Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 8 (24.2.1869)
- Date
- 1869-02-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Ein Aentrat - Hrgan für das orthodoxe Indenthum. Herausgegeben von Vr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 2 4. Februar 5629 (186 9). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Jnsexate P/2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Zwei Vereine für jüdische Literatur. — Die jüdische Ehe. — Literarischer Bericht. — Zeitimasnachrichten und Correfpondenzen: Deutschland: Aus Württemberg. Aus dem norddeutschen Bunde. — Oe st. Kaiserst.: Wien. — Donaufürstenth.: Bukarest. — Holland: Amsterdam. — Frankreich: Paris. — Feuilleton: Unmöglich. Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Der israel. Congreß zu Pesth. Zeitungsnachrichten «nd Correspondenzen: Deutschland: Jt BerWn England: London. — Spanien: Madrid. — Amerika: Clevekänd. — Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Aus Hessen. München. Berlin. Breslau. Frankfurt a. M. Lichtenau. — Oesterr. Kais erst.: Wien. Wien. — Inhalt der Grtra-Ueilage r Zweites Gaben, Verzeichniß von Memel. — Zur Unterstützung der nothl. Glaubensgen. in West-Rußland- — Spenden für die Armen des hl. L. — Für die Waisen in Strzelno. Dank und Bitte. — Leitende Artikel. Zwei Vereine für jüdische Literatur. Mainz, den 16. Februar. Vor uns liegen die Veröffentlichungen zweier jüdischer Literaturvereine und fordern unwillkürlich zu einer Vergleichung heraus. Der eine ist der Verein „Mxkize Nird amim," an dessen Spitze Herr Rabbiner J?. Silbermann zu Lyck in Ostpreußen, Redactchtzk des „Magid", steht. Wir begrüßen die von dem »nannten Vereine in diesem Jahre edirten Werke als «Ai wahrhafte Bereicherung der jüdischen Literatur. ßM-fst vor Allem die Peßikta des Rab Kah an aKWS älteste hagadische Werk, das wir besitzen. Das genannte Werk war bisher noch nie durch den Druck veröffentlicht. Herr Salomon Bub er in Lemberg hat die Herausgabe nach einer in Zephat (im hl. L.) Vorgefundenen und in Aegypten! copirtm Handschrift besorgt, die er jedoch mit drei! andern Manuscripten aus Oxford, Parma und Fez kritisch verglichen. Das in Rede stehende Werk ist nicht die gewöhnliche Peßikta, sondern die von Rab Kahana vor ungefähr 1500 Jahren im Hs? L. rrdigirte^ die^lhe wurde von den größten Männern in Israel, von dm alten Geonim Rabbenu Saadjah und Rabbenu Hai, von Rabbenu Nathan, dem Verfasser des Aruch, Raschi und unzähligen Andern excerpirt und benutzt. Die Autorität, die dieser Peßikta innewohnt, ist der der übrigen Midraschim gleich zu achten, und in der That sind viele ihrer Aussprüche 7>2d7i pOS^> erhoben. Der gelehrte Herausgeber hat sich seiner Aufgabe mit großem Fleiße und Geschick entledigt. Nicht allein, daß er die obenerwähnten vier Handschriften kritisch verglichen, er hat auch aus Parallelstellen im Talmud und in den Midraschim die wichtigen Lesarten zu eruiren gesucht; er hat ferner in dem von ihm angesügten Commentar dunkle Stellen aufzuhellen verstanden und bei allen vorkommenden Bibelstellen den Ort derselben angegeben. Der Name „Peßikta" bedeutet so viel wie eine abgerissene Stelle; es ist nämlich das vorliegende Werk nicht etwa wie die Midraschim fortlaufend an ein ganzes Buch der hl. Schr., sondern an einzelne Capitel des Pentateuch und der Propheten geknüpft, namentlich an solche, die wir als Maphtir und Haphtara bezeichnen.