nun die Geschichte in die Verse der Schrift hineingezwängt, d. h. das, was der Verfasser als Geschichte ausgibt; neue Hypothesen werden aufgestellt, die nun um jeden Preis den Schristversen angepaßt werden, so gut oder so schlecht es eben gehen will. Will daö Schristwort um keinen Preis passen, so müssen die alten Uebersetzungen herhalten: wird da eine kleine Abweichung gefunden, die die Hypothese zu stützen scheint, so wird der Uebersetzung dem Schriftwort gegenüber Autorität eingeräumt, scheint hingegen das Schristwort der Hypothese günstig, während die Uebersetzung abweicht, so wird ans das Schristwort bingewiesen und die Uebersetzung verworfen. Auch der Talmud findet Gnade in den Augen des Derf., sobald er dessen Intentionen zu entsprechen scheint, während im entgegengesetztenFalle der Talmud natürlich für die wissenschaftliche und -kritische Forschung gar nicht in die Magschaale fallen kann. Und das nennt man dann Svstem und Kritik. Natürlich kommt es bei solchem Verfahren dem Vers, nickt darauf an, ganze Partieen des gesetzlichen TheilS der hl. Schrift in eine spätere Zeit zu verlegen; was will denn das auch bedeuten? Ist die Thora nun einmal nidst göttlich, was kömmt es alsdann darauf an, ob da» eine Gebot von diesem, das andere von jenem Menschen gemacht worden? Dieses beillose und willkürliche Verfahren wird nun in vorliegender Schrift R.'s auf's Gründlichste gegeißelt, mit schonungslosem Sarkasmus und tief wissenschaftlicher Begründung wird die Nichtigkeit der G.'scheir Forschungen aufgedeckt. Es soll nun unsere Aufgabe sein, einige Partieen aus dem gehaltvollen und lehrreichen Werke R.'S in deutscher Uebersetzung — nicht in wörtlicher — mitzutheilen, um die Forschungen desselben einem größer» Leserkreise, als der eines hebr. geschriebenen Werkes ist, zugänglich zu nrachen. Wir wissen wohl, daß die Darstellung an Frische und Ursprünglichkeit durch eine Uebersetzung verlieren wird, wir wifien wohl, daß eine Wiedergabe des glänzenden MusivstylS, durch den die R.'fcke Schrift sich auszeichnet, nicht möglich ist: doch haben wir uns auch wiederum.gesagt, daß der Sache gedient werde, wenn daö deutsch geschriebene Buch Geiger's dem deutsch lesenden Publikum in deutscher Sprache als das gezeigt werde, was es wirklich ist, mögen auch einige Wortspiele und etwas Eleganz des Styl es dabei in die Brüche gehen. L Schimeon Hazadik. Nachdem G. ganz merkwürdig neue Erklärungen über und shj als „Fürst" und „Herrscher", wie auch „Her rschaft" gegeben hat, um die Hypothese, als seien die Sadducäer Anhänger der Herrscher aus der Priesterfamilie des Zadok. zu stützen, Ansichten, die R. an der Hand wissenschaftlicher Beweise in das Reich der Träume verwiesen hat, fährt er S. 29 f. fort: „Der einzige Fürst aus dieser hohenpriesterlichea Patrizier-Familie, welche im ruhmvollen Andenken bei

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