Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 12-13 (24.3.1869)
- Date
- 1869-03-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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218 bestimmung der Jahre und die der Monate nicht so ohne Weiteres in Zusammenhang zu bringen sind. ES ist bekannt» daß das Jahr, den 12 Sternbildern entsprechend, 12 Monate hat. Multipliciren wir aber die Umlaufszeit des Mondes mit 12, so erhalten wir nur Etwas über 354 Tage, also 11 Tage weniger als ein Jahr. In der That haben die Nationen (sämmtliche christliche Völkerschaften), welche ihre Zeit nach der Umlaufszeit der Erde um die Sonne bestimmen, wohl richtige Jahre, aber keine richtige Monate; ihre Monate beginnen nicht mit dem Kreisläufe des Mondes (Neumond) und hören nicht damit auf; manchmal tritt die Mitte (Vollmond) an den Anfang des Monats und manchmal an das Ende. Die Monate der Christen haben mit den eigentlichen Monaten nichts als den Namen gemein. Will man nun dem verbeugen und richtige Monate haben, so hat man wieder keine richtigen Jahre. In der That haben die Muhamedaner richtige Monate, aber ihr Jahr hat nur 354 Tage; beginnt also ihr Jahr in diesem Jahre am 1. April, so beginnt es im nächsten am 20. Marz, im folgenden am 9. März, im folgenden am'26. Februar und so fort, so daß in der Jahresbestimmung der Muhamedaner die größte Unordnung herrscht und ihre Daten sich durchaus nicht an bestimmte Jahreszeiten binden. Das einzig Nichtige und Wahre hat der jüdische Kalender. Unsere Monate sind dem Monde analog bestimmt und unser? Jahre sind Sonnenjahre. Unsere Mpnate beginnen mit dem Neumonde, haben ihre Mitte mit dem Vollmonde erreicht und schließen wieder zur Neumondszeit ab. Unsere Jahre theilen sich regelmäßig mit den Jahreszeiten er»; immer ifYä im Tamus Sommer, im Tischri Herbst, in Tebeth Winter und in Nissan Frühling. Dieses Wunder hat der jüdische Kalender dadurch erreicht, daß während eines Mondcyclus von 19 Jahren sieben Schaltjahre sind, in welchen jedesmal ein Monat eingeschaltet wird; dadurch gleichen sich die Mondjahre mit den Sonnenjahren fast vollständig aus. Wir wollen hier die betreffende Rechnung folgen lassen. Die Umlaufzeit des Mondes beträgt 29 Tage 12 Stunden 793 Theile; demnach hat das gewöhnliche Jahr von 12 Monaten 354 Tage 6 St. 876 Theile. Da in einem Mondcyclus 12 gewöhnliche Jahre sind, so enthalten diese 4252 Tage 9 St. 792 Theile. Das jüdische Schaltjahr hat 13 Monate, mithin 383 Tage 21 Stunden 589 Theile, also enthalten die 7 Schaltjahre des Mondcyclus 2687 Tage 6 St. 883 Theile. Addiren wir die beiden Produkte, so erhalten wir 6939 Tage 16 St. 595 Theile. — Das Sonnenjahr hat 365 Tage 6 Stundm, folglich enthalten 19 Sonnenjahre 6939 Tage 18 Stunden. Es beträgt demnach dis. Differenz nur 1 Stunde 485 Theile. Hieraus ergibt sich mit Evidenz, daß unsere Jahre Sonnenjahre, unsere Monate aber wirkliche Monate, d. h. Mondmonate sind Eine solche Kalenderrechnung, so präcis und genau, hat kein andere- Volk der Erde. oDru’in. üDnosn son '2 „Daraus ergibt sich die Weisheit und Einsicht Eurer gottgeoffenbarten Religion." Es erübrigt nun noch, daß unsere Zeitbestimmung sich noch mit der Wocheneintheilung in Einklang setze, um alle Factoren in sich zu vereinigen. Wir haben oben bereits gesagt, daß das Sonrwyjahr 365 Tage 6 Stunden zählt. Hat nun Gott der Sonne beim Beginne de« vierten Wochentages ihre Stelle im Weltenrarme angewiesen, so beginnt das nächste Sonnenjahre in Wirklichkeit, nachdem 365 Tage 6 Stunden, das Md 52 Wochen 1 Tag 6 Stunden verslossen sind -also nach 6 Stunden vom fünften Wochentage, das nach 12 Stunden vpm sechsten Wochentage, das ntchtte nach achtzehn Stunden vom siebenten Wochentage und so fort, nach vier Jahren wird also das Ja»r wieder mit dem Beginne des Tages aafangen, aM des zweiten Wochentages, denn vier Jahre kmMr fünf Tage mehr als, eine gerade Wochertza«. ES müssen demnach siebenmal 4 . Jahre oder )ÄJaP» verstießen, bis die großen Weltkörper genau so/wieder Stellung wie zur Zeit der Schöpfung zu Lander genommen haben. Nach 26 Jahren also wbd das Sonnsnjahr wieder mit dem Beginne des vierten Wochentages wie zur Zeit der Weltschöpft ilg anfangen, und diese 28 Jahre bilden einen (>onyencyclus. Für diesen Zeitpunkt nun haben uuserd Weisen das nenn an-np vorgeschrieben, wel )es am 26. Nissan d. I. statthaben wird. 'Drvidi' ett wir nämlich die Jahre der Welt durch 28, so wewkn wir finden, daß nunmehr 201 Sonnencyclen vi efioffen, und daß mit diesem Jahre 5629 der 202. CycluS beginnt.! Es werden wohl viele Leser die Frage ailftvLrfen, warum das Kiddusch Hachammah nicht mit dem Beginne des Jahres in Tischri stattfindet. Diesen piene zur Antwort, daß die Schöpfung nach der maßgebenden Ansicht des Rabbi Jusua ben Chananja in Iber %1jai in Nissan und nicht in Tischri stattgefunden/ hat, daß das bürgerliche Jahr aus andern Gründen msi Tischri beginnt und daß -wir am Rosch Haschanah nur in uneigentlichem Sinne beten Tvyo nSm wn nt (Siehe Toßaphot Rosch Haschanah 27. initiis (jndd)