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Der Israelit · 1869-03-10 · Heft 10 (10.3.1869) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 10 (10.3.1869)
Date
1869-03-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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179 gen. Mch ist Israel' nicht verwais-t. Noch bewachen Männer Mne Heiligthümer, mit Willenskraft ausgerüstet, sie zu beschützen gegen versteckte und öffentliche Befeindungen, sie zu verthettigen gegen Trug, List und Bosheit. Kaum war die Kriegsposaune zum organistrten Angriffe auf den Glaub nt uuseved Väter erschallt, sa traten die Männer, deren Amt es ist, den Glauben zu bewachen, auf ihre Warten, zu schauen, von woher der Angriff geschehen, und nach welcher Seite der GlaubeNSveste er zuerst gerichtet wird. Und nun, da er erfolgt, erkennen sie es als ihren heiligsten Beruf, die Schlummernden zu wecken, sie von der herannahenden Gefahr zu benachrichtigen, und die Vertheidiger auf die Zinnen der bedroheten heiligen Veste zu rufen. Nach sorgfältig gepflogener, schriftlicher Verhandlung und gewissenhafter Prüfung aller Verhandlungen der gedachten Versammlung, haben wir, Unterzeichnete, unS vereinigt, Euch, Gläubige in Israel! zu verkündigen, daß sämmtliche Beschlüsse der sogenannten „Braunschweiger Rabbiner-Versammlung," — mit alleiniger Ausnahme der, die politische Stellung des Israeliten dem Staate gegenüber, betreffenden, wohin auch der über die heilige Unverlctzlichket des Eides zu rechnen, die aber, wie bereits erwähnt, auch ohnedies überall in Israel Geltung haben, — dem wahren Iudenthume entgegen, und somit für den gläubigen Israeliten falsch und verwerflich sind; daß ein verderblicher Geist der Umwälzung und der Sectirerei ihre Verhandlungen durchwehet; daß auch die Arbeiten, welche sie für eine künftige Versammlung vorbereitet, dieselbe verwerfliche Tendenz haben; und daß wir es somit als Pflicht eines jeden wahrhaft gläubigen Israeliten erkennen, nicht nur nicht Theil an solchen Verhandlungen zu nehmen, sondern auch solchen neuernngssüchtigen Bestrebungen durch jedes gesetzlich erlaubte Mittel entgegenzutreten. Wir halten uns davon überzeugt, daß diese von uns abgegebene Erklärung noch von einer weit größer» Anzahl AmtSbrüder, als wir, unterzeichnet worden wäre, wenn denselben hätte Gelegenheit gegeben werden können, sich uns anzuschließen. Erwartend, daß dieses ihrerseits vielleicht noch nachträglich geschehen werde, rechnen wir jedenfalls vertrauensvoll aus ihre Glaubens- und Amts-Treue, daß sie, wie wir, stets bereit sind, mit dem Schilde der Wahrheit unfern uralten heiligen ^Glauben gegen List und Trug zu beschützen, auf daß das Reform- und Vernichtungs-Bestreben jener Partei nicht über unsere heilige Thora obsiege. Aber man sagt Euch, verehrte Gläubige, das Iudenthum fei dem Untergange nahe, und es könne nur durch Reformen und Erleichterungen gerettet und erhalten werden. Wir können und wollen es zwar nicht verhehlen, daß die leider überhand nehmende Abtrünnigkett von deb Lchre deS Httrck in Wn Reihen ID raels' für Men, dev söiüem Gliiubön trett, uitd fühlend für vgSwahre Wchk seltteSMiMdbeiS" ist, E Mff' betrübende Erscheinung sein muß, ünd daß besonders die, deren Amt eS ist, den GlauMr zu lehren, und über feine Gbhaltung zu wachen, durch diese traurig^ Gestaltung sich" angeregt fühlen müssen, ihre Kräfte aufzubieten, um dem VerderbeirEinhaltzu tyE Doch' sehet, in diesem Stürme der Zeit, der döm Glaubens schiffe des IudenthumS Gefahr bereitet, was unterj nimmt jener reformsüchtige Theil seiner Steuermänner für dessen Erhaltung? Etwa das, was bei dem drohenden Schiffbruche des Jonas einst die Steuermänner zuerst. versucht, in frommer Zerknirschung göttliche Hilfe anzurufen, und aüch die Schlafenden zum Gebete zu wecken? Nein! Sie suchen ihr Heil darin, deck Moneren Beispiel Jener nachzuahmen, durch das Aüswerfen der Geräthe ins Meer, das Schiff leichter zu machen. Eine ehrwürdige Väter-Sitte nach dem andern, ein göttliches Gesetz nach dem andern, wird über Bord geworfen, und dem stürmenden Meere des Unglaubens preis gegeben. O, der Verblendung jener irregeleiteten Lehrer in Israel! Schauet, wie viel schön deS Frommen und Heiligen ist den Fluthen von ihnen hingegeben, wie leicht schon ist das Schiff gemacht, und noch hat der Sturm sich nicht gelegt, und noch hat die Gefcchr sich nicht vermindert. Es stehet nicht in unserer, eS stehet in keines Menschen Macht, auch «ur das kleinste der religiösen Gesetze aufzuheben. Gesetzt aber auch, es stünde uns die Befuomß zu, das unwichtig Scheinende dem scheinbar Wichtigeren zu opfern, womit sollte der Sturm besckworm werden, den unbändige Ehr- Gewinn- und Genußsucht vom tiefsten Abgrunde aus aufgeregt? Ja, gäbe man das heilige, vom Finger des Herrn mit Flammenschrift auf die Bundestafeln gezeichnete Sabbat-Gesetz preis, entfesselte man die Genußsucht von den hemmenden Vorschriften, womit die Religion sie zähmt, damit sie dm Israeliten seiner erhabenen irdischen Bestimmung nicht entrücke, und spräche man ftei, von den thätigen Gläübenkpflichten, deren Erfüllung den Nachkommen Jakobs vorgeschrieben ist: so wollten die vom verderbten Zeitgeiste Erfaßten ein Iudenthum sich gefallen, laffm. Wer jedoch nicht Venäther an Beruf und Wahrhett sein will, muß es sich bewußt seiu, daß er solchen hohlen Unglauben nicht für Iudenthum gelten laffm darf. Und was vermöchten somit Neuerungen und Reformen für Wiederbelebung des Glaubens, für Aufrechthaltung des wahren IudenthumS im Sturme des Zeitverderbnisses? Vermag aber auch Menschenmacht nicht für Erreickung dieser Zwecke, so könnnen wir sie desto sicherer erhoffen von der Hand dessen, der es Israel verkündet, daß eS bis zu ewigen Zeiten sich um daS Panier Seiner heiligen Lehre lagern wird. Erforscht die heilige Geschichte, und sie wird Euch belehren, daß

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