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Der Israelit · 1869-04-14 · Heft 15 (14.4.1869) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 15 (14.4.1869)
Date
1869-04-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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283 Gemeindevorständen mehr als bisher zur Geltung kommen. Freudenthat (Württemberg). Unsere Gemeinde hat einen großen Verlust erlitten durch den nach langwieriger, hoffnungsloser Krankheit am 23. v. M. erfolgten Tod unseres Mitbruders Lehmann Maier, Mitgliedes des hiesigen Vorsteheramts und Förderers der orthodoxen Bestrebungen in unserm Lande. An seinem Grabe sprach nach dem Grundsätze p'ja i’tedd nur sein Jugendfreund, der pensionirte Lehrer S. Levy von Stuttgart, etliche Worte des Nachrufs. Von Würzburg her aber war auf telegraphischen Ruf Herr Seminarlehrer Stern, früher hier angestellt, hieher geeilt, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Dieser hatte nämlich in seinem Testamente angeordnetMein lieber treuer Freund Stern soll mir die Leichenrede halten, nöthigenfalls in meinem Hause. Ich grüße ihn!" Herr Stern sprach deßhalb im Trauerhause nan D"pd non in meisterhafter Weise die Wahrheit von dem Entschlafenen, den er so genau kennen gelernt hatte. Lehm. Maier war nicht nur der reichste Mann seiner Gemeinde, sondern er ließ auch keinen Armen ohne Hilfe, keine gute Sache ohne Unterstützung. 'n Heilbronn. Am vorigen nos 5» u"' wsie jwsn hielt der hiesige israelitische Unterstützungsverein für durchwandernde Armen seine sechste sährliche Generalversammlung, in der Lehrer Löwenstein im Auftrag des Ausschusses die Berichterstattung über die Thätigkeit dieser nny man übernahm. Es ergab sich eine Einnahme von 1879 st. 48 kr., aus den erhöhten regelmäßigen Beiträgen und Sstenden der 105 Mitglieder des Vereins und eine in 1102 Armengaben und kleinen Verwaltungskosten bestehende Ausgabe von 1686 fl. 16 kr. der kleine Ueberschuß wird vorläufig verzinslich angelegt. Die meisten Armen kommen aus Rußland, Oesterreich, Ostpreußen und den Rheinlanden; der Inländer sind eS nur wenige. Die Portionen bewegen sich in der Skala von 1 bis 5 Gulden und sind nach Gebrechlichkeit, Alter, Familienverhältnissen und Entfernung normirt. di dr< d'BVv Außerdem wurden in hiesiger israelitischer Gemeinde eine Hauscollecte für die armen Glaubensgenossen in Westrußland veranstaltet und in den öffentlichen Localblättern auch die Christen zu Beiträgen animirt, die Herr Rabbiner vr. Engelbert und einige btü ’tya , eincasstren und annehmen. Es sind bereits nach Mej mel und nach Königsberg 275 Thlr. abgesendet! worden. Noch fließen Gaben für diesen Zweck, welche den anderen Hilfscomitös in Lyck re. rc. zugehen werden. Möchte diesen Armen nachhaltig geholfen werden können! Wäre nicht Auswanderung und Uebersiedelung zu organifiren und zu unterstützen, damit diese Bevölkerung aus eigener Kraft sich, erheben und erhalten kann? du izoV ny iansp srtzi." IAeberOetteu Die Confirmationsfrage hat den Herrn M. Thalheimer hier zu einer Berichtigung in der Landespresse veranlaßt, damit man i"n nicht meinen möge, er sei ein principieller Gegner dieses heiligen Instituts, wie sein Kampfgenosse A. Selz, der den Act für D'ttn npin hält. Er, Thalheimer habe nämlich blos 1866 seine Tochter nicht confirmiren lassen, weil sie in jenem alle 46 umfangreichen Fragen hätte allein memoriren und beantworten müssen, was ihm für seine Tochter eine zu schwere Aufgabe zu sein schien. Thalheimer hat aber, wie eS einem Neugläubigen geziemt, weder gegen die Strafe noch gegen die Oberkirchenbehörde rekurirt, vielmehr im Jahre 1867 seine Tochter nachträglich confirmiren lassen nna1? rD’jsn1?. Mit diesem Geständniß eines Anhängers „der neuen kirchlichen Einrichtungen im Judenthum" erinnern wir uns an eine besondere theatralische Seite manches Confirmationsactes, nämlich daran, daß nachdem die Kinder eine Zeitlang memorirt haben, die Fragen Unter die Schüler so vertheilt werden, daß ein jeder weiß, welche Antworten an ihn kommen und sich dann weiter um die übrigen Fragen nicht mehr bekümmert. Fehlt dann einer der Schüler am Confirmationstage, so kann das Stück entweder gar nicht aufgesührt werden oder es fällt die Rolle des Ausbleibenden ganz aus. Den Werth eines solchen Religionsunterrichts — resp. der Religionsprüfung kann sich daraus jeder selbst abstrahiren. Wir hätten übrigens gewünscht, daß in dem jüngsten Berichte über den ConsirmationSconflltt (Israelit Nr. 10) die Cvnfirmation selbst einer Kritik unterworfen worden wäre, z. B. die erste Frage dabei, nach der man meinen kömrte, man bekenne sich eben jetzt erst zur mosaischen Religion und die schließlichen Schwurfragen an unmündige Kinder, die jedesmal großes Aergerniß bei jedem denkenden Jehudi erregen u. drgl. m. — ES soll neuestens ein Generalerlaß der Qberkirchenbehörde an die Rabbinate erschienen sein, wonach renitente Eltern ermahnt und ihnen die nachtheiligen Folgen vorgestellt werden sollen, denen sie ihre Kinder auSsetzen, wenn sie dieselben der Segensquelle entziehen, welche aus der Confirmation hervorgehe. Von der polizeilichen Maßregel ist man hienach zu dem erlaubten Mittel kirchlicher Disciplin zurückgegangen. Bei den Orthodoxen wird es wohl heißen: „Höret, ihr Herren, laßt euch sagen!" Zupiouti sat! Oesterreichischer Kaiserftaat. Lemberg. In dem Dorfe PadwalatschiSki, in welchem ein kleiner Fluß fließt, in den sich daselbst zwei kleine Bäcke ergießen, entstand vor Kurzem plötzlich eine große Ueberschwemmung. Eine jüdische Frau

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