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Der Israelit · 1869-04-07 · Heft 14 (7.4.1869) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 14 (7.4.1869)
Date
1869-04-07
Page
– (sequence 18)
Language
German
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266 jahre geschrieben hatte. Es war also in seiner Jugend schon von ihm zu erwarten, daß er nicht der letzte in den gottgeweihten Reihen sein wird. Er hat füglich hoffen dürfen, zumal in jener Zeit, wo noch auf Innern Gehalt und Kern gesehen wurde, daß er gewiß die rabbinische Würde in einer großen Gemeinde wird bekleiden können. Der Verblichene aber, ein echter Schüler unserer Weisen, beherzigte den Ausspruch derselben ,,nu2*in na ajan roabcn na 2.1a", und ging rur Zeit, als die Augen seiner großen Lehrer Din: '■> 5"i vtrajnD und y'i 2^ 'n mit Bewunderung auf ihm ruhten, dreimal in der Woche zu einem Uhrmacher in die Lehre. Was er in der übrigen Zeit machte, das wird der geehrte Leser wohl errathen. Da saß er zu den Füßen jener großen Lehrer, deren Worte er mit Begierde einschlürfte. Es konnte sich freilich bei ihm das Sprichwort nicht bestätigen, „die Profession hat goldenen Boden"; denn er arbeitete nur so viel, als er für nothwendig fand, sich den kümmerlichsten Lebensunterhalt zu verschaffen; die übrigen Tagesstunden sowie die Nächte widmete er um so eifriger und anhaltender den Thorastudien. So verbrachte er den größten Theil seines Lebens in stiller Zurückgezogenheit, unberührt von den Bewegungen der Zeit, nur der rmn obliegend, in der allein er seine Welt fand, die aüoin ihn erfreute in der Noth und in den drückenden Verhältnissen, in welchen er lebte. Seine Größe und immense Gelehrsamkeit wurde hier aber bald allgemein anerkannt, so daß vom hiesigen Rabbinate selten eine Entscheidung ausging, ohne daß er früher zu Rathe gezogen worden wäre. Als vor einigen Jahren hier die Talmudthoraschule gegründet wurde, so wurde vor Allem er berufen, um in der Oberclaffe für Rabbinatscandidaten Vorträge zu halten. Er unterzog sich bereitwillig dieser Aufgabe, aber nicht etwa um des ihm dafür sttpendirten Gehaltes willen; denn dieser war kaum nennenöwerth. Seine Absicht war vielmehr imarfti mm , um dem Gefetzesstudinm auf's Neue hier eine Stätte zu bereiten, um neuerdings hier den Sinn für die Thora zu erwecken, damit Prag wenigstens annähernd wieder das werde, was es einst war, nämlich eine alma mater für die jüdische Wissenschaft. Mit welchem Eifer, mit welcher Freudigkeit er sich diesem Berufe hingab, wird Jeder zu erzählen wissen, der seine Vorträge gehört hat, deren auch schon so oft in den öffentlichen Blättern rühmend erwähnt wurde. Seine Vorträge waren ebenso reichhaltig an Inhalt, als klar in ihrer Fassung; tief durchdacht, wie sie waren, zeigten sie stets den Hellen GeisteSblick, der in die tiefsten Tiefen der mm einzudringen vermocht hatte. So lehrte er ununterbrochen sechs Jahre, seitdem die Talmudthoraschule, besteht. Er ließ sich durch nichts stören; nichts konnte ihn veranlassen, auch nur einmal den regelmäßigen -nyv zu unterbrechen. Nun hat es der Vorsehung gefallen, ihn inmitten dieser seiner segensreichen Wirksamkeit von dieser Welt ny "rid abzuberufen. Er starb nach einem acht Wochen dauernden Krankenlager an der Wassersucht in einem Alter von 62 Jahren. An seinem Sarge sprachen die größten Talmudisten, die wir hier noch besitzen -ums bamar 'n 2nn und vdp2v tcn\i '2 2-in. Beide sprachen mit fast vom Weinen erstickter Stimme Worte, die das Herz aller Zuhörer auf's Tiefste ergriffen. -ums daivV '-t mn bat am Schluffe der Leichenrede, daß ja die Talmudthoraschule nicht aufgelöst werde, daß Jeder nach Kräften beisteuern möge, um diesen Verein, dem die genannte Schule ihre Entstehung verdankt, zu erweitern und zum Andenken an den Verewigten, demselben den Namen m» 'p'va zu geben. Um die Größe dieses Mannes, um dm wir trauern, noch bester kennen zu lernen, möge der geehrte Leser vernehmen, was tsnm 'n nV'o jvj d*?j?2j;d an der Bahre ihm nachrühmte. Er sagte von dem Verstorbenen aus, daß er die D20-1 ’pt>n *1 auswendig wußte, daß er in nnncn onsnp nuVn ebenso zu Hause war, wie v nanp no^n. Er summirte alles von dem Verstorbenen Auszusagende in den einen Schmerzensruf zusammen, „da wird die ganze mm B"y2"t7 begraben"! Und dieser s-rsv ist nicht der Mann, der übertreiben möchte, dem es um wohlfeile Lobrckncrei zu thun wäre. So wurde der Verewigte verehrt und hochgeachtet im Leben wie nach dem Tode. Und fein Andenken wird immer geehrt und verherrlicht werden von Allen, die ihn kannten und von ihm vernahmen Tü-o'? pns -01! Dr. B ... z. Holland. Amsterdam Der König -von Württemberg hat dem Herrn E. Jaeobfohn, früher württembergifcher Eonful zu Samarang, zum Ritter des Friedrichsordens ernannt. (N. I. W.) Amsterdam. Der Herzog von Sachsen-Coburg- Gotha hat dem Herrn I. S. van Coevorden in Batavia zum Ritter des sächsischen Ernstordens ernannt. (N. I. W.) ANZEIGEN. Neueintretende Abonnenten erhalten die seit dem 1. Januar h. I. erschienenen 13 Nummern, welche die Anfänge der Erzählung „U n möglich" und die verschiedener Abhandlungen enthalten, wenn sie der Expeditton 42 kr. rh. oder 12Sgr. oder 80 kr. ö. W. in Briefmarken oder per Posteinzahlung übersenden, franco unter Streifband zugeschickt. Die Expedition des „Israeli.

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