Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 11 (17.3.1869)
- Date
- 1869-03-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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ISß Erfolg seines Strebenwar die Erreichung dieses ZimS; gleich wie Benedict ElicS Maas, als Stifter dtr rAnstält, Ebenso «erscheint Siegmund Geisenheimer «ach beinahe hundert Jahren als Reformator der KrMkeneäffen, welche durch seine Bemühungen vereinigt ihre Menschenbcgßückenden Zwecke erfüllen. Gleichzeimit Hiefer Bereinigung entstand durch die Muniftcenz der Freiherrlich von Rothschlld'schen Familie daS herrliche Krankenhaus an der Rechneigrabenstraße, welches im Jahre 1829 in Gebrauch genommen wurde. Zum Andenken an den am 12. April 1828 Heimgegangenen Siegmund Geisenheimer wird «alljährlich am Stiftungsfeste der Anstalt in der Synagoge derselben ein Gebet vorgetragen, dessen Inhalt in kurzen Zügen eine Darstellung seiner Verdienste überhaupt wie auch besonders um die Krankencasse wiedergibt. Wenn früher in dem beschränkten, dem Bedürfnisse itrer Anstalten keineswegs entsprechenden Locale, sich ein Haupthinderniß der Vereinigung entgegenstellte, so ward dieses auf eine ebenso überraschende als hochherzige und selbst die höchste Erwartung übertreffende Weise gehoben. Die Freiherrlich von Rothschild'sche Familie rstiftete mit dem Bau der Krankenhäuser, «in edles Denkmal ihrer Großherzigkeit, ihres alles Gute beförderndm Hochsinnes, und der fernsten Zeit und dm spätesten Nachkommen wird diese Großthat zeigen, daß bei den edlen Mitgliedern dieser Familie, die That dem Willen, und dieser den Kräften nicht nachstand. Im Jahre 1831 errichteten die Verwaltungen der Krankencassen, (Männer- und Frauen-Krankencasse) den Erbauern des Hauses eine Gedenktafel aus weißem Marmor, welche nächst der Synagoge des Hauses angebracht ist; sie enthält folgende Inschrift: Die Freiherren Amschel, Salomon, Nathan, Carl, Jakob von Rothschild erbauten im Sinne ihres verewigten Vaters dieses Haus; Kranken zur Pflege, ber Gemeinde zum Frommen, der Vaterstadt zur Zierde; ein Denkmal kindlicher Ehrfurcht und brüderlicher Eintracht. Den Erbauern Die israelitischen Krankenkassen. MDCCCXXXI. Gleich vom Anbeginn an ist der StistungStag der Krankencasse hoch in Ehrm gehatten worden und drffm Feier in dm verschiedenen Statuten, welche sich im Laufe nder Zeiten einander folgten, vorgesehen ge- »esm. Das 100jährige Bestehen der Anstalt im Jahre 1838, wurde im Ganzen prunklos und nicht mit größereMAufwaude als die alljährlich wiederkehrendm StistungStage aefeiert und sind im wohlthätigm Sinne des WÜsters 12 unbemittelte Gemeinde-Angehörige mit Erlassung des Einkaufsgeldes in die Gesellschaft aufgmommm worden, und die damalige Vermattung beschloß noch - die Errichtung eines Gedenksteines zu Ehven deS Stifters, welcher dMn auch rechts vom Eingang nächst dem Sitzungs-Saale sich befindet; Derselbe ist in weißem -Marmor ausgeführt und hat folgende Inschrift: » . Benedict Elias Haas vereinigte gleichgesinnte Glaubensgenossen zur Gründung der israüitrschen Männerkrankencafse im Jahr hdccxxxyiii. Ein Jahrhundert segnet sein Werk. * Seinem Andenken gewidmet von den.Mitgliedern dieser Anstalt im Jahre MDCCGXXXYHI. Die Feier des jährlichen Stiftungsfestes hat außer den Mitgliedern der Verwaltung auch stets noch einen wciterm Kreis von Freunden und Gönnern der Anstalt vereinigt, und unter den mancherlei Trinksprüchey, welche bei solchen Gelegenheiten nicht fehlm, zeichnete sich von jeher der auf das Andenken des Stifters aus, welcher in früheren Zeiten in der Regel bei geöflneten Fenstern auf den hinter den ehemaligen Krankenhäusern liegenden israelitischen Begräbnißplatz hinausgerufen wurde, dem Gründer Benedict EliaS Maas galt und das Dankgefühl seiner Nachkommen bekundete. Auch bei der diesjährigen Feier gttmchte der derzeitige Senior derVerwaltuug, Herr Elias Nllmann, in seinem Toaste des Gründers Benedict Elias Maas und der hauptsächlichen Wohlthäter der Krankencässen, des Siegmund Geisenheimer und der Freiherrlich von Rothschild'sche Familie. Rußland. Kowno. In einem benachbarten Dorfe wurde das nur wenige Tage alte Kind eines Juden von dem Geistlichen des Dorfes gewaltsam weggenommen und dann in der griechisch-katholischen Kirche getauft und hierauf den trostlosen Ettern zuvückgegehm. Der Vater des Kindes ging nach Wilna und brachte bei der betreffenden Behörde seine Klage vor, die auch als gerechtfertigt anerkannt wurde. Die Taufe wurde für nichtig erklärt und der Geistliche ob dieser That zur Rechenschaft gezogen. f t « i ll e t p n. N«mSgklch. Zwölftes Capitol. Akrtcht. Kehren wir in unserer Erzählung um einige Jahre zurück zu jenem Seder-Abende, an welchem Louise ihren Gatten vergeblich erwartete.