Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 3 (20.1.1869)
- Date
- 1869-01-20
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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49 wurden abgehalten, wobei entsprechende Psalmen recitirt wurden. Nach dem Einheben der ansö hielt Herr Zsidor eine schwungvolle Rede, in welcher derselbe besonders hecvorhob, daß so lange noch so opferbereite Juden vorhanden, das Zudenthum nichts zu fürchten, daß hier nicht nur eine Synagoge, sondern auch ein tf-nsn rva gleichzeitig eingeweiht, eine Stelle, wo unsere rwnpn mm gepflegt, imb was noch mehr sei auch,An der damit verbundenen Unterrichtsanstalt für die jüdische Erziehung der Zugend gesorgt werde. Sodann erfolgte durch Herrn Großrabbiner Cohn das Gebet für den Kaiser und hernach durch Rabbiner Weis köpf das Gebet für den edlen verstorbenen großmüthigen Spender Levy. Rach Beendigung des Lechah Dodi, das von Herrn Schnerb im Vereine mit mehreren jungen Leuten, die zu diesem besonder» Zweck ihre Mitwirkung zugesagt, sehr schön gesungen wurde, hielt Herr Großrabbincr Z. Cohn eine kurze, aber sehr hübsche Ansprache, worin er ebenfalls den schönen Zweck des ‘.lenTan nu hervorhob. Nachher erfolgte in sehr erhebender Weise das anyo Gebet, und Jeder verließ gehoben und befriedigt das Lokal. Samstag früh um 8 Uhr begann der Gottesdienst und dauerte bis gegen 12x/2 Uhr. Vor dem Ansheben der Thora hielt Herr Rabbiner Weiökopf einen deutschen Vortrag, der sich sowohl durch Sprache als Inhalt auszeichnete. Man tonnte hier des Redners gediegenen talmudischen Kenntnisse, sowie dessen echten Feuereifer für unsere heilige Thora bewundern. Er hob namentlich und nüt Recht hervor, daß das Entstehen so vieler prachtvoller jüdischer Tempel nicht als ein günstiges Zeichen für das Zudenthum viel eher als ein trauriges Zeichen für dasselbe anzusehen sei. Das Studium der Thora sei die Hauptsache, und dies zeichne eben diese heutige Feier aus, es sei nicht nur ein najan rva, sondern auch ein Brrpan nu da im 'Jan rva selbst ein Raum Vorbehalten, wo tagtäglich gelernt wird, da ferner die Zugend zur Thora geführt werde. Er gedachte auch dabei natürlich des edlen Gebers, indem er betonte, derselbe sei nicht gestorben, da er sich durch seine Gabe ein ewiges Denkmal gesetzt. Rach beendigtem Vortrage wurden einige für diesen Tag besonders gedichtete an»» gesungen. Die ganze Feier wird Jedem der Anwesenden unvergeßlich bleiben. Rußland. □ Unter den Bauern des Kreises Sarapul im Gouvernement Wjatka hat sich eine Sekte gebildet, welche officiel als „ Abfall von der Kirche" bezeichnet wird. Diese Sektirer, deren Anhänger bereits nach Tausenden zählen sollen und täglich mehr Anhänger finden, gehen auö freien Stücken nicht mehr zur Kirche, haben vielmehr in ihren Ortschaften alle Heiligenbilder zerstört und auf die Ermahnungen der Behörden und Priester geantwortet: „Wir anerkennen Niemanden als den himmlischen Vater; wir glauben nur an ihn, und erwarten von Niemand etwas als von ihm." Ueber Hundert ihrer Häupter sind in Folge dessen gesanglich eingezogen, und jetzt haben Massen ihrer Anhänger gefordert, ebenfalls in Hast genommen zu werden.- Feuilleton. Sallerie der Hlaöviner. Erste C e n t u v i e. Von E. Carmoly. 32. V'jd -pjn ’Jn 'i Wenige von unfern Lesern können sich einen Begriff von den Schwierigkeiten macken, die jedes Bild dieser Gallerte verursacht. Die Mühe und Arbeit des Verfassers ist unbeschreiblich, theils weil die meisten Rabbiner keinen Familiennamen haben oder doch führen, theils weil ihre Geschichte in vielen wenig gelesenen Büchern zerstreut ist. Daher die sonderbare Jrrthümer in den Schriften des Dr. Zunz und seiner Nachahmer. BAd wird ein Rabbiner mit einem andern verwechselt und bald werden aus einem Mann zwei, drei Personen gen.acht. N. He noch Levi, der Wagenseils Lehrer im Hck.aiscken war, mit Conrad Fronmüller und Christ.n>.\ Arnold correspondirte, und als vir adiruranuae doetrinae et siugularis modestiae geju)iloevt wird (Wagenseil, Sota p. 1156), ist ei,tee dieser Rabb'ner, der in neuerer Zeit so verunstaltet wurde. Wir wollen hier, so kurz wie möglich darüber berichten. Dr. M. Wiener fand in einem Gesuch der Wiener jüdischen Gemeinde an Texeira in Hamburg vom Jahre 1669, eine Reihe von Unterschriften, worunter einer sich Henoch Levi nennt. Alsobald berichtet er im B. Ch. v. I. 1865 Nr. 10 und 11, das; dieser Mann, der 1670 als Wiener Exulant nach Fürth kam, kein anderer als der bekannte 'ch.J.n 'n 'n sei. Kaum aber hatte er diestö .'WstDiwicht, als R. M. E. Kohn mit einem S hing fclu ganzes Gerüst umstürzte. Aus Resp. 120 im A 0 0 o a 1 b a G ers ch u ni, schreibt er, geht hervor, b.Z .er berühmte Chaggai Henoch Levi gerade in d.m A.igenbl'cke als Gerson Aschkenasi Rabbiner t-0.1 Wien, sick zur Reise nach seinem neuen Rabbinersttze Heg a..schickte, also eben nach dessen Exilirung ans Wien, einen Rabbinersitz inne hatte, der von .-.er Ro..w, wel.-he letzterer nach diesem seiner Beftiiua! .ngsoate nahm, weit abkag. „War dies nicht der Fall," sagt Aschkenasi, „würde