Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1869-03-03 · Heft 9 (3.3.1869) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 9 (3.3.1869)
Date
1869-03-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447395-2447405--06961-2462542
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

163 lich auf die Rabbinerschule und die damit zusammenhängende Vorlage über Verwendung des Schulsonds. Es war nämlich schon seit acht Tagen ein offenes Geheimniß, das selbst die Tagesblätter schon gebracht hatten, daß Montag oder Dienstag der Congreß zu Ende gehen solle, die Reihen auf der Rechte waren schon ziemlich gelichtet und die Ungeduld derselben wuchs von Tag zu Tag. Daher hatte man, trotz der vielen Prinzipienfragen, zu denen auch die ersterwähnten Elaborate vollauf Gelegenheit boten, eben keine Zeit, und mußte die kurze Spanne dem lieben Schooßkinde und seiner Ermöglichungsquelle zuwenden. . Es war diese Concentration wahrscheinlich auf Parole schon in der Freitagssitzung von vr. Kohut in einer „Interpellation" an das Präsidium, was denn aus der so hoch wichtigen Rabbinerschulfrage werde, zu welcher Frage er um so mehr gedrängt sei, als man seit einigen Tagen mit einer solchen „Dampfkraft" arbeite. Der Präsident verwahrte sich zwar gegen letzten: Ausdruck, in Wahrheit aber hat hierin Interpellant Recht. Die Schulkommission nun hatte ein zweitheiliges Votum über die beiden letzten Punkte abgegeben. Die Majorität empfahl dem Ccngresse die Annahme folgender drei Punkte: 1) Beschluß der Creirung einer Rabbinerschule aus Landes- Schulfondsmitteln; 2) daß diese Schule auf dem Boden des traditionellen Iudenthums (auch die Codices sind in diesem Punkte genannt) stehen solle; 3) daß eine Kommission aus sieben Mitgliedern zur Ausarbeitung des diesbezüglichen Statutes, dessen Ausführung dem nächsten Congresse überantwortet sein solle, gewählt werde. Die Minorität erklärte die Beschlußfassung über vorliegende Rabbinerschulfrage außerhalb der Competenz des Congreffes. Bezüglich Verwendung des Schulfondes schlug die Majorität Religionsunterricht an Mittelschulen und Talmudthora, dann Rabbinerschulen, dann Stipendien für Studirende und in l e tz t e r Linie Subvention für Volksschulen vor. Die Minorität stellte letztere in erste Linie. Die Generaldebatte währte von %8 bis \\2 Uhr, also in vier Stunden wurde die Generaldebatte über diese wichtigsten aller Gegenstände, der seit Beginn der Wahlen ganz besonders Gegenstand der Aufregung war, beendigt, oder vielmehr gebändigt; denn natürlich, man hatte ja keine Zeit. Dem Präsidium kam hierbei ein probates, von der Rechten schon unzählige Mal, von der Linken aber nicht ein einziges Mal gebrauchtes Mittel sehr wohl zu statten. Es hat sich nämlich schon seit vielen Wochen durch Plaisir der Majorität ein Usus gemacht, durch Anträge von zehn Deputirton auf Schluß der Debatte, der natürlich dieselbe Majorität bei Anfrage des Präsidiums zustimmte, die Diskussion abzuschneiden. Der Berichterstatter der Majorität, Prediger Vr. Cohn hier, betonte die Notwendigkeit, theologisches Wissen mit profanem zu vereinen, worüber auch die Kommission einig gewesen, kommt auf die Ehre und Würde der ungarischen Iudenheit, Herbeiführung der Toleranz und Tödtung der Intoleranz, was nur in einer neu zu errichtenden Rabbinerschule zu erreichen sei, weil nur in einer ganzen ungeteilten Anstalt des. Theologischen und des Wissenschaftlichen diese weiten Pensa ermöglicht werden können. Doch wünsche auch die Majorität Garantien, die im Punkte ausgesprochen sind; daher Punkt 2. — Ueber die Modalitäten aber könne nicht abgestimmt, sondern müffe nur abgeurtheilt werden, daher im Punkt 3. der Antrag, darüber eine Kommission niederzusetzen. Die Kompetenz sei jetzt schon allgemein außer Frage gesetzt, ganz ebenso, wie die für Volksschulen, Religionsschulen und Talmudtorah; und sei ja auch die Rabbinerschule in sen8n kuuäutoris, da der König von Anno 1856 bei der Verwendung des Schulfondes die Rabbinerschule in erste Linie gesetzt. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten «nd Correspondenzeu. Deutschland. □ München, 15. Febr. Wiederum liegt mir der Rechenschaftsbericht des Vereins zur Unterstützung auswärtiger israel. Armen vor, und zwar für das verstoffene Jahr 1668. Die Zahl der Mitglieder erlitt nur kleine Veränderungen, die rege Theilnahme, deren stch dieser Verein seit seinem Bestehen erfreut, ward ihm auch im verflossenen Jahre zu Theil, und dieselbe erfreuliche Thaisache, die ich bereits im vorigen Jahre im „Israelit" hervorheben konnte, kann ich n”n auch von diesem Jahre berichten: ich meine die ergiebigen Einnahmen, welche die Spenden beim Aufrufe zur Thora ertragen haben. Um jedoch noch größere Gaben als bisher an die Armen geben zu können, hat der Ausschuß sich es zur Psticht gemacht, Einladungsschreiben auch an alle jene Mitglieder der hiesigen israel. Gemeinde, die diesem Vereine bis heute noch nicht bekgetteten sind, ergehen zu lassen, um dieselben höflich zu ersuchen, dem Vereine beizutreten, und glaubt man mtt Recht, daß hievon ein günstiges Resultat zu hoffen. Der Auscknß besteht dermalen aus den Herren Moritz Weil, V. Lismaun, I. Levinger, nebst Herrn I. Wedeles als Schriftführer mü> Herrn Raff als Cassier. Die Einnahmen waren:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.