Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1869-04-07 · Heft 14 (7.4.1869) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 14 (7.4.1869)
Date
1869-04-07
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447395-2447409--07075-2462660
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

261 dem Nachdrucke. ES wäre zu'wünschen, daß das genannte Blatt recht bald eine entschiedene Farbe annehme und zwar jene, die im „Israelit" so klar und Unzweideutig vor Augen tritt. —* — Die „Zeit des Liedes" ist da, kein Wunder also, daß uns von den jüdischen Kanzeln, Lobgesange, über den Congretz herabtönen. Hier z. B. wurden die Erfolge des Congreffes mit dem Aufbaue des Mischkan verglichen, anderswo z. B. in den Munkatscher Gegenden mit dem Aufbaue eines Baaltempels; für uns jedoch ist die Zeit keines dieser Gesänge noch da, sondern „ inu " die früher nicht genau gekannten Pflanzen sind ans Tageslicht gekommen, wir kennen nun unsere Freunde, unsere Feinde, unsere „Pappenheimer" und unsere Hirschler. — In der hiesigen '-on d"p hielt am vorigen Sabbat Se. Ehrw. Hr. Rabb. zuJpolysug seinen zweiten Probevortrag, der an geistreichen min nai so reich und glänzend war, daß die Zuhörer in fast beispielloser Weise begeistert waren. Die Anstellung dieses großen und berühmten als Lector in der hiesigen '-on wäre auch aus dem Grunde für die Orthodoxie zu wünschen, da die hiesige orthodore Partei durch die anziehenden Vorträge des genannten Herrn Rabbinen bedeutend erstarken könnte. Um meinem Briefe wenigstens den Schein von Zusammenhang zu geben, will ich zum Schluffe noch auf die „Neuzeit" zurückkommen, mit der ich begonnen habe. — Ich will nämlich die geehrten Leser darauf aufmerksam machen, daß wenn sie einmal die „Neuzeit" lesen; so sei das Erste die Correspondenz der Redaction. Es ist dies, das vielleicht einzig interessante Capitel jener Zeitung. Da kann man *. B. sehen, wie warm, wie freundschaftlich der Herr Szantü mit den Herren Eisler u. s. w. correspondirt. Es läßt dies bei solchen Gelegenheit auf den Grad der Eitelkeit und Affectation so mancher Herren schließen.- Nachschrift: Die 56er Partei bereitet sich vor zur Ueberreichung eines neuen, den Congreß betreffenden Protestes und hat zu diesem Zwecke an sämmtliche Mitglieder der orthodoxen Partei gedruckte, auszufüllende Vollmachtsbrkefe geschickt, welche Vollmacht aber sich nur auf ein Mitglied der 56er Partei beziehen soll. Ganz zuverlässigem Vernehmen nach schließt sich jedoch die engere Hildesheimerpartei dieser Vollmacht,saus stellung vorläufig entschieden nicht an, weil ihr keine Garantien dafür geboten wurden, daß der zu Bevollmächtigende die Principien dieser Partei würdig vertreten wird. — ßö. Italien. ' Florenz. . Ein jüdischer Student, Namens,.Moses Levi von Vekcelli, hat sich bei der jüngsten Staatsprüfung so sehr kmSgezeichnek, daß er dem Unterrichtsminister als derjenige empfohlen wurde, welcher am würdigsten ist, den größten Preis zu empfangen.' Der Minister richtete an den jungen Mann einen schmeichelhaften Brief. Die Handelskammer von Turin hat als Anerkennung der hohen Verdienste des Studenten demselben ein Geschenk von 800 Lire gemacht. Padua. Neuern Nachrichten zufolge ist das Rabbiner-Seminar noch nicht geschloffen worden, obgleich gar kein Geld zur Bestreitung der Kosten vorhanden sein soll. Die Lehrer dieser Anstalt sollen sich erboten haben, einstweilen unentgeltlich ihren Unterricht fortzusehen in der Hoffnung, daß die jüd. Gemeinden die nöthigen Subventionen nicht verweigern werden. Ikom Als vor kurzer Zeit Sir Moses Montefiore hier war, hat er die Absicht dargethan, auch hier ein Asyl für Reconvalescenten zur Erinnerung an seine verstorbene Frau zu errichten. Frankreich. Gebweiler Einer der bekanntesten Manufacturisten im Elsaß, der sich durch seine philantropischen Gesinnungen auSzeichnet, Herr Heinrich Schlumberger (Christ), Bürgermeister zu Gebweiler, hat der israel. Gemeinde daselbst ein Geschenk von 4500 Fr. als Beitrag zur Erbauung einer neuen Synagoge gemacht. England. London. Herr Guedalla von hier hat eine min ->ed nach^Gibraltar geschickt für die in dem ungefähr sieben stunden von dort entfernten Cadiz sich demnächst bildende jüdische Gemeinde. London. Unser Glaubensgenosse, Herr D. F. Schloß, hat in dem New College in Oxford ein Stipendium von 95 L. (1140 fl.) auf 5 Jahre erhalten. Er ist der erste Jude, der an der Oxsorder Universität ein Stipendium davongetragen. □ London, 21. März. Das gegenwärtige Haus der Abgeordneten Englands zählt unter seinen Mitgliedern dermalen nicht weniger als 7 Israeliten. Da Englands jüdische Bevölkerung ca. 60,000 Seelen beträgt, so ist unser Bekenntnis verhältmßmäßig im Parlament stärker vertreten*), als irgend eine andere Glaubensgenosscnschaft; die Staatskirche ausgenommen. — Baron Lionel von Rothschild hat den Grundstein zu einer neuen Svnagoge gelegt, deren Kosten auf 24,000 Pf. St. (—'288,000 fi.) veranschlagt sind; sie soll im maurischen Styl erbaut und die schönste in England werden. *) Anm. des Corresp.: Also überall, oder dochwmigstens.t in dm bedmtenderm Groß- und Kleinstaaten Europa's sind un-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.