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Der Israelit · 1869-02-24 · Heft 8 (24.2.1869) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 8 (24.2.1869)
Date
1869-02-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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ISO Daß die vorliegende Peßikta Rab Kahana zum Redacteur gehabt, wird nicht allein von den ältesten Gesetzeslehrern behauptet, sondern bereits im Talmud Tractat Sabbat 152 a. angedeutet. Rab Kahana, der älteste Amorai dieses NamenS, war ei« Schüler Rab'S und ging später nach dem hl. L., wo er die vorliegenden Agadoth sammelte. Auch finden sich viele Stellen, die im Talmud mit nox tmyoa eingeleitet werden, in dieser Peßikta vor. Die vorliegende Peßikta unterscheidet sich vielfach von der gewöhnlichen von fcnp'DB; diese letztere ist viel reichhaltiger, zumal da Vieles in sie ausgenommen, was erst später gesagt ist worden, denn die letztere ist um 500 Jahr jünger als die erstere. Nichtsdestoweniger enthält unsere Peßikta Vieles, was in der andern sich nicht vorfindet. Auch ist das vorliegende Buch von einer dritten Peßikta «man Knp’D2, deren Verfasser Rabbi Tobia bar Elieser war, zu unterscheiden. Die Peß. Sutra ist eine Sammlung von Midraschim und Agadoth, die an den Pentateuch angelehnlZiud- Der Verfasser des letztgenannten Werkes lebte zu Mainz im elften Jahrhundert der gewöhnlichen Zeitrechnung; der Name des Buches war ursprünglich „Lekach Tob" und wurde später durch einen Abschreiber in Peßikta Suträtha umgewandelt. Diese letztgenannte hat nun mit der vorliegenden gar nichts gemein, als daß sie häufig mit ihr verwechselt wurde. Daß der jüdischen Literatur durch die sorgfältige Drucklegung eines so hochwichtigen Werkes wie die Peßikta des Rab Kahana ein ganz außerordentlich großer Dienst geleistet worden, bedarf wohl nicht einer weiteren Auseinandersetzung. Außerdem hat der Verein Mekize Nirdamim wiederum zwei Theile des Pachad Jizchak edirt, welches Werk wir schon früher besprochen haben. Sehr werthvoll ist auch das vierte der edirten Werke: „Imre Schefer," ein Commentar zum l. B. Mos. von dem berühmten Rabbi Herz Wesel (Naphtali Hartwig Wessely); dasselbe wurde nach einer im Besitze des als Literarfreund weit und breit bekannten Herrn Horace Günzburg in Paris befindlichen Manuscripte gedruckt und zwar nur der erste Theil, der die beiden ersten Sidroth und einen Theil von ib enthält. Schon bald nach dem Tode des Verfassers wollte dessen Sohn Salomo diesen Commentar veröffentlichen, was ihm jedoch wie später dem verstorbenen Reggio nicht gelang. Der Verfasser hat seinem Commentare keinen Namen gegeben; der oben erwähnte ist an den Namen des Verfassers (Naphtali) anlehnend, sehr passend gewählt -isr nDfit pun nrn^ n^w). Leider konnte aus Mangel an den nöthigen Geldmitteln nicht das ganze Werk auf einmal gedruckt werden. Erhoffen wir die Fortsetzung für das nächste Mal. Unsere geehrten Leser ersehen aus Vorstehendem, wie wichtig der Verein „Mekize Nirdamim" für die jüdische Literatur ist, wie er werthvolle alte Schätze zu Tage fördert, und dadurch die Wissenschaft pflegt und Belehrung verbreitet. Wie armselig erscheint dagegen ein anderer Literaturverein, derjenige nämlich, an dessen Spitze der emeritirte Rabbiner Dr. Ludwig Philipp son steht! Auch die von diesem Vereine edirten Werke liegen uns von. Prüfen wir dieselben einzeln. Da tritt uns zuerst ein Buch mit hochklingendem Tstelentgegen: „Weltbewegende Fragen in Politik und Religion". Wir schlagen dasselbe begierig auf, und was finden wir? Alte, abgestandene Leit-Artikel aus der „allgemeinen Leitung des Judenthums". Die genannte Zeitung hat seit ungefähr zehn Jahren ihre Bedeutung verloren, ihre Leserkreis hat sich ungemein verringert, und trotzdem wagt es dieser Mann, den Lesern derselben, die größtentheilö auch die Abonnenten des Literaturvereinö sind, seine langweiligen Leit - Artikel noch einmal aufzutischenL Und was für Artikel? Schlagen wir auf, da heißt es Seite 11: „Jede Religion, die das Heil und den Frieden von der Uebung äußerer Formen abhängig macht und für diese verheißt, ist eine falsche". S. 23 wird Herr Ph. gar ein Prophet: Was erschüttert und beseitigt worden, mag noch so viel darum gekämpft werden, es wird nicht bleiben!" Also, was beseitigt worden, wird nicht bleiben. Leser, bewundere doch diese Weisheit! Nachdem wir die weltbewegenden Fragen in Po» litik und Religion aus Händen gelegt, nehmen wir «kn kleines Heft in die Hand. ES: ist ein Trauerspiel, ebenfalls von Ludwig Philippson. Ah, auf die. gesammelten Leid-Artikel folgt ein Trauerspiel! Wie traurig! Wahrlich, traurige Verse: ' Gewiß nicht Freunde! Welch ein Thor von Steurer (sic I) Schickt seine Rudrer von des Schiffes Bord? (S. 32) Wir schlagen nur auf und greifen heraus, was uns gerade auffällt. S. 73: „Das mag der Neuheit Reiz, der-schnell vergeht, „Wie wenn in blauen Duft die Ferne kleidet „Die Berg' und Felsen, die doch kahl und grap, „öo unser Fuß mühselig sie ersteigt. Welch ein Satz und was für Verse! Alle Personen, der Held, der Prinz, die alten und jungen Frauen und Mädchen — sie Alle reden dasselbe falsche Pathos. Keine Characterzeichnung, keine dramatische Handlung, nichts als aneinandergereihte holprige Vers«, und unschöne Bilder. Ph. ist als Dramatiker ebenso groß wie als Philosoph und — Talmudist. " Nachdem nun Herr Ph. sich seine Geistesproducte hat bezahlen lassen — die „weltbewegenden Fragen" gar zum zweiten Male — kommen die Schwiegersöhne

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