Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 10 (10.3.1869)
- Date
- 1869-03-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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178 haben vergessen, wie lächerlich sich unsere großen Reformatoren von anno xpazxmal gemacht, und so durfte eS der unterdetz älter Aber, nAt cklKger. gewordenePH. wagen, im verflosseMMqtz^e OiedMm^e sogenqWte Rabbinerversammlung, diesmal nach Cassel, zu berufen. Aber seine College» von damals, die Wechsler (Oldenburg) rc. sind doch etwas klüger geworden. „Der Huyijprg der Rabbinerversammlungen zieht nicht mehr; y«süchen wir etwas Neues!" Und so wurde der Humbug einer Synode ausgeheckt. Gevatter Schneider und Handschuhmacher, Banquier und Wollhändler, Manufacturist und Viehhändler, Schuster, Mediciner und Uhrmacher rc. rc. sollen helfen, das Judenthum zu reformiren, sollen die Ehegesetze außer Kraft setzen und die Speisegesetze aufheben! Leute, die vielleicht nicht Hebräisch lesen können und vom Judenthume soviel wie nichts wissen, sollen von Gott gegebene Gesetze aufheben helfen. O, des Wahnsinnes! Doch hören wir die Mahnung unseres himmlischen Vaters aus dem Munde der Aeltesten unseres Volkes — sie paßt mit wenigen, unwesentlichen Veränderungen auf die Verhältnisse der Gegenwart; sie lautet: •t’fOtt'* ’JION ’öV?tP Treue Gläubige in Israel! Motto: „Der Wächter, der den Krieg Vordringen sieht, und nicht in die Posaune stößt, das Volk zu warnen, und der iKrieg rückt vor und rafft eine Persyn hinweg / so ist sie zwar^durch eigene schuld hinweggerafft worden, aber von des Pachters Hand forhre ich ihr- Leben. Dich, o Menschensohn, habe ich zum Wächter bestellt über das Haus Israel, daß, wenn du-Etwas aus meinem Munde hörst, du sie in meinem Namen warnen sollst. (Jech. 33,6—7.)" Unter dem Namen „Rabbiner-Versammlung" sind im Juni v. I. in Braunschwyg einige und 20 Männer zusammengetreten, die zum Theil, nicht einmal , dem Mayren -nach, Rabbiner sind, deren Mehrzahl aber längst schon offenkundig eine reformistische RichtMg innerhalb des Judenthums verfolgt, und haben in Re- Lgions- und CultuS - Angelegenheiten Beschlüsse theils gefaßt und veröffentlicht, thejls für künftige Versammlungen vorbereitet. Mußte es -für Sachkundige auch -schon als höchst befremdend »erscheinen, eine so kleine Anzahl von Männern, deren großer Theil noch dazu, 'wie nach der von ihnen geäußerten Verachtung über djen Talmud zu urtheisen, -sich nicht eiymal des gründ. Lichen Studiums rabbmffcher Schriften befleißigt, un- -iter der pomphaften Benennung „Rabbiner - Versammlu»g Deutschlands" auftriten,. und sich als maßgebend lfür Judenthum i und Rahbinismus constituiren zu sehen, 7,und konnte man bei!her bekannten Geistesrichtung der Leiter/jener Versammlung auch darum schon von ihr ^eine «segensreiche Resultate erwägen: so würden wir, die Unterzeichneten, MS dennoch hei diesem ganzen, </seit geraumer Mtausposaunten Getriebe, chie Verirrung von Glauhmsbrühexn nur stillbemitleidend, ruhig verhalten haben, wären die Berathungen jener Versammlung in bescheidener Würdigung der Beschränktheit ihrer theologischen Kenntnisse gepflogen, und ihre Beschlüsse mit dogmatischer Wahrhaftigkeit gefaßt. Mder mußte sich jedoch, durch die erfolgte Veröffentlichung ihrer Protokolle, auch der enttäuscht sehen, der sich geschmeichelt, wenigstens einiges Ersprießliche vom etwaigen gründlichen Forschen jener Versammlung erhoffen zu dürfen. Außer bei einigst richDen, das politische, bürgerliche Leb« des Israeliten dem Staate gegenüber bestimmenden Belehrungen, — die übrigens auch bisher schon in allen Religionsbüchern sich sinden, in allen Synagogen und Schulen gelehrt werden, und die ohnehin, bei der bekannten Unterthanen-Treue des gläubigen Israeliten, als überflüssig erscheinen können, —sieht er in den übrigen Verhandlungen dieser Versammlung das Judenthum angefeindet und verläumdet von Männern, die seine Beschützer, seine Lehrer sich nennen. Er steht mit maßloser Arroganz über die wichtigsten Religions-Fragen ohne Forschung, ohne Quellenstudium aburtheilen. Kein Ansehen, so altehrwürdig es auch sei, wird geschont. Keine Autorität wird geachtet; selbst die mehr als 2000-jährige der großen Synode nicht, in deren Mitte sogar die letzten Propheten sich befanden. Die'Schranken der Wahrheit werden niedergerissen; der Talmud, und somit auch das darin enthaltene, traditionelle, göttliche Gesetz wird auf das Schonungsloseste herabgewürdigt, und über dessen Verfall triumphirt. Mit der größten Oberflächlichkeit werden Beschlüsse theils eingeleitet, theils gefaßt und ihre Verbreitung zugesagt, die ganz /vapauf berechnet zu sein scheinen, dem Judenthume seine-Basis zu entziehen und es so auszuhöhlen, .daß eö in sich selbst zerfalle. Die jetzt schon klaffende Wunde, welche die Verderbtheit chn Zeit Israels ^Religion geschlagen, wird durch solches, dgS Heiligste höhnende Verfahren, noch Mehr aufgeriffen; durch zwecklose Neuerungen die Kluft, die jetzt schon Israel.in zwei Lager spaltet, noch tiefer gegraben; der Same der Zwietracht zum Verderben, des moralischen Zustandes friedlicher Gemeinden ausgeftreuet. Und dies Alles geschieht.Mter >.§r Wühlerischen Mgske. der GlaubenS- Treue und der Religionsbeschützung, und wird mit einer anscheinenden Zuverlässigkeit vorgenommen, die gar keinen Zwtzffel an der Wahrheit des Merkes und an der Reinheit der Absicht, die es erzeugt, zulassen soll. Doch diese, und die ihnen gleichgesinnten Männer haben sich geirrt, wenn sie in ihrer größern>Majorität glauben, das Judenthum dominiren Md unter ihren Füßen zermalmen zu können; wenn sie hoffen, halt» apf den Trümmern des Talmuds den Hchron deS Kargjsmus, oder vielmehr den.des Gotzens derBequem- > stchkeit und Genußsucht errichtet zu sehen, um an dessen. Stufen dßn zum Scheine.getragenen Namen,der Raobjinen ahzulegxn, unddafür seine/Würden zn empfangen. Man rüste! Befei Bosh sirten so' tr, ZU be der; Glau da er die S den ( auf d lung der g, uns v digen, nanri amn politis, über, Unverl bereits tung 1 gege, fiten verde der C wehet; eine diese! daß wi gläubi« an so! solchen schlich NU >uns ab, I Anzahl!wäre, v können,! ihrerseit rechnen und An mit den Glaub er das Rej Inicht üb Ab!denthum durch R halten n verhehle!