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Der Israelit · 1869-03-24 · Heft 12-13 (24.3.1869) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 12-13 (24.3.1869)
Date
1869-03-24
Page
– (sequence 14)
Language
German
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230 Verzeihet mir aber, wenn ich, bevor ich schließe, mich erkühne, auch unserer armen Brüder im heiligen Lande zu erwähnen und Euch ermahne. Euere Theilnahme für dieselben nicht erkalten zu lassen, denn auch diese bedürfen so jetzt wie früher unserer Unterstützung. Und an Euch, Ihr Brüder in Palästina! an Euch richte ich die Bitte, daß Ihr dort an der bei!. Stätte, 5niD, wo schon so viele inbrünstige Gebets Erhörung fanden, daß Ihr dort den himmlischen Vater anruset um baldige Erbarmunz über unsere Brüder in Westrußland, und so wird dann durch n^n? np~y die drückende Noth gelindert und das harte Schicksal gemildert werden. Amen! Bevor ich nun von Dir, lieber Leser, scheide, will ich Dir noch zeigen, daß ich nicht nur theoretisch Dich lehren will, wie Du handeln kannst, sondern auch praktisch will ich Dich davon überzeugen, und melde Dir, daß ich, obwohl mein Vermögen keine Tausend Gulden beträgt, dennoch in Anbetracht des großen Bedürfnisses mir eine Ausnahme zu machen erlaube, und, ohne die gewöhnlichen Gaben nach *ni£” pf* zu vermindern, der verehrlichen Redaction fl. 50 zur Beförderung nach Westrußland übersende. Lege daher das geschätzte Blatt nicht aus der Hand, ohne eine namhafte Summe im Herzen zu geloben oder, noch besser, sogleich zu geben. Dann zeigst Du, daß es Dein Ernst ist, wenn Du am heiligen Seder-Abend rufst wv pwn und es wird in Erfüllung gehen: 5m Dadurch wird Dich segnen der Ewige Dein Gott. (Indem wir bezeugen, daß der Schreiber des vorstehenden Aufsatzes, ein durchaus nicht wohlhabender Mann, uns fünfzig Gulden, die unter I. E. in A. in der Spendenliste verzeichnet sind, übersandt hat, folgen wir seinem Beispiele und fügen den schon von uns gespendeten Gaben noch 100 fl. hinzu. O, möchten doch unsere reichen Brüder ähnlich verfahren. Wie viele Tausende würden da zur Vertheiluug kommen! — Die Red. des „Israelit".) AeitrrngSnachrichten und Eoirefporr denzen. Deutschland. Mainz, den 16. März. Wir haben heute wiederum 500 Thaler an das Comite in L y ck zur Vertheilung an die nothleidenden Israeliten in Westrußland geschickt. Die Summe der von uns in diesem Jahre gesammelten und übermittelten Gelder beträgt nunmehr 3700 Thaler. dfungstiadt. Vor uns liegt die Einladungsschrift zu der am 15. 16. und 17. März stattgehabten öffentlichen Prüfung in dem israelitischen Lehr- und Erziehungs - Institut zu Pfungstadt bei Darmstadt von Dr. D. E. Joel, Direktor der Anstalt. Dem interessanten Bericht des Direktors entnehmen wir Nachstehendes über dieses Institut: „Unsere Anstalt hat sich auch in diesem Schuljahre des Vertrauens und der Anerkennung der Eltern und Angehörigen in immer weiteren Kreisen zu erfreuen gehabt. Die mit jedem neuen Semester steigende Frequenz liefert dafür dm sprechendsten Beweis. „Mit besonderem Vergnügen constatiren wir, daß die Zahl der externen Schüler ans Pfungstadt und Umgebung in diesem Schuljahre sehr ansehnlich gewachsen. „In unserem vorjährigen Programme hatten wir die Stellung der Privatinstitute gegenüber den öffentlichen Staatsanstalten in Bezug aus die Erlangung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienste einer erschöpfenden Erörterung unterzogen. Wir haben dort den Nachweis zu führen gesucht, daß dem Wege, durch ein Examen seine Befähigung zum einjährigen Freiwilligen nachzuweisen, nicht nur vom pädagogischen Standpunkte überhaupt der Vorzug gebühre, sondern daß auch für die Kreise, aus welchen sich Institute, wie das unsrige, in der Regel recrutiren, dieser Weg der einzige sei, der mit Sicherheit und mit dem geringsten Aufwande von Zeit die Aussicht biete, das erwünschte Resultat zu erlangen. Diese unsere Ausfassung der jetzt so brennenden Frage fand zu unserer Freude bei vielen Fachmännern entschiedenen Beifall, und manche pädagogische Autoritäten gaben uns in ihren Zuschriften ihre vollkommene Zustimmung zu erkennen. Daß unsere Anstalt aber auch in der That ihre Zöglinge mit den zum Examen erforderlichen Kenntnissen ausstatte, dafür liegen wieder durch die in diesem Jahre gemachte Erfahrung unwiderlegliche Beweise vor: denn nicht weniger als vier Zöglinge unseres Instituts haben während dieser Zeit ihre Prüfung vor der Behörde absolvirt und dadurch dieBerechtigung zum einjährigen Dienste erlangt. — Freilich dürfen die Eltern die Zeit des Schulbesuches nicht aus allerlei kleinlichen Rücksichten ihren Kindern verkümmern, wenn diese das nöthige Pensum von Kenntnissen sich erringen sollen. Wer seinen Sohn, wie das leider nur zu oft geschieht, zu früh der Anstalt entzieht, der leistet damit für diesen, wie überhaupt auf jede gründliche Bildung, so auch aus die Möglichkeit Verzicht, die vorgeschriebene Prüfung bestehen zu können. Durch den Besuch unserer Anstalt aber erlangt jeder fleißige Schüler mit Sicherheit die Befähigung _ zum Einjährigen-Examen; und daß dadurch viel Zeit und Geld bei uns im Verhältniß zu den Staatsanstalten gespart wird, das haben wir im vorjährigen Programm mit sprechenden Zahlen belegt. — Auf Grund dieser Thatsachen mögen ängstliche Gemüther

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