Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 15 (14.4.1869)
- Date
- 1869-04-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Jen eines d« fraglichen Metzger arg enttäuscht jwerden. Derselbe ließ sich nämlich Vergehe«,, terephah Fleisch dadurch in das Säckchen einzuschmuggeln, daß er dieses bei einer früheren Lieferung unten auffchnitt und deßhalb das Siegel unberührt lassen konnte, letzteres nun wieder benützte und nach Hineinbringen des Fleischeda- Säckchen wieder zunähte. Glücklicherweise wurde da- Fleisch sofort von dem Empfänger als „ungeporscht" erkannt und so der Frevel an den Tag gegebracht, für den sein Urheber van der Behörde (isr. Cultus-Vorst.) eine entsprechende, übrigens sehr gelinde Strafe erhielt. Wie durfte es jener Metzger aber wagen, ein früheres Siegel zu benutzen? Gewiß nur in der Ueberzeugung, daß — wie wohl die Meisten bisher gethan — die Empfänger sich damit begnügen, überhaupt ein Siegel an dem Säckchen zu sehen, ohne auck dafür zu sorgen, daß dieses Siegel vor ihren Augen ausgelöst werde, um vor Mißbrauch bewahrt zu sein. Seit jenem Vorfälle geht man nun auch Seitens der Confumenten sehr vorsichtig zu Werke, um fernere etwaige Fälschungen — deren wohl schon viele unentdeckt geblieben sein mögen — zu verhüten, und auch wir glaubten die Sache in diesem Organe des orthodoxen Judenthums veröffentlichen zu sollen, damit auswärtige Leser, in deren Gemeinden etwa den hiesigen ähnliche Fleischanstalten bestehen, im Interesse der Religion sich ebenfalls vor solcher Hintergehung bewahren, »jpj nnnDJD pa’ »d nww. Berlin, im April. Am 30. v. M. hat der Verein für jüdische Handwerker und Künstler zur gegenseitigen Unterstützung in Krankheitsfällen seine General-Versammlung abgchalten. Es war dies die 24. Versammlung und steht somit der Verein mit dem k. I. niJ,K der Feier seines 25jährigen Bestehens entgegen. Eö war im Jahre 1845, als der Gürtler und Bronceur Halle im Verein mit dem Hof-Kunst-Schloffer Arnheim und noch 9 anderen ehrwerthen Männern zusammentraten, um die in Rede stehende Gesellschaft jüdischer Handwerker und Künstler rc. zu begründen. Von okdnnngSmäßigen Statuten geleitet, von Männern voller Hingebung und Treue für die edle Sache des Vereins verwaltet, besonderaber auch durch die Ehren- Mitgliedschaft vieler Honoratioren subventionirt, war der Verein im Stande', in jedem Jahre recht Erkleckliches zu leisten. Seine Einnahme betrugen am Schlüsse de- Jahres 1868 an Beiträgen der Ehren- und der ordentlichen Mitglieder, wie an Zinsen von den 5725 Thalern betragenden Fonds der Gesellschaft die Gefammtsumme von 1409 Thaler 26 Sgr. 6 Pf., während die Ausgaben in Krankheitsfällen, wie die Unterstützungen zu Badereisen und die Verwaltungskosten eine Summe von 1330 Thlr. 20 Sgr. erforderten. Die Ausgaben der mit dem Vereine verbundenen HUfSanstalt für Wittwen und Waisen betrugen im j vorigen Jahre 624 Thlr., während die Einnahme« ' 645 Thlr. 16 Sgr. ergaben. Auch diese Anstalt hat! bereits den ansehnlichen Fonds von 6103 Thlr. 14! Sgr. 6 Pf. gesammelt. Der Verein zählt jetzt 214 j Ehren - und 254 ordentliche Mitglieder'. Unter den | Letzteren befinden sich 1 Architekt, 12 Buchbinder, 7 Buchdrucker, 3 Bäcker, 4 Conditoren, 2 Bildhauer,! 6 Cigarren-Arbeiter, 6 Drechsler, 7 Färber, 1 Flei-! scher, 1 Friseur, 5 Gürtler und Bronceur, 2 Gelbgießer, 5 Juwelier und Goldarbeiter, 2 Graveur, 7! Glaser, 1 Heilgehilfe, 10 Kürschner, 8 Klempner, 7 j Lithographen, 3 Lohndiencr, 5 Mützenmacher, 3 Mau-! rermeister, 6 Maler, 1 Musikus, 1 Metall-Buchstabenl Fabrikant, 3 Nadler, 2 Lederarbeiter, 2 Mechanikus> j 2 Lickt- und Seifen Fabrikanten, 14 PosameNtirer, 7 I Schlosser, 20 Schuhmacher, 4 Sattler, 2 ^chriftstein- I Hauer, 1 Steinpapr - Fabrikant, 1 Seidenwirker, 41 Schneider, 10 Tapezierer, 1 Töpfer, 14 Tischler, 2 I Tuchstopfer, 7 Uhrmacher, 5 Weber. 1! Berlin, im Nissan. Während des Peßach-! festes erhielt «in hiesiger Mann Bier zugeschickt;; er ging zum Rabbiner vr. Aub. um eineSchaaloh j zu machen. Herr Rabbiner vr. Aub paßkente, der Anfragende soll das Bier in seinen Keller legen lassen; nach Peßach dürfe er es trinken!! — Wenn es verlangt wird, bin ich bereit, den Namen deö Betreffenden zu nennen. — Dieser Herr Rabbiner Äub gibt unfern Schochtim ^md überwacht unsere religiösen Institutionen!!! Mein Liebchen, waö willst Du noch mehr? vr. M. Italien. Turin. Banquier Ottolcnghi in Turin wurde zum Richter am Handelsgerichte ernannt. Schweden. Stockholm. In Schweden hat unter der anspruchslosen Benennung „Thilda's Testament" eine kürzlich in dem Alter von 38 Jahren verstorbene unverheirathete Dame ihr Vermögen, das sich auf 2*/9 Millionen belaufen soll, zu einem nützlich!» Zwecke bestimmt. Die Zinsen sollen nämlich zur Stiftung einer Schule für israelitische Kinder in Göteborg verwendet werden; der Unterricht soll außer den gewöhnlichen Wissenschaften die schwedische, deutsche, französische und englische Sprache umfassen; außer den erforderlichen Hilfslehrern werden 7 bis 6 kompetente Lehrer angestellt, die Zahl der Zöglinge ist beinahe unbegrenzt; diejenigen, welche die Mittel dazu haben, sollen jährlich 200 Thlr. erlegen, die übrigen aber freien Unterricht genießen.