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Der Israelit · 1869-02-24 · Heft 8 (24.2.1869) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 8 (24.2.1869)
Date
1869-02-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
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135 läßt in Betreff der öffentlichen Arbeiten. Das Decret wurde mit großer Befriedigung ausgenommen. Wir gratuliren dem Minister Demetre O-Kiea, welcher es vvrgeschlagen, seinen College», die ihm beigestimmt, herzlich und sind unserm Fürsten sehr zu Dank verpflichtet, daß er es genehmigt hat. Möge derselbe Geist stets walten, um nach und nach die Fragen zu lösen, die die Israeliten betreffen. H o l l a n K Amsterdam. Durch! köngl. Beschluß wurde Herr L. Pincoffs zum stellvertretenden Vorsitzenden in dem »Militärrath des zweiten MilitärdistricteS von Süd-Holland ernannt. Herr S. van Gigch wurde vom General-Gouveneur des niederländischen Indien zum 3. Gerichtsschreiber-am Oberhofgericht zu Batavia und Herr H» L. Benjamins zum Militärarzt 1. Classe auf denMollukischen Inseln befördert. Zu Mitgliedern der Commission, welche im 1.1869 die ärztlichen Prüfungen vorzunehmen haben, wurden unter , andern die HH. Dr. A. H. Israels aus Amsterdam-und Dr. S. Rosenthal aus Groningen und zum stellvertretenden Mitglieds der Commission, welche die Prüfung der Apotheker abzuhalten hat, Herr Dr. I. Co ster in Amsterd am ernannt. (N. I. W.) Frankreich. Paris. Ein christlicher Goldschläger dahier erhielt kürzlich von einem Kaufmanne in Straßburg zwei große Kisten, au 30 nnm ,hdd enthaltend; dieselben sollen von Deutschland gekommen sein. DerGoldschläger hat sie nicht zum Wiederverkauf erworben, sondern um sie für sein Handwerk zu benutzen, nämlich auf dem Pergament Gold zu plätten. Die Sache wurde den hiesigen Juden durch eigen jüdischen Lehrer, der im Hause des Goldschlägers Unterricht ertheilt und dem der Goldschläger das zu seiner Arbeit verwendete Pergament zeigte, bekannt. Einige fromme Juden gingen zu dem Goldschläger und fragten nach dem Preise der min nsD. Dieser, als er sah, daß die Juden allen Ernstes die Thorarollen kaufen wollten, forderte 6000 Fr. Oberrabbiner Isidor bot 1000 Fr., bekam sie aber nicht. Auffallend erscheint es uns, daß man in Paris, wo so viele reiche Juden wohnen, und so Mancher unter ihnen an einem! Abend 6000 Fr. für das Vergnügen verausgabt, daß eine so reiche Gemeinde diese min nsD nicht an sich bringt. Wäre der Goldschläger ein billig denkender Mann, so hätte er die Gesetzrollen, die wahrscheinlich bei einem der Epcessen in der Moldau weggenommen worden sind, zu einem geringer» Preis abgegeben; haben doch unsere 'Glaubensgenossen in Smyrna die auf der In-!sel Candia von den Muhamedanern geraubten Glocken «gesteigert und sie dsm Erzbischof von Smyrna^, als I Geschenk gtzgehen.. (Libanon.) Feuilleton. Unmöglich Neuntes Cäpitel. Werschromrde«. Am andern Tage verbreitet«! sich die^SchreckenS-r künde durch die Stadt- Eduard Lindenstein werdewermißt. Er hatte am Abend zuvor im kaufmännischen Club? mit einigen Bekannten sich unterhalten undwar femttk nicht mehr gesehen worden. Um 12 Uhr passirte der Cour», rierzug N. War er mit diesem entflohen? Man wußte,i daß er sehr stark an der Börse engagirt war; da eri aber allgemein für sehr reich galt und bisher immerglücklich operirt hatte, so wußte man nicht, wie weiiv sich seine Verbindlichkeiten erstreckten. Der alte Lindenstein, der sich fast ganz vom Geschäfte zurückgezogen hatte, eilte ins Comptoir, revidivte^ die Bücher und Notizen und fand bald zu, seinem- Schrecken den wahren Sachverhalt heraus: das Falissement war unvermeidlich:— der in Reichten» ergraute, hochangesehene Banquier war plötzlich zum Bettler geworden. Dies Gefühl erfüllte ihn mit noch größerem Entsetzen als das Verschwinden des einzigen SohtteS; es handelte sich um ein Desitit von nahezu 100,000 Thalern! Der alte Lindenstein war von jeher ein umsichtig ger Kaufmann gewesen; nur die allzugroße Liebe zu dem einzigen Sohne, das allzugroße Vertrauen auf dessen Solidität und Geschicklichkeit hatten ihn vermocht, demselben ganz freie Hand zu lassen. Er überließ sich , jetzt nicht den Ausbrüchen der Verzweiflung; er verschloß sich in das Privatcab inet seines Comptoirs und gewann es über sich, ruhig zu überlegen. Die meisten Verbindlichkeiten seines Sohnes waren noch nicht abgelaufen — und der alte Lindenstein sagte sich, daß im Lause der Zeit sich noch Manches günstiger gestalten könne. In der That erholte sich die Börse seht' bald in Etwas von dem rapiden Schrecken, und die österreichischen Effecten stiegen wieder um einige Procent, was bei der Höhe der gekauften Posten schon eine bedeutende Summe ausmachte. Gelang es, die ablaufenden Geschäfte glücklich abzuwickeln, so konnte man vielleicht Anderes prolongiren und so Zeit gewinnen. Allein dazu bedurfte es Geld, und die Kaffe' war leer, Credit gab es so nicht in dieser aufgeregten Zeit, um wie viel mehr nicht bei dem Eclat, den Eduards Verschwinden überall machte. Da wurde die Zeitung gebracht; der alte Linden^ stein warf einen Blick hinein und büxb wie erstarr^ stehen; er hatte soeben_den. BLsiLnd_der.. Effecten^reui-. dirt und einige Staatsloose in -Händen gehabt; der

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