Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 7 (17.2.1869)
- Date
- 1869-02-17
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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m Zeit affen Anstrengungen der Römer, und die Kriegführung ist dort eitte eben so beschwerliche, wie hier. Mehrere römische Feldherrn, unter ihnen der gewaltige Marius, haben den Jugurtha geschlagen, keiner hat ihn besiegt, der Krieg nimmt kein Ende, ehe man den König selbst in Händen hat, denn es liegt in der Natur der Wüste, daß so lange ein kühnes Oberhaupt die Wüstenstämme anführt, diese so gut wie unbezwingbar stüd. So oft der Anführer geschlagen ist, verschwindet er in der Wüste, um mit neuen Schaaren an anderen Stellen aufzutauchen. Den Krieg gegen Jugurtha hat nicht Marius beendet, sondern Sulla, dem es gelang, den furchtbaren König der Wüste durch °Nst uNd Vtrrath in seine Hände zu deko nmen. Wenn auch vielleickt ken so abgefeimter Schurke, wie Jugurtha, so war. wie wir s hett, der König der Amalekiter An grausamer, wilder Räubrr, konnte stets wieder die WüstenstämMe einigen/ Israel stets von Neuem beunruhigen ustd affe schönsten Siege Sauls, der ogar siegreich die ganze westliche Wüste bis Aegypten dittchz eht, nutzlos trtidjen. Doch , was suchen wir Vergleich« gen in der Ferne, bietet ja die Bibel einen klaret, Beweis, wie gefährlich ein e n- Fdlner. kühner Häuptling in jenen Gegenden war. David oder vielmehr Joab hatten in eitlem Kriege fast das ganze VoD Edöln vernietet, und eS schien als wenn von dieser Seite her Israel aus Jahrhunderte hinaus Ruhe haben' würde. Aber kaum wab David' in'S Grab gediegen, so l-xgann dort derKarnn anf'S Neue. Der Edomite Arad war ous dem allgemeinen Blntb de nach Aegypten esttkommen (1 Kön ".1, 14 ff.) und diese, eine Mann bewirkte, 'atz der große Sieg Davids über Edvm aller Fol en verlustig g'i g. Während der g nzen glänzend n Regierung Salomos befeindete Ad d Israel im Osten, und r-abm mehrere Eroberungen D v'dS dessen Sohne Salomo ab. Kehren wir jedoch zu Saul zurück. Saul hat'e den Krieg gegen Amalek o glücklich beendet, daß ihm fogrr der feindliche König in die Hände gefallen war , und nun, Natt zu thun, was Gvtt befohlen hatte und was zugleich die Umstände felbik so gebieterisch bds'hlen; kein falsches Nitleid hier Walt n zu lassen, zonvertt den Körrig seiner gerechten tausendfach verdienten Strafe anheimzugeben, führt Saul ihn mit ftch Nach Hause. Von einer Strafe lcbenslängl cher Einkerkerung wußte man damals noch nichts; wie wollte man also den gefährlichen Sohn der Wüste unschädlich machen? Dicff h tte Soul ebensowenig bedacht, nn>-, daß Gott ihm die Vernich--' tung der Amalekitev befohlen hatte. Es war ein politischer Feb er, wie er nich^ stärker gemacht werden konnte, er w r' gar nicht wieder g«t zu machen, denn es lag außer allem Zweifel, daß Agag bei der ersten Gelegenheit zu entkommen suchte und ebenso w!e später der Edomite Adad von Neuem die Plage des israelitischen Vplkeff Wvsrven wäre. Grschmrernv und ge waltig ist es asso, wenn wir uns vorstellen, wie der greise GoMSMann mit dem Donnrrwörte und dem Feuergekste das Schwert Entblößt, um de« grimndn F ind seines Volkes zu zerhauen, aber grausam unb unmenschlich ist es gewiß nicht. ES war ein Ätt politischer ^othwendigkeit, wo die sanften Stimmen des Herzens schweigen müssen und wo strenge Gerechtigkeit ihren Lauf habest muß; gewiß nothwendigfr als die Hinrichtung des ustsiücklich n Max in uaserell Tagen. Dieser hat ebenso wie jener die Strafe Über stch gebracht, aber bei jenem gebot eS die Politik weit gebieterischer als bei diesem, die Strafe in ihrer sollest Härte Antreten zu lassen, und nichts kann verkehrter sein, als mit baniale i und leeren Phrasen vost Humanität und Civilisatiön jene außerordentlichen Zeiten der Bibel von oben herab beurthe len zu wollen) uhfc dabei doch das Aehnltche d?r neuen Zeit und aller Zeiten Mit den Biblischen so durchaus zu verkeunen. ES ist eine dringende Aufgabe der Wissenschaft, solchen unbegründeten, unklaren und ungerechtest Urtheilen ent^ gegenzutreten, wo und wann sie immer stch zeig n I H.r. in Altona. Hebrüische Studien von Dr. A. S u 1 z b a c h. I. Die Taubenpost. Die Taube als Überbringerin von Briefen auentfernten Gegenden zu gebrauchen, war den Alten schon bekannt. Die Neuigkeiten waren schneller durch diese zu besorgen, als eff auf dem gewöhnlichen Wege des Briefverkehrs Möglich war. Feststehende historische Daten aber, die uns den Gebrauch der Taubenpost bezeugen, sind nur sehr sparsam in verschiedenen Schriften zerstreut; es möge uns daher gestattet sein, die jüdischen Quellen in ihrer chronologischen Reihenfolge anzuführen, die uns von einer Taupenpost berichten oder auf die Bekanntschaft mit derselben hindeuten. Im Targum Scheni zu Esther I, 1 werden weitläufig die Begegnung zwiscken dem König Salomo« und der Königin von Saba, wie auch die Vorberei-- tungen zu dieser Begegnung erzählt. Der König wünscht die Königin von Saba zu sehen und zu sprechen, er schreibt daher an diese einen Brief, bindet ihn an einen Flügel des wilden Hahnes (x-a ‘mnn ----- Berghahn, n. A. Wiedehopf), dieser erbebt fick, hock in die Lüste und fliegt in das Reich der Königin von Saba, läßt sich vor derselben nieder, diese bemerkt den an dem Flügel festgebundenen Brief, löst den Knoten" und liest das Schreiben.*) rröJD rrus« w l'-iöpi nrnl (*