Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 4 (27.1.1869)
- Date
- 1869-01-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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59 rauf heißt es, daß Gott alle Thiere ins Dasein gesetzt und diese dann dem einsam einherwandelnden Menschen zu deren Benennung zugeführt. Aber was hätte denn dieser ganze Passus der Schöpfung und der Benennung der Thiere mit der Bildung eines Weibes für Gemeinschaft und Verbindung? Und wie wäre denn der Zusatz -iiy nsd -rd Aber für Adam (für sich) fand er keine Gehilfin, zu rechtfertigen, wenn Adam nicht durch diese paarweise Vorbeiführung der Thiere auf sein eigenes Alleinsein aufmerksam gemacht und ihm das Bedürfniß erweckt werden sollte, daß ihm gleichfalls ein anderes Wesen, sein zweites Ich mangele, das erst seine Person als Mensch ganz vollkommen mache? Und nur dann erst verfiel er in eine Betäubung, während deren ihm aus ihm selbst seine Gattin geschaffen und zugestellt worden ist. Adam, den hohen Werth einer solchen, ihm gleichen Lebensgefährtin sogleich erkennend, fühlte, daß sie durch seine Ähnlichkeit mit ihr seinem Gebeine entnommen sein müsse, und gab ihr zugleich auch den ihrem Wesen entsprechenden Namen rw«, auf ihre Stellung, ihren hohen Beruf hindeutend. Er wollte durch diesen Namen zu erkennen geben, daß ttf'N und nwt (Mann und Frau) im Grunde nur eine Person, wenn auch in zwei Wesen, bilden müssen, daß beide einander vollkommen gleich ohne irgend einen Unterschied, selbst dem Namen nach sind. Nur ein Hauch, der leichteste und leiseste Buchstabe, das .1 ist dem Namen des Mannes zugefügt worden, um das Wort nt?* *« zu bilden, als läge zwischen Mann und Frau kein anderer Unterschied^ als der der Schwäche, sie sonst aber in jeder Beziehung als vollkommen gleich zu betrachten seien. In dieser Procedur, in ihrer eigenthümlichen Bildung, wie sie ganz dem Manne entnommen worden ist, wollte Gott zugleich ihre Wirksamkeit, ihr edles Walten und Schaffen, ja ihre ganze Stellung in der häuslichen Sphäre zu erkennen geben. Denn sie sollte ja nach der vorhergegangenen Bestimmung Gottes ihrem Manne eine ity, d. h. eine feste und haltbare Stütze, eine, wenn ich so sagen darf, männliche Hilfe sein. Darum steht hier das Hauptwort mp in der männlichen und nicht, wie, da von einer Frau die Rede ist, zu erwarten, in der weiblichen Form miy. Denn die Gattin soll dem Manne kerne kleine, schwache, sondern vielmehr eine feste, zuverlässige Hilfe gewähren und dies gerade in der männlichen Form des Wortes mp, dem hebräischen Spachgebrauche gemäß, angedeutet werden.*) Das *) Denn wo die hebräische Sprache zwei Ausdrücke, einen männlichen und einen weiblichen für einen und denselben Begriff hat, wie z. B. ~>'t und rvt, xv und rnt* ,p7i und?p7i, jrcw und wjjcn und a. m. so bedeutet das Wort in der maskulinen Form einen weit stärkern Grad des Begriffes als das Femininum, was durch viele Belege bewiesen werden kann. Aus diesem, gerade in der männlichen Form gebildeten Worte iw scheint auch der lateinische Ausdruck uxorftFrau), der gleichfalls, wie be» Wort mp aber an und für sich, das in seiner Radix mit -.un und -in« nup -,vp, nro, welche alle den Begriff des Umschließens, Umgebens und Umfassens involviren, in Verbindung sieht, zeigt uns aber noch klar und deutlich, welch wesentliche Hilfe der Mann von der Frau zu erwarten hat. Denn während dieser ohne sie ein von einem Pol bis zum andern weitumherschweifendes Leben führt, concentrirt ihn der Besitz einer Frau erst auf ein bestimmtes, festes Terrain und schließt ihn so auf einen engeren Raum ein, ihn in ein bestimmtes, festes Haus einführend, weßhalb sie auch als die eigentliche Begründerin eines Hauses genannt zu werden verdient. Hier soll sie ihre physische wie geistige Thätigleit in ihrer steten Umgebung immer mehr entfalten; hier ihren ganzen Einfluß, den sie vermittelst ihrer natürlichen, wie geistigen Schätze in so überschwenglicher Fülle besitzt, auf ihn ausübend und ihn, helfend und rathend, pflegend und bedienend, in jeder Lage des Lebens gleichsam wie eine Mauer umstehen, die hinlänglichen Schutz und Schirm vor Gefahren bietet. Unsere Weisen, die tief in den Wortsinn der heiligen Schrift eingedrungen sind, sagen daher mit Recht, das Wort -np in seiner tiefsten Bedeutung erfassend: xbi »n» »wk n'n ’nwn nein „ Wer ohne Gattin lebt, dem fehlt die M a u e r." Denn sie haben in dem Worte ->;p eine Umgebung, eine Einfriedigung, einen Einfluß d. h. eine Mauer erblickt*), was auch ganz richtig ist. Dieser ihr Einfluß auf das Herz und die Seele ihres Mannes liegt aber auch in der Abhaltung und Entfernung von so mancher Untugend, vermöge ihrer sanften und feineren Sitten, wie von Sünden und üblen Gewohnheiten. Denn sie soll ihn auch hierin immer enger einschließen und an sich zu fesseln suchen, wenn sie dadurch auch hjjd ihm ganz zuwider oder entgegengesetzt erscheint. Denn nicht Alles Nachgeben und Gestatten wäre Hilfe, die sie ihm zu leisten hat. Auch ein Widersetzen, Entgegenstreben und kühnes Auftreten gewahrt dem Mann in vielen Fällen unendlichen Beistand und segensreiches Heil. Während also die Gattin dem Manne in seinem schweren Beruse für die Ernährung des Hauses mit zärtlichem Mitgefühle helfend zur Seite stehen kannt eine männliche Genus-Endung hat und zu den Ausnahmen gehört, hervorgegangen und gebildet worden zu fein. Die Frau soll demnach ihrer körperlichen Konstitution nach eine oeb mit einem ('?) der Schwäche gebildete Männinn, aber vermöge ihres dem Manne zu leistenden Beistandes ein 7,2, ohne solches yr> der Ohnmacht sein, was ihre Zartheit in ihrer äußerer Erscheinung» aber ihre Stärke in ihrer Wirksamkeit andeuten soll. *) Darum heißt auch Wand, Mauer, verwandt mit umgeben, umringen, mit Verwechselung der '7 und *b, wie sehr häufig im Hebr. z. B. n>-v!>b Jes. 13, 22 s. v. a. Paläste; und nnm Thierkreis, das Wortspiel (Micha 1,13) r'-L und «7 u. s. w.