Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 12-13 (24.3.1869)
- Date
- 1869-03-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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319 lieber die Art und Weise des Kiddusch Hachammah war Herr Distrikts-Rabbiner Bamberger in Würzburg so freundlich, folgende Regeln festzustellen: §• 1. Mittwoch den 26. deS l. MtS. Nissan findet norm emp statt. §. 2. SLi: eigentliche Zeit hiezu ist der erste vierte Theil de- TageS und zwar nach folgender Berechnungsweise: man rechnet von nn^n noy bis 0'222n rwa; hierbei wird besonders aufmerksam gemacht, “inffn 7iDy nicht mit nonn pn zu verwechseln, indem Ersterer vor Letzerem eintritt, vergl. §. 6. S- 3. Die eigentliche Bestimmung der nonn scmp n272 ist beim Ansichtbarwerden deS Sonnenkörpers, resp. dessen Strahlen, selbst dann auch, wenn die Strahlenentwicklung durch Gewölle etwas verdeckt, deren Merkmal aber durch das Gewölle dennoch sichtbar, vergl. §. 4. 4. Sollten in dem im §. 2 erwähnten ersten vierten Theil des TageS Sonnenstrahlen, selbst in der im 3 bezeichnet«^ beschränkten Weise nicht sichtbar sein, so tritt hier eiste Meinungsverschiedenheit der v'pviö ein, und zwar 5. Nach Manchen wäre in diesem Falle vor dem Schluffe des ersten vierten Theil des TageS die im §. 5 enthaltene 7D72 ohne notoi Dtp vorzutragen (.später aber als den vierten Theil des Tages wäre diese .1212 -unzulässig). Nach Manchen dürfte man noch zuwartea bis oi'n man, und wenn innerhalb des ovn man Sonnenstrahlen sichtbar werden, die H272 mit Dtp vortragen; und nach Letzterer Ansicht wäre, wenn bis vor Ende des Di'Ti nian keine Sonnenstrahlen sichtbar wurden, die .1212 alsdann ohne ni2^>Di Dir vorzutragen. Wenn etwa im ersten vierten Theil die 7073 ohne qv gesagt worden, darf nachher, selbst wenn nun Strahlen sich zeigen, dieselbe nicht mehr mit rn2dvt Dt? gesagt werden. Bei Berechnung deS Di'n man gilt die Bestimmung des §. 2 demgemäß also Dvn man die Halste des Tages von nnsc^n 7ivp bis D'22271 dms bezeichnet. §• 5. Die 71272 lautet wie folgt: 5>'^sr72 rwyD nvy D^vn "pa u'Tibx " nn» *pna §. 6. Da die Tvav, welche in Gemeinschaft Vieler geschieht, an besonderer Bedeutung gewinnt, so gilt dies auch bezüglich deS nonn smp, und ist es daher üblich, dasselbe nach Vollendung der 7,^a2 rvnnif rPsn vorzunehmen, und ist deshalb folgendes üblich: Nachdem die Gemeinde an geeigneter Stelle etwa im Synagogen- Hofe versammelt, wird 7ioio 148 gesagt, dann die im §. 5 erwähnte 71272, dann 7i0t0 19, nivi u!?y und t^np Selbstverständlich hat in dieser Weise der Beginn des n'7nw n^>sn in der Synagoge entsprechend frühzeitig stattzufindm. Uebrigens ist bloS die 71272 gesetzlich vorgeschrieben, das andere Obenerwähnte nicht geboten. Ebenso darf selbst die 71272 von jedem Einzelnen ohne 7ns vorgetragen werden, was besonders da eintreten könnte, wenn früh nach dem nonn pn sich Sonnenstrahlen zeigen, nach der Beschaffenheit des Wetters aber später eine Bewölkung des Himmels zu befürchten wäre, in welchem Falle selbstverständlich die nn'nn 712-0 vorzuziehen. Möge recht bald die göttliche Verheißung durch den Propheten Jesajas (Cap. 30, 26) in Erfüllung gehen: „Und eS wird das Licht deS Mondes wie das „Licht der Sonne fein, und das Licht der Sonne „glanzt siebenfach gleich dem Lichte von sieben Tagen, „an dem Tage, wo der Ewige verbindet den Scha- „den feines Volkes und die ihm geschlagene Wunde „heilt." Aeit«ngS«ach*ichten und Correspo»- -enzeru Deutschland. Mainz, 9. März. Dem „Mainzer Anzeiger" wird von hier geschrieben: „Bei der jüngst in Darmstadt stattgehabten Prüfung der Einjahrig-Freiwilligen haben die ehemaligen Schüler der Unterrichtsanstalt der israelitischen Religionsgesellschaft (Director Dr. Lehman n) nicht allein die Prüfung glänzend bestanden, sondern auch die besondere Aufmerksamkeit der Examinatoren erregt; eS ist dieses um so mehr anzuerkennen, da einige der erwähnten Schüler seit ihrem Verlassen der genannten Nnterrichsanstalt keinerlei Privatunterricht mehr genossen hatten." Nürnberg, 12. März. Dem „Fränkischen Kurier" wird von hier geschrieben: „Die Ernennung des Dr. Herz zum ordentlichen Professor an der Universität Erlangen hat freudige Sensation erregt, nicht nur, weil dem langjährigen verdienstvollen Wirken des gediegenen Arztes, und uneigennützigen Menschenfreundes die längt gebührende Anerkennung zu Theil wurde, *) Anm. bet Red. Natürlich nur an solchen Orten, an denen es überhaupt üblich fft, nach i»es tsir das Käddisch i» sagen, was in Mainz und Umgebung nicht der Fall ist.