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Der Israelit · 1869-03-24 · Heft 12-13 (24.3.1869) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 12-13 (24.3.1869)
Date
1869-03-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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und die Kinder sind sich in großer Trostlosigkeit überlasten. Frankreich. Paris. Herr Gustav Halphen, Mitglied des iSr. ConsistoriumS zu Paris, früher Generalkonsul, wurde nach Beschluß des Unterrichtsministers zum Beamten des öffentlichen Unterrichts ernannt. (Un. isr.) Paris. Herr Joseph Lehmann aus Belfort wurde zum RabbinatSasteffor von Paris erwählt. (Un. iSr.) England. London, den IS. Februar. In einem Briefe aus Jerusalem vom 1. Februar berichtet Lieutenant Warren über eine interessante Entdeckung, welche er etwa 23 Fuß von der Südseite des Teiches Bethfeda (Birket Jsrail) gemacht hat. In einen! Garten fand er drei Cisternen, sämmtlich mit sehr schmalen Oeffnungen an der Oberfläche; zwei derselben ergaben bei einer näheren Untersuchung nichts Bemerkenswerthes, in der dritten jedoch, in welche er erst hinunter zu steigen vermochte, nachdem er sich seiner Kleider entledigt hatte, wurde er für seine Anstrengungen belohnt. Der enge Eingang der Cisterne war nur drei Fuß lang und 10 Fuß unter der Oberfläche gelangte Warren auf den Boden einer kleiner Kammer. Von dort abwärts war die Oeffnung ziemlich weit und ohne Schwierigkeit gelangte Warren auf den Boden. Das Wasser war nur 3 Fuß hoch und stand wie spätere Mestungm ergaben, mit dem Teiche Bethseda in directer Verbindung. Nach Erleuchtung des Magnesiumdrahtes fand Warren sich in einer großen Halle, in welcher sich Bogen an Bogen reihte und welche ihm der Kathedrale von Cordova ganz ähnlich schien. Nachdem Warren nebst einem Gefährten, welcher von stärkerem Körperbau war als er selber und erst hinunter gelangen konnte, nachdem er die Oeffnung erweitert hatte, drei Stunden lang Vermessungen angestellt hatten, zwang die Kälte des WasserS sie, ihre Arbeit einstweilen zu unterbrechen. Rußland. In Szadow, einer kleinen Stadt im Gouvernement Kowno, wohne» ungefähr 2500Juden, und nur etwa 40 Familien sind in der Lage, sich ihren Unterhalt zu beschaffen, ohne die Wohlthätigkeit in Anspruch zu nehmen. In welcher Weise dies geübt wird, geht daraus hervor, daß die Juden, welche noch Almosen geben können, Blechmarken haben anfertigen laffen, die */«> Kopeken repräsenttren. Sobald durch Betteln 6 solcher Marken eingefamnlelt sind , werden sie gegen 1 Kopeken (gleich 4 Pr. Pfennigen) oder Brod und Mehl, das hierfür verabfolgt wird, eingewechselt. Familien von 7 Personen leben daselbst von 5 Kopeken täglich. Da das Pfund Brod jedoch 3*/, Kopeken kostet, so laßt sich hieraus entnehmen, in welcher Weise sie ihr Leben fristen, und die Gestalten des Elends und der Noth, welche man auf allen Sttaßen und Wegen sieht, documenttreN dieses. Aehnliche und noch gräßlichere Zustände findet man in Hunderten von Ortschaften. Afrika. Tunis. Wir erwarteten vom Bey eine günstige Antwort auf die Intervention der Confuln. Unglücklicherweise ist noch vor Eingang der Antwort eine neue Mordthat an der Person des Jakob Fellus,. 28 Jahre alt, begangen worden. Der Mörder hat es sogar gewagt, ohne sich vor der Justiz zu fürchten, des andern Tages die Kleider des Ermordeten auf dem Markte zu' verkaufen. Auf die Reclamationen einiger Israeliten, welche die Kleider des unglücklichen Fellns erkannt hatten, wurde der Mörder vor den Polizeipräfect geführt, welcher ihn nur zum Scheine fragte, woher er die Kleider hätte. Auf seine Antwort, sie in einem der Stadtthore gefunden zu haben, sagte der Präfect ganz laut, daß er keinen Grund finde, dieses Individuum zu verurtheilen. Um jedoch einem Israeliten, welcher zugegen war, zu Gefallen zu sein, hat er seine provisorische Arrestation befohlen. Man bettachtet die Sache als vergessen. Im Nachfolgenden geben wir die Antwort des Bey auf das Schreiben der Confuln, dessen Werth die Leser zu schätzen wissen werden: „Wir haben Ihren Brief vom 11. Januar 1869, von welchem wir Kenntniß genommen haben, erhalten. Wir bedauern in unfern Gefühlen der Menschlichkeit lebhaft, daß solche Ereignisse stattgefunden, und dies um so mehr, als diese Individuen unsere Unterthanen (in Hinsicht deren wir gar keine Einmischung der Person zulaffen) und Bewohner unseres Reiches sind. Sie kennen alle Anstrengungen, die wir in diesen Affairen, welche nie aufgehört, der Gegenstand unserer Sorgfalt und unseren Aufmerksamkeit zu sein, gemacht haben, und sobald die Schuldigen entdeckt sein werden, oder sobald man gegen Jemand Verdacht hegt, wird man ihn gefänglich einzrehen, und die Gerechtigkeit wird ihren Lauf gehen. Wir haben sofort den Polizeipräfect beauftragt, schleunigst Nachforschungen anzustellen. Aber Sie kennen wohl die Unklugheit einiger dieser Leute, welche sich sosehr der Gefahr aussetzen, daß ihnm geschehm ist, was stattgefunden hat; es wäre nicht unangemeffeu, wenn St O, fah uni zu t könri etitc man

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