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Der Israelit · 1869-01-27 · Heft 4 (27.1.1869) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 4 (27.1.1869)
Date
1869-01-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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67 HUNg dieser Frage, wurde folgender Antrag von vr. Popper eingebracht: Das ganze Land solle in 15 Districte getheilt und in jedem derselben fünf Vertrauensmänner gewählt werden, welche wieder unter sich einen Präses wählen. Die fünfzehn Vertrauenspräsidenten bilden den Landesausschuß, von dem drei Mitglieder in Pesth wohnen und hier die Israeliten der Regierung gegenüber vertreten. Bei großen Fragen versammelt sich der Landesausschuß und beruft, wenn er eS für nöthig hält, den LandeScongreß ein, welcher eben aus den 75 Vertrauenstnännern bestehe. Fast gleichzeitig reicht die conservative Partei einen dahin gehenden Antrag ein, daß das Land in 15 oder 18 Comitate getheilt werde, so daß kleinere Comitate rücksichtlich dieser Institution auf eine kleinere Zahl reduzirt werden; jedes dieser Comitate wählt auf freiester Basis eine Siebenercommission, (drei Rabbinen und vier Nichtrabbinen), die sowohl für die Aufsicht über die im Comitate sich befindenden Schulen einen Oberinspector, als auch einen Präsidenten, der unmittelbar und ohne Rücksicht auf die Commission der übrigen Comitate der Regierung gegenüber das Comitat vertreten soll, aus ihrer Mitte wählt. — Jeder Unbefangene sieht sofort, daß die so kostbare Autonomie in dem letzteren Anträge viel mehr als im ersteren gewahrt wird. Rabbiner Steinhardt beleuchtet den Popper'schen Antrag in einem ausführlichen Commentare und emendirt denselben im Interesse größerer Autonomie. Nachdem nun Herr Taub erklärte, daß es, da sein Antrag (der obige letztgenannte) den ersten Theil des Popper*- schen involvire, gut wäre, diesen ersten Theil als Ausgangspunkt zu ferneren Berathungen zu nehmen, Herr Pappenheim aber sich nach den Amendements Steinhardts mit dem Popper'schen Anträge zufrieden gestellt erklärt, wird zur Abstimmung geschritten, worauf der Antrag Popper mit den Amendements Steinhardts angenommen und Dr. Popper mit der Ausarbeitung eines vorläufigen Gemeinde-Elaborates, das bis nächsten Mittwoch der Commission vorgelegt werden könne, betraut wurde. Es wurde in der Commission auch schon vielfach die Frage über die Fractionen in einer Gemeinde ventilirt, doch kam nichts mehr als das schon in meinem vorigen Berichte Angegebene zum Abschlüsse; ich behalte Ihrem Lesekreise, um Wiederholungen zu vermeiden, die Details über diese, vielleicht heiklichste aller Fragen, bis zu der Discussion derselben beim Congresse vor. Was endlich die Commission für Wahlstatut und Geschäftsordnung betrifft, so sind von derselben noch immer sehr wenige Lebenszeichen zu registriren, was übrigens in der Natur ihrer noch materienlosen Tendenz liegt. Eö wurden nur drei Subcomites für Wahl- und Geschäftsordnung und Statistik beschloffen. Dr. Mezei beantragt bei der Abhängigkeit der Arbeiten dieser Commission von den der Gemeindecvmmission eine gemeinsame Besprechung beider Commissionen, was auch angenommen wurde, worauf noch das Subcomits für Statistik ernannt wurde. Weiteres von Bedeutung ist von dieser Commission nicht in die Öffentlichkeit gedrungen. Zeitungsnachrichten und Correspvrrdenzen. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien. Beim Wiener Magistrat hat sich ein in Ungarn domicilirender Katholik zum Uebertritt vom Christenthum zum Judenthum gemeldet. Der Petent wurde jedoch vom Magistrat, abweislich beschieden, weil das interconfessionelle Gesetz nur für die im Reichsrath vertretenen Länder giltig sei. Die Statthalterei hat der Ansicht des Magistrats zugestimmt; das Ministerium für CultuS und Unterricht jedoch hat die principielle Entscheidung getroffen, „daß dem Rekurse des Konvertirten Folge zu geben sei, weil die Kompetenz der politischen Behörde zur Entgegennahme der Austriltserklärung durch die Staatsbürgerschaft de« Austretenden nicht bedingt ist, auch der Inländer im Auslande nicht zur ihm vielleicht ganz unmöglichen Erfüllung der bezüglichen Vorschriften fernes Heimathlandes verhalten werden kann. Prag. Aus Prag, 10. d. M., wird berichtet: Heute Früh um 7 Uhr starb Herr Leopold Edler v. Portheim, das älteste Mitglied des Prager Stadtverordneten - Collegiums, in welchem er seit einer langen Reihe von Jahren Sitz und Stimme hatte und von dem er auch mehrmals in den Stadtrath gewählt wurde. Cr hat das seltene Alter von 85 Jahren erreicht. In Prag geboren, war er von Haus auS nicht sehr vermögend, gründete vielmehr mit ganz geringen Mitteln, in Gemeinschaft mit seinem älteren, noch lebenden Bruder Moses v. Portheim, im Jahre 1812 sein jetzt noch bestehendes Fabrikgeschäst in Smichow. Durch Fleiß, Energie und Geschäftökenntniß brachten eS diese beiden Brüder (die vor ihrer Erhebung in den Adelstand PorgeS hießen) dahin, daß das anfangs so bescheiden begonnene Unternehmen nunmehr zu den ersten Etablissements Oesterreichs gehört, ja sich eines europäischen Rufes erfreut und Tausenden von Arbeitern Beschäftigung und Erwerb bietet. Donaufürstenthümer. Bukarest. Das „Echo Dan." schreibt: Wir vernehmen mit Vergnügen, daß mehrere iSr. Notablen auf den Ball des Fürsten eingeladen worden sind,

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