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Der Israelit · 1869-04-07 · Heft 14 (7.4.1869) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 14 (7.4.1869)
Date
1869-04-07
Page
– (sequence 15)
Language
German
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übliche Trauerrede, ly welcher er zu gleicher Zeit den Tod des berühmten R. Chajim Palaggi, des Oberrab- Linen vyn Smyrna, beweinte. Dies konnte erst jetzt geschehen, da nach einer alten rupn in DamascuS nur für anerkannte Talmudgelehrte aus dem hl. Lande eine besondere Trauerfeier abgehalten werden darf. In Beyrut wurde unser Glaubensgenosse, Herr Raphael Levy, zum dänischen Biceconsul ernannt; Herr M. Larida, gleichfalls Israelit, fungirt dortselbst als Generalconsul von Portugal. Beide Männer sind streng religiös und sehr angesehen in ganz Syrien. Ben David. Amerika. Nerv-Nork. Wie der „Iew. Messenger" mittheilt, wohmn mNew-Aork 75,000 Juden; wenn dem so ist, so wäre die jüdische Bevölkerung New-Dorfs stärker als die von Warschau. Philadelphia. Am 28. Januar wurde ein prächtiger Grabstein über dem Grabe des verstorbenen Rabbiners Is. Le es er errichtet. Viele Freunde des Verstorbenen hatten sich bei dieser Gelegenheit auf dem Begräbnißplatze eingefunden. Auf dem Monument sind keinerlei Ornamente angebracht und collidirt es in keiner Weise gegen das Religionsgesetz. Auf den vier Seiten des Steines sind passende Inschriften angebracht. (Occident.) Chicago Zwei Missionäre, die sich seit ungefähr zwei Monaten die größte Mühe geben, die hiesigen Juden zu bekehren, berichten darüber, daß, wenn sie. auch bis jetzt keine Bekehrung zu Stande gebracht, sie doch die Hoffnung haben, solche noch in der Zukunft bewerkstelligen zu können. Cincinnati, 4. März. Einsender erlaubt sich, Ihnen eine erfreuliche Neuigkeit mitzutheilen, die hier zu Lande zu den höchst seltenen Ereignissen gehört. Der Sohn unseres geehrten Herrn Rabbiners Dr Jllowy hatte vergangenen Freitag omö ]ww vor der hiesigen medieinischen Facultät fein Examen mit einem so glänzenden Erfolge zurückgelegt, daß er zwei Tage nachher, nachdem er die Doctor - Würde erhalten hatte/ für das berühmte neue Cincinnati-Stadt-Hos- Pital, welches der Staat Ohio erst in der letzten Zeit mit einem Kostenaufwande von einer und einer halben Mill. Dollars errichtet hat, einstimmig als Hospitalarzt gewählt wurde, und es wird gewiß Ihre frommen Leser freuen, .zu vernehmen, daß der junge, erst 21 Jahre alte Di. A. Jllowy-: nie. am Sabbate oder Feiertage das Collegium besuchte, während seinerganM Studienzeit noch , nicht einen Tag seinen täglichen m/'«? von -s'psu» unterbrach-/ läglich zweimal-- ry:h#v am Gottesdienste in der Synagoge sich betheiligte, und ehe er noch sein neues Amt antrat, war eS feine Hauptsorge, einen seiner College» zu engagiren, jeden Samstag für ihn den Krankenbericht auözufertigen , und obgleich er nun das Haus seiner Aeltern verlassen und seine Wohnung im Spitale nehmen mußte, so wird dennoch sein täglicher -nyttf ununterbrochen fortgesetzt, da ihm einige Stunden jeden Tag das Hospital zu verlassen gestattet ist ni n»m in ’O cpöm to iDj?. O, daß er nie diesen Pfad verlassen möge, auf dem er bis jetzt an der Seite seines Vaters wandelte, und dadurch alten und jungen Aerzten beweise, daß man ein guter Arzt sein könne, ohne mit der Religion zu brechen. n. Feuilletom. WoHMMigkeit erlöst vom Hobt. Von Abraham Tendlau. (Fortsetzung.) Derselbe Akiba hatte eine Tochter. Eines Tages sagte ein Chaldäer zu ihm: „An dem Tage, wo Deine Tochter unter den Trauhimmel tritt, wird eine Schlange sie beißen, und sie an dem Bisse sterben." — Diese Verkündigung verursachte dem Vater, was er sich auch dagegen sagen mochte, große Bekümmerniß. An dem Hochzeitstage, nach der Trauung und nach dem Hochzeitsmahle, nahm die junge Frau, als sie sich entkleidete, eine Svange und steckte sie in eine Spalte, und ohne baß sie etwas davon merkte, traf die Nadel der Spange das Auge einer Schlange. Als sie den anderen Morgen die Spange wieder nahm, zog sie eine tobte Schlange damit hervor. — „Was thatest Du gestern Gutes?" srug sie tiefgerührt der Vater, als er es hörte. — Die junge Frau besann sich eine Weile, dann sagte sie: „Als gestern Abend Alles bei dem frohen Mahle saß, erschien ein armer Mann an der Thüre und bat um eine Labung; doch Niemand hatte seiner Acht, so sehr war Alles dem Mahle hingegeben. Da nahm ich den Theil, den Du mir vorgelegt, und brachte ihn dem armen Mann." — Da fußte der Vater seine Tochter und sprach: „Das war brav, daß Du an Deinem seligsten Freudentag ein Auge für den Armen hattest; ja, Wohlthätigkeit erlöst vom Tode." — Noch wunderbarer ist folgende Erzählung. *) — *) DieÄhnlichkeit dieser Erzählung in ihrer Anlage müdem Buche Tobias 3, 7. 8. kann nicht entgehen; aber wie vi l edler ist hier Motiv und Entwickelung'. Im Tobias ist es Asmodi'S tauber, der durch ein magisches .Mittel zerstört werde« muß. oh. 6, 1'6. 8, 2 — Wir haben zwar diese Erzählung bereits in unserem „Buch der Hagen und Legenden jüdischer Vorzett" jRr 27) ün poetischer Form mitgetheilt; wir glaubten indessen sie hier in Prosa nochmals geben zu dürfen. —

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