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Der Israelit · 1869-04-07 · Heft 14 (7.4.1869) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 14 (7.4.1869)
Date
1869-04-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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daß das Haus Merz Lach reich und bedeutungsvoll dastand, so wurde er nicht nur der Mann des Rathtz und der That seiner zahlreichen Verwandtschaft, welcher er gleichsam patriarchalisch Vorstand, son^rn auch der stille und geräuschlose Wohlthäter vieler Mrmen und Bedrängten in hiesiger Stadt. Vor Allem aber war er mrp in des Wort schönster Bedeutung. So hielt er sich seit la Männer, die täglich zu ihm kommen und mit i lernen mußten, und war vielleicht der Einzige in hiesiger Stadt, welcher den Muth hatte, den Trägern und Vertretern einer destrukttven Richtung mit offenem Visir entgegen zu treten. — Daß es ihm hierin heiliger Ernst gewesen, das hat er am besten durch die Gründung der orthodoxen Religiönsgesellschaft, Einrichtung einer besonder» Synagoge, einer Religionsschule, Berufung des rühmtichst bekannten Herrn Dr. Samuel Dessauer als Lehrer und Prediger, die Sorge für mtto ntrn® rc. und die großen Geldopfer, die ihm hieraus erwuchsen, da er bekanntlich die sehr bedeutenden Kosten fast ganz aus eigenen Mitteln bestritten, zur Genüge documentirt. Daß ein solcher Mann, ein Mann wie Selig Merzbach, und sein Wirken in dieser Richtung in einer ndrip wie Offenbach viele Gegner gefundm, daß einerseits Neid und anderseits ein gewisser irreligiöser Fanatismus seine Bestrebungen zu verdächtigen und seinen Namen zu verunglimpfen suchte, das darf wohl > Niemanden wundern. Mögen sie dies immerhin verbuchen! — Es sind bekanntlich nicht die schlechtesten Süchte, welche von den Wespen benagt werden! — dies bekundete sich denn auch durch die überaus l großartige und allgemeine Theilnahme, welche die städtische Bevölkerung aller Stände und aller Confessionen lbei der am 3. März stattgehabten Beerdigung an den iTag legte. Auch zahlreiche Gesinnungsgenossen aus »Frankfurt waren anwesend, und wahrlich, wer die fast ^unübersehbare Menschenmenge und die lange Wagenreihe, die dem Sarge folgte, beobacht Ne, der mußte die Ueberzeugung gewinnen, daß der Dahingeschiedene ein bedeutender Mann gewesen. — Als dann am Iwfce Herr Dr. Dessauer in ergreifenden Worten diesem Gefühle Ausdruck verlieh, als er das thatenfeiche Leben des Verewigten und sein Wirken als Mensch und als mn» in meisterhafter und schwungreicher Rede schilderte, da waren es nicht nur die 10 Anwesenden Söhne — von denen der Eine aus Paris md ein Anderer aus London hierher geeilt war — »elche laut aufweinten, sondern man bemerkte auch sn der zahlreichen Versammlung sehr viele, mitunter rgraute Männer, die schluchzend sich die Thränen cockneten. Am 10. d. M. nach nmo tv?ön hielt Herr Dr. ). in der Synagoge dem Verewigten ein neon unter wermaligem Andrange einer großen Menschenmenge. Zweck desselben war, nach de- Redners eignen Wort«, Anregung der GesewWastSmitglieder und besonderder Söhne Melbachs M Aufrechthaltung und kräftigen Wetterführung der Schöpfungen des Dahtngesch lederen." Ob man ihm hierin Folge leisten werde? — Die Zukunft wird es lehren! Möge das Andenken des Frommen auch in dieser Beziehung zum Segen gereichen. — (Auch wir haben in dem Heimgegangenen einen theuren und unvergeßlichen Freund verloren. Tröstend ist die Ueberzeugung , daß an seine Stelle wackere, biedere Söhne treten, die den unersetzlichen Verlust weniger empfinden lassen werden lmon p rrorw no jo — Red.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, im März. Wenn auch mehrmals schon die Entstehung, die Entwicklung und das rasche Aufblühen und Gedeihen der hiesigen Talmud - Thora- Hauptschule in anerkennenSwerthester Weise an dieser achtbaren Stelle besprochen wurde: so können wir denn doch nicht umhin, hiermit wieder einige neue, glänzende Erfolge dieses, von humanen und edelmüthigen Männern der Armuth gewidmeten Institutes mit Vergnügen zu registriren. Mit dem Beginne des laufenden Jahres erschien der Rechnungsbericht für das Jahr 1868 des hiesigen Talmud-Thora-VereineS, welcher darthat, daß der sehr strebsame Vorstand viele neue Mitglieder für die gute Sache gewonnen, daß einige hiesige achtbare Häuser den Verein mit außerordentlichen Spenden und Fondsbeiträgen bedachten und daß überhaupt die Einnahmen die sehr gewichtigen Ausgaben übertrafen. Dieser Ausweis, insbesondere die bestmöglichen Leistungen des sehr geachteten Lehrkörpers dieser VereinS-Hauptschule wirkten in unserer Hauptstadt derart zündend auf die Gemüther unserer Glaubensgenossen, daß unmittelbar darauf neue Mitglieder, mit den sogleich erlegten Jahresbeiträgen von nahezu 1500 fl. ö. W., gewonnen wurden. Die Administration dieses Vereines laßt nichts zu wünschen übrig, und dankbar muß der Aufopferung und der regen Theilnahme des sehr geehrten Vorstandes Erwähnung gethan werden. Gott lohne eS diesen achtbaren Männern, die, trotz mannigfacher, weitverzweigter Geschäfte, Zeit und Muße finden, dem Vereine, der Schule und dem Lehrkörper mit Rath und That liebreich zur Seite zu stehen. Gegenwärtig zählt diese Schule nahezu 260 Zöglinge, von denen mindestens 160 nichtzahelnd sind, und somit einen gründlichen Unterricht aus den deutschen, hebräischen und talmudischen Gegenständen im weitesten Sinne genießen, was sie eben, bei ihrer Mittellosigkeit , sonst nicht im Stande gewesen wären. Wir hatten Gelegenheit, den jüngst stattgefundenen

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