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Der Israelit · 1869-02-03 · Heft 5 (3.2.1869) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 5 (3.2.1869)
Date
1869-02-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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83 sirt haben soll, und daß er den Deputirten Emanuel Eisler, der den Muth halte, bei der Commissionssitzung das Programm aufzustellen: kein Gemeindegesetz ohne ausdrücklich genannte Basis des y"p", zu sich kommen ließ, um ihm „seinen hohen Beifall" zu erkennen zu geben, wobei man natürlich weiß, daß die Absicht eines in feister Pfründe verharrenden, mm syh2m 2DD2V mit dem j/"ty und sonstigem „Plunder" dazu mit einer solchen Niederträchtigkeit, wie dies in obiger Schrift geschehen, behandelnden „Rabbiner (?)" eine ganz conträre ist. Daß Dr. Hirschler im Bunde (Oetvös, Löw) der Dritte war, behauptet man allgemein mit größter Wahrscheinlichkeit. Die Ereignisse, die ich nun hier folgen lasse und die nur in dieser Geheimgeschichte ihre Erklärung finden, beweisen diese Hypothese zur Evidenz. Denn, was die leitenden Personen der Hirschlerischen Partei thun und unterlassen, ja was'sie mit höchster Comprimitirung ihrer eigenen Ehre, von ihren eigenen Vereinbarungen zurücknehmen, negiren und ändern, das ist nach parlamentarischem Usus entschieden Inspiration des Parteiführers und gewinnt unter diesem Gesichtspunkte eine ganz andere Bedeutung. Ich knüpfe nun an meinen vorwöchentlichen Bericht an. In demselben habe ich Ihnen sowohl den Popper - Wallfischischen Grund zug für die Gliederung der Gemeindedistrikts u. s. w., sowie Specialpunkte referirt, über die man sich vereinbart hatte. Gelegentlich bemerke ich gleich, daß dieser mehr oder weniger centralistisch gefärbte Organisationsriß nach den verschiedensten Richtungen hin und bei den verschiedensten, religiösen Schattirungen auf den größten Widerstand stößt, und daß dieses Thema den sonst ziemlich strammen Fortschrittsclub ganz außer Band gebracht haben soll, ja wie man hört, tagtäglich die größten Zerklüftungen daselbst hervorrnft. Doch wird ja dieß beim Congrcsse noch in höherer Potenz der Fall sein; und ist es am besten, den Gegenstand bis dahin einstweilen ad acta zu legen. Das für uns hier interessantere und mit obiger Prämisse sicher eng zusammenhängende, das sozusagen ein Schlaglicht auf das Psychologische des Congresses werfende, ist das Schicksal, das die erwähnten bereits vereinbarten Paragraphen in einer Zeit von wenigen Tagen, zwischen welche aber die Löw'schen Conspirationen fallen, erlebt haben. Wenn sich in vorvoriger Woche die conservativen Mitglieder der Commission wohl schweren Herzens dazu entschließen konnten, mit der ausdrücklichen Erwähnung des vorläufig noch nicht bis zum Aeußersten zu gehen, so mochten sie dieses im Hinblick darauf thun, daß wenigstens im 8 2 die Institutionen einer jüdischen Gemeinde (mpo 2c.) factisch erwähnt waren. Die neue Parole und dadurch die neue Redaction des Entwurfes hat alle diese Specialien hinausgeworfen, und sucht den verwunderten, nicht zuvor ins Geheimniß gezogenen, bübisch behandelten Cammissionsmitgliedern den blauen Dunst vorzumachen, daß dieses eben als selbstverständlich nicht erwähnt zu werden brauche, welch neue Weisheit den Herren eben in den letzten Tagen im buchstäblichen Sinne des Wortes zugekommen ist. Damit muß man nun zur Illustration den Hohn und die Frechheit vergleichen, mit denen, nach dem, was schon die öffentlichen Blatter berichtet, von gar manchem Commissionsmitgliede über diese Kernpunkte des ganzen Iudenthums gesprochen worden; muß mit dieser vermeintlichen Ueberflüssigkeit vergleichen, daß beispielsweise P est h bei einem Prachttempel, aus dem vielleicht fünf gemacht werden könnten, bei einer Bevölkerungözahl von mehr als fünfzigtausend jüdischen Seelen keine mpa besitzt (!!!), keine Schule besitzt , wenigstes nur eine solche, welche der vr. Kohn, der doch das competenteste Urtheil darüber haben muß, im Congresse für eine nur zu einer Armenschule degradirte erklärte. Und diese Thatsachen stehen leider durchaus nicht vereinzelt im Lande. Und da halten uns die Herren für so einfältig, daß wir auf das Leim dieser Selbstverständlichkeit geben werden. Auch 8 1 hat eine „ kleine" Metamorphose erfahren; es ist in demselben, der die Definition der israelitischen Gemeinde enthält, nur von der Befriedigung der religiösen „Bedürfnisse", nicht aber, wie die Vertreter der Conservativen verlangen „der religiösen Pflichten" die Rede, was natürlich die Interpretation zulasse, daß wenn die Majorität der Gemeinde auf dem Fällige ihres Adlerfluges von diesen Bedürfnissen blutwenig in sich verspürt, alles dies in die Rumpelkammer überwundener Standpunkte geworfen werden könne. Du lächelst, lieber Leser, über diese Silbenstecherei? O glücklicher Leser Du, dem vielleicht diese weisen Rathsherren von mehr als einer halben Million Iehudim „fern im Ungarlande" tagen; wir hier, die wir in der unmittelbaren Atmosphäre dieses Congresses leben, kennen viele dieser Rathsherren, weil mehr als dies uns lieb ist und wisstn nur zu gut, was wir uns von ihnen zu versehen haben. Ein etwas voreiliger Deputirter hat gerade hierin in den letzten Tagen einen Licht(?)bUck eröffnet, um deßwillen ihm seine eigenen vorsichtigern Gesinnungsgenossen sehr wenig Dank wissen werden; destomehr aber wir, über diese so unfreiwillige Klärung der Situation. Nachdem nämlich die hochweisen Rathsherren jede Erwähnung der " selbstverständlichen" Institutionen (von denen übrigens ihr Reigenführer, Rabbiner Steinhardt, hochgelehrt die vorgeschriebene Institrition eines nojon rv-i in Abrede stellte) glücklich aus dem Statute exmittirt, blieb als einzige Reliquie noch der Rabbiner übrig, wobei man sich höchst naiv darüber erhitzte, ob die Gemeinde eines Rabbiners oder Rabbineramtes bedürfe (wobei besagter Führer wiederum

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