Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1869-03-24 · Heft 12-13 (24.3.1869) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 12-13 (24.3.1869)
Date
1869-03-24
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2446951-2447395-2447408--07035-2462619
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

226 führunfl widmet. Möge er hier unsere brüderlichen Glückwünsche empfangen! (Applaus.) Und Ihr Me, die Ihr mich höret, kommet unserem Wunsche zu Hilfe, machet, daß er sich vollende. Bringet mit uns wieder daö Licht an die heiligen Orte, von welchen es ausgegangen ist. Helfet uns doch, dem Lande, das unsere Wiege gewesen, das Leben und die Fruchtbarkeit zurückzugeben. Möge des Armen Scherflein und des Neichen Beitrag die Kasse unserer Alliance füllen! Mit welcher Freude sehen wir sie sich erweitern und vergrößern! Aber welche Carriore muß sie nicht noch durchlaufen! Wir haben in diesem Augenblick mehr als 9000 Mitglieder; aber wann werden wir 20000 haben? (Applaus.) Ehre gebührt Euch, Ihr Mitglieder des Propaganda-Comites, kaum habt Ihr Euch gebildet und schon hat Eure Aufopferung so glänzende Resultate erzielt. Setzet Eure heilige Mission, die Ihr Euch auferlegt und die wir Euch anvertraut haben, fort. Gehet und eifert alle unsere Glaubensgenossen an; gehet unter das einfache Dach und in die großen Paläste. Paris zählt nur 1000 Mitglieder! Paris, das große, reiche 'und bevölkerte Paris! Auf was warten denn unsere Glaubensgenossen. um der Alliance den lebhaftesten Antrieb zu geben? Klopfet an jeder Thüre an; die Weigerung ist nicht zu fürchten, sie verwundet nicht denjenigen, der für ein heiliges Werk bittet; die Gabe erfüllt die Seele mit Freude, es scheint, als wenn man selbst gäbe, was man sammelt. Dir, Armer, der Du mit Freude den Heller, den Du von Deinen Bedürfmssen erübrigst, gibst, sei Dank, tausendmal Dank. Ihr Neichen von Paris und der ganzen Welt, kommet, vergrößert unsere Reihen. Höret mich; jeder von unö ist Bürger in dem Lande, wo er das Licht der Welt erblickt, und wir geben unserem Vaterlande unsere Ergebenheit, unsere Liebe; es rufe, und wir gehorchen seinem uns geheiligten Worte. Aber es ist, ich weiß nicht wie, ein unaussprechliches Gefühl Innerer Freude, sich sagen zu können: Im Busen aller Nationen stndct man Männer, welche in ihrem unveränderlichen Glauben, seien sie glücklich oder unglücklich, ein rührendes Andenken für diejenige berühmte Gegend haben, wo Gott mit ihren Vätern gesprochen, daß sie jetzt die kindliche Idee Habens, in diesem heiligen Orte die Arbeit und den Wohlstand, der dieser folgt, zu bringen, zum Ruhme ihrer Vorfahren, die sie nicht vergessen können. (Applaus.) Wie groß auch Ne Entfernung ist, die die Einen von den Andern trennt, die Ungerechtigkeit, welche Einen von ihnen trifft, fühlen sie Alle (Applaus.) Und wenn sie auch in vielen Gegenden unter dem Joche der Vorurtheile, welche sie bedrücken, seufzen, und wenn sie auch in manchen Gegenden durch die langen Jahrhunderte der Verfolgung in einen grausamen Zustand der Erniedrigung im Vergleiche mit den Menschen der andern Culte gestellt sind — die Vorurtheile muffen fallen, die Unterdrückungen müssen verschwinden, um dieses große Resultat zu erlangen. Auf den ersten Schmerzensschrei, der. von einem Israeliten, welcher das Opfer des Fanatismus ist, ausgestoßen wird, muß eine unmittelbare Intervention ihn beschützen. Um sie von ihrem Zustand der Erniedrigung zu erheben, muß ihnen Unterricht gegeben werden; kein Kind Israels sei enterbt, Allen muß man Schulen, um sie zu unterrichten, Etablissements, um ihnen den Erfolg der nützlichen Arbeiten zu zeigen, eröffnen. Diese Mission der Gerechtigkeit, Brüderlichkeit und Civilisatio» hat sich die „ All. Isr. Univ." gestellt, (Langanhaliender Applaus.) Sie applaudiren; Sie gehören also zu best Unsrigen. Ihr Frauen, helfet uns mit Eurem fünften Einfluß; Ihr Männer, gebet uns Eure inächtige Mitwirkung. O, wie ist es für das Herz und die Seele eine köstliche Befriedigung, sagen zu können: Ich bin einer von denjenigen, die arbeiten für die Emancipation dieser alten Race, die fest sieht auf den Trümmern aller alten Nationen und die mit unerschütterlicher Ausdauer die geheiligte Fahne trägt, auf der die göttlichen Worte geschrieben stehen: „Höre, Israel, der OIvige unser Gott, der Ewige ist einzig." (stürmischer Applaus.) Wohlthätigkeit. Von Maskil ei Doll. Wenn irgend einmal, so ist eS gewiß jetzt am Platze, über die Wohlthätigkeit einige Worte zu sprechen, in einer Zeit, in der diese Tugend, dieses Characterzeichen unserer Nation, allüberall geübt und in mehr oder weniger überraschender Weise zu Tage gefördert wird. Wir erb alten einerseits aus Westrußland die auf's Tiefste betrübenden Nachrichten über die dort herrschende Hungersnoth; wir lesen andrerseits wieder das Verzeichniß der, wenn allerdings nicht hinlänglichen, doch aber, absolut betrachtet, sehr großen Summen, die aus fast allen Städten und Dörfern dahin gesendet werden, und ungeachtet es überhaupt in der Natur des Menschen liegt, gegen alles längere Zeit Andauernde lau und gleichgiltig zu werden, sohin auck durch jedes neue Ereigniß das Triebrad der Wohlthätigkeit zwar in die rascheste Bewegung gesetzt, aber nicht darin erhalten wird, sobald die Veranlassung dazu längere Zeit eine und dieselbe geblieben ist, so hat sich die Betheiligung an dem großen Unterstützungswerke rühmenswerther Weise noch immer gesteigert, und dürfte es daher unnöthig sein, zur Fortsetzung der Gaben zu ermahnen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.