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Der Israelit · 1869-03-03 · Heft 9 (3.3.1869) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 9 (3.3.1869)
Date
1869-03-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
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154 ligen ähnlich werden — „der Mann Moses ist nicht mehr da!" Sachs ist todt, Rofenstein ist todt — nun glaubt Dr. Aub, daß seine Zeit gekommen; und wie fein weiß er sich zu Venehmen! Um den Religiösen zu schmeicheln, gibt er sich den Schein, als ob auch ihm die .->1151 und deren Satzungen heilig, ob auch ihm s>"y:it£n göttlich sei! Erst vor wenigen Tagen ließ er alle D’ün?ff zu sich entbieten und prüfte deren Messer — —. Sind sie denn erschienen? so fragt gewiß jeder Gesetzestreue. Ja, bis auf drei sollen Alle dagewesen sein. *) Auch einen rpjffö stellte er auf über die Mazzoth-Bäckerei, und zwar einen der sogenannten Frommen, der sich nicht scheut, Dr. Aub als seinen Rabbinen anzuerkennen! Daß der Vorstand dieses Alles begünstigt, versteht sich von selbst, wird ja dadurch seine Politik; die RÄigiösen nach und nach an Dr. Aub zu gewöhnen, realisirt und so facti sch jede noch so gerechte Forderung von Seiten der Frommen ad acta gelegt; indem er vorgibt: da Aub nach euerem Sinne handelt, und ihr damit einverstanden seid, so ist ja kein weiteres Bedürfniß nach einem anderen Rabbinen vor-, Händen! — Welcher Gesinnung Dr. Aub ist, bedarf' wohl für die Leser des „Israelit" keiner weiteren Auseinandersetzung; aber daß ein Mann, der den Muth hat, in einer der sogenannten Dtenftagsvorlesungen öffentlich die Göttlichkeit der Thora zu leugnen, vier oder gar noch mehr verschiedene Verfasser des Pentateuch anzunehmen, dem Buch Koheleth einen „schwermüthigen Hypochonder" als Verfasser zu vindiciren u. dergl. noch Zahllos es, — daß ein solcher Mann sich eine ganz fromme Miene gibt, sich als Wächter und Hüter der jüdischen Institutionen geberdet, — das dürfte doch noch nicht seines Gleichen gehabt haben! Freilich wurden in diesen Dienstagsvorlesungen, wie die genannten Ansichten, noch viele gebracht. Aber wenn Dr. Steinthal, Dr. Cohn (ein Zögling des Breslauer Seminars) und wie sie Alle heißen, den Standpunkt des Judenthums verlassen haben, und fast systematisch an der Untergrabung unserer Religion durch diese Vorlesungen arbeiten, so können wir diese noch lange nicht in eine Linie mit Dr. Aub stellen. Sie sind dem Jadenthume gegenüber Privatleute, und sind sie auch keine guten Juden, so doch ehrenhafte Menschen. Zwar hat Dr. Aub auch unter diesen noch seine Genossen, und nur in Berlin kann es Vorkommen, daß ein Mann wie Dr. Kirsch stein, der, Lehrer an der öffentlichen jüdischen Religionsschule, dort den Unterricht in Y'jn zu leiten hat, *) Wir wissen es nur von dem des Herrn Fleischhändler Broll bestimmt. solche Ansichten vertritt, wie er sie in seiner Vorlesung über Propheten und Prophetie ausgesprochen! O ihr Berliner! Bedenkt ihr denn nicht, welche Zweifel, welche Seelenkämpfe der Unterricht eines solchen Mannes in den Herzen eurer jungen, unschuldigen Kinder Hervorrufen muß?! Muß da nicht ein Geschlecht heranwachsen, das ganz dem gleicht, wie es in der m&sn dieser Woche geschildert ist, und vsn de« tot? sagt: „Wie lange wollt ihr auf beiden Schwellen hinken?" Wenn der Gott, den unsere Vorfahren verehrt haben und dre Lehre, deren sie mit Leib und Leben anhingen, die wahre ist, — nun so sorget, daß sie auch euren Kindern ganz so unverfälscht überliefert werde; oder wenn ihr nicht so denkt, so schickt sie doch gleich lie- - b«r iw die Reform- oder iw die christliche Schule, so werden? sie dann doch nicht' mehr hinken, sondern aufrecht stehen! O! wer schickte uns einen Eliahtt-! Berlin, den 11. Adar. Endlich scheint hier das Bewußtsein zu erwachen, daß eine That geschehen müsse, um eine jüdische Gemeinde in Berlin zu retten. Zwei Jahve lang haben die geduldigen (eine Gesammtheit darf man wohl nicht in'd'i ff ere^r t Erneu) Berliner in der alten Synagoge das Gaukelspiel ruhig, mit angesehen, daß ein Mann, der in der neuen Synagoge mit. einem von ihm zugestutzten Gebetbuche in der Hand ein selbst erdachtes Jüdenthum entführte, allevierzehn Tage in dev alten Schul den sel. Dr. Sachs n"y zu vertreten sich den- Anschein, geben wollte. Wenn die — Kühnheitdieses Mannes aber den Gipfelpunkt erreicht, so dastet'in ehtW öff fentlichen Vorlesung in dem Locale tar „Gesellschaft der Freunde" von mehreren Verfassern des Pentateuch spricht, und am-T«N darauf auch den Platz des sel. Rabbiner Rofenstein auszufüllen die AntmtßttW Hatz und die hiesigen Schächter zur' Inspektion herüst, wenn er Ehescheidungen vollzieht und überhaupt dreist genug ist, um auf der einen Seite dasganze Factum der göttlichen Gesetzgebung zu leugnen, auf der anderen Seite aber „den ganzen GeschäftskMs" des Rabbinats sich übertragen zu lassen, da empört sich das Gefühl jedes rechtlichen Mannes und endlich -erwacht in Bevlin. die Sehnsucht nach Trennung. Gndlich hört man Namen zur Rettung des Judenthums in Berlin citiren, von denen früher selbst die Conservativen meinten, sie klängen zu scharf und streng für Berlin, als die Herren Rabbiner Ettlinger, Bamberger, Hirsch, Hildesheimer- Auerbach, Lehmann, Altmann, Guggenheimer, Feuchtwanger, Cohn (Schwerin), Freimann, Feilchenfeld ro. Noch einen letzten Versuch wollte man beim Vorstande machen durch Einreichung der in der jüngsten Nummer des „Israelit' erwähnten Petition von 1000 Unterschriften, in welcher verlangt wird, daß die alte

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