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Der Israelit · 1869-04-07 · Heft 14 (7.4.1869) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 14 (7.4.1869)
Date
1869-04-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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nach bib Ä-52 it Mische Ehe en und talmudischen Grundsätzen, n vr Aron Hirschfeld. ti (Fortsetzung.) Es ist charattevistisch, daß. der Hsllj-I Sänger gerade die Frau mit einem Weinstocke vergleicht. Denn so wie der Weinstock unter den Bäumen als der schwächste erscheint, aber an Frucht » an innerem Werth alle andere weit übertrifft: eben so ist die Frau zwar schwach und zart gn Körperbau, aber an Werth, an Glanz und Würde unübertreffbar. So wie der Wein des Menschen Herz erfreut, ebenso erfreut und erheitert die Frau das Herz ihres Mannes. So wie jeder Mann den Wein, als das edelste Getränk am' Höchsten schätzt und liebt, so wird" auch die Gattin als das edelste unter den Geschöpfen geschätzt und geliebt. Und so wie der Wein des Mannes steter Begleiter ist, der ihn in Trauer tröstet, in Leiden stärkt und in Gefahren ermuthigt — dieselben Erfolge bringt auch jede tugendhafte Frau in denselben Zuständen hervor. So. wie endlich der Wein, je älter er wird, desto kräftiger, theurer und angenehmer an Werth und Geschmack sich zeigt, eben so die Gattin, je länger sie mit ihrem Manne zusammenlebt, je mehr das eitle Flitterwesen ihrer Jugend schwindet, desto inniger schmiegt sie sich ihrem Manne an, desto mehr stellt sich ihr innerer Werth heraus, desto genutz - und einflußreicher entfaltet sie ihre Thätigkeit und Wirksamkeit, ist ihr Geschmack und ihre Einsicht zu loben. Wahrlich kein treffender Vergleich konnte also mit der Ehefrau gemacht werden, als gerade mit einem Weinstock. — Weil nun aber das Volk Israel, wie noch später erörtert werben wird, gleichsam als die geistige Gattin Gottes m der Bibel dargestcllt wird, darum bezeichnen es auch die Propheten unter dem Bilde eines Weinstockes.*) Aber auch unter Salomo, dem Nachfolger Davids, muß ein solches glückliches Eheteben. gegründet aus die der Frau gebührenden Rechte der Gleichheit, in Israel verbreitet gewesen sein. Denn wenn er selbst auch bei seinem großen unübersehbarem Harem kein eigentliches zartes Familienleben gekannt haben konnte, so hat er doch den vollen Werth desselben wahrhaft zu würdigen gewußt und sich, aller Wahrscheinlichkeit nach, schmerzlich nach einem solchen gesehnt. Darum kommen so viele körnige und geflügelte j Verse in dem Buche seiner Sprüche vor, die mit Be-! geisterung und sichtbarem Wohlgefallen sich über das! Lob einer emsigen und gottesfürchtigen, das Familien- Llück begründenden Gattin auslassen, ohne dabei zn- *) Vergl. Jes. 5 Auf. 27, 2 u. 3. 80, S. Ezech. 17, 6 ff. Psalm gleich außer Acht zu lassen, dnS grenzenlose Unheil einer boshaften, zcnzksüchtlM und unthätigeu, das ganze Hauswesen untergrabenden Frau mit grellen Farben zu schildern. Da beide Frauen, sowohl die gute, wie die schlechte, mit dem Manne auf gleichem Fuße stehen, so kann die gute des Mannes Glück, wie die schlechte sein Unheil herbeiführen. Doch vor Allem verdient der Schluß dieser Spruchsammlung unsere Beachtung, weil er den Inbegriff muh das Ergebniß aller menschlichen, nach Lebensglück ringenden, aus Tugend und Sittlichkeit beruhenden Bestrebungen enthält. So wie der weise Verfasser jedoch in seinem Buche Kohelet am Schluffe seiner, in demselben ausgestellten Forschungen das aus diesen gewonnene Resultat in die gewichtigen, beherzigenswertste« Worte zusammengesaßt: Ond-nrix yzun ^on -an onxn bo ni '2 -wo» i'mrrv nw „Das Ende der Sache ist, in welchem Alles verstanden ist: Fürchte Gott und beobachte seine Gebote, denn dies ist jedes Menschen Pflicht," so hat er hier in den Sprüchen als Lohn dieser Gottesfurcht das Bild der ehelichen GÄckseligkeit zu veranschaulichen gesucht; ähnlich wie bei David, der in jenem Psalm gleichfalls das zufriedene,, häusliche Zusammenwirken von Mann und' Frau MW" als höchsten Lohn und Preis der Gottesfurcht hervorgehen läßt. Die Schlußsätze beider von ihm verfaßten Bücher stehen dahev^in engem Zusammenhänge und ergänzen sich genau garommen nur gegenseitig, jenes lehrt uns in seinem c» dieses die Wirkung. Darum sei es mn berühmte Gemälde der» von ihm beschriebenen biedern Hausfrau in poetischer. Uebersetzung hierher zu setzen: Wer eine biedere Gattin Hat gefunden Besitzt der Perlen allerhöchsten Schmuck Des Mannes Herz hält sich an sie gebunden Nicht mang.lt ihm Gewinn, nicht kennt er Druck. * ' \ Nur Gutes und nicht ^öscstst ihr Spenden, - So lange sie sich ihres Daseins freut; ' . Sie wirtt mit emi'gen, stets geschäft'gen Händen, Was Wolle und was Flachs für Stoffe beull Sie bringt denr Kaufmann gleich auf Meeresschiffer. Der Nahrung höchste FM' von weiter Fern, Sie steht des Nachts auf, in der finstern, ttefen, Reicht Brod dem Haus» den Mägden Arbett gern. Sie strebt nach einem Feld, das ste erstehet Pflanzt einen Weinberg durch der Hände Fleiß „ Die Kraft durch Lendengürtel sie erhöhet Und ihre Arme strengt sie int Schweiß. Daß ihr Erwerb ist groß, muß selbst sie füblen Denn nicht erlischt in dunkler Nacht ihr Licht. Zum Recken ihre Hände greifend zielen, Vergißt die Spindel stets zu fassen nicht. Dem Armen streckt die Hand sie rwld entgegen Und reicht dem Dürftigen Älmpseu dar. Nicht fürchtet sich ihr Haus vor Schnee und Regen Weil's kaemosin bedeckt ist ganz und gar; Bereitet sich viel bunte Polsterdecken, Von Byffus und von Purpur prangt ihr Kleid. —. Wohl angesehen fitzt am Thoreserker Ihr Mann im Rathe der Gerichtsbarkeit, Die weil sie Kleider stickt mtt Kausbrgierde

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