Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 3 (20.1.1869)
- Date
- 1869-01-20
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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48 -an gar Manches über den gegenwärtigen Congreß. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Homburg v. d. H. Ueber die Statistik der jüdischen Bevölkerung enthält die statistische Tafel von Or. Otto Hübner, Berlin 1868, folgende Angaben: Oesterreich 4',121,000, Preußen 31,5000, Großbritannien 45000, Frankreich 156,000, Holland 63,890, Belgien 1500, Rußland 2,038,000, Italien 36,000. Joseph Fromm. VZürzburg, 12 Jan. In Folge des jüngst in diesen geschätzten Blättern wiederholt ergangenen Rettungsrufes für unsere Glaubensbrüder an der russischen Grenze, hat sich dahier ein Somit« gebildet, an dessen Spitze Herr Districtsrabbiner Bamberger steht, und hat einen Aufruf zur Zeichnung wöchentlicher und monatlicher Beiträge an die hiesigen Einwohner und an die der Provinz erlassen. Der Aufruf hat schon zu vielen Zeichnungen veranlaßt, und sicherlich ist dies das einzige Mittel zur kräftigen Abhilfe einer großen Roth. Möge dieses Beispiel in allen, größer» Gemeinden Nachahmungen finden. N. □ Stuttgart Ihre Mas. die Königin Olga vom Württemberg hat, wie alljährlich auch heuer wieder mehrere israelitsche Anstalten und Stiftungen mit Gaben bedacht, wofür Ihrer Maj. allenthalben öffentlicher Dank ausgesprochen wird. — □ Leipzig, im Ianur. Nach dem neuen^Verfassungs- und Wahlgesetze für das Königreich Sachsen genießen nicht mehr allein die Mitglieder der in Sachsen ausgenommenen christlichen Kirchengesellschaften sondern alle Staatsangehörigen, wessen^ Glaubens sie auch sind, alle bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte. Sie sind folglich auch, wofern sie die sonstigen Eigenschaften dazu besitzen, ebensowohl Wähler, als wählbar zum Landtage. Die Gleichstellung der Juden mit den Christen, die bisher nur erst auf dem engeren Gebiete des bürgerlichen Lebens stattfand, wird dadurch aus das poliitsche ausgedehnt. Es fallen somit von den bisherigen Erfordernissen zur Stimmberechtigung zwei weg, die Ansässigkeit und das chriftl. Bekenntniß. — Berlin Die Mittheilung über die Anstellung eines jüdischen Richters wird berichtigt. Herr Joel ist nur in der Eigenschaft als Hilförichter nach Stralsund deputirt worden. Berlin, den 14. Jan. Mit thränengefülltem Auge melde ich Ihnen in Kürze den so eben, in der 9. Stunde des Morgens, erfolgten Tod unseres viel» geliebten Rabbiners E. Rosen st ein, der noch eine Stunde vorher einen Abschnitt mwo im arnon rvn vorgetragen hat. Ein Schlaganfall hat seinem frommen Leben diesseits ein Ende gemacht, rnsun! Dr. Berli ner. (Uns hat diese Trauernachricht tief erschüttert; das Dreigestirn, das am Horizonte Berlin's leuchtete, als der Redacteur dieses Blattes dort studirte: Rabbi Jakob Joseph Oettinger, Rabbiner Elchanan Rosenstein, Or. Michael Sachs — es ist erloschen. Was ist an dessen Stelle getreten, was wird an dessen Stelle treten? Dnoaa» wsK by, )y\ttrb na dp!) Frankreich. Paris, im Januar. Erlauben Sie mir, Ihnen von einer erhebenden Feier, von der Einweihung des neuen Lokales des neuen Bety Hamidrasch zu berichten. Wie Ihnen bekannt, besteht dasselbe seit einer Reihe von Jahren; fern Zweck ist die Erhaltung de- Gottesdienstes, wie er von unfern Voreltern uns überliefert, und namentlich das Studium unsrer heiligen Thora. Jeden Morgen nach dem Gottesdienste wird jeden Abend nach Mincha wird 1 bis 2 Stunden Gemara gelernt. Der Hauptzweck der genannten Anstalt ist jedoch die Erziehung der Jugend zu wahrhaften, frommen Juden. In Folge dessen, wurde eine Kknderschule, die eine ziemliche Anzahl Schüler hat, mit dem Beth Hamidrasch verbunden. Es ist dies um so mehr anzuerkennen, als das Alles aus freiwilligen Spenden bestritten werden muß. Bis jetzt mußte sich die Gesellschaft mit einem Miethlokale begnügen, das gar Manches zu wünschen übrig ließ. Da ward dem Vereine von dem verstorbenen Mitgliede Abraham Levi b“\ ein Geschenk von 50000 Fr. gemacht, und man beschloß, diese Summe im- Sinne des edlen Verstorbenen zur Erwerbung eines Hauses zu verwenden. Es gelang auch, ein paffendes Lokal zu erwerben. — Man errichtete in demselben eine geräumige, recht hübsche Synagoge, die Freitag, den 24. December, eingeweihr wurde. Die Feierlichkeiten fanden Freitag und Samstag Statt. Die Herren Großrabbiner Isidor und Zadok Cohn hatten ihre Theilnahme zugesagt und Herr Schnerb aus Merzig war extra berufen worden, die Functionen des pr? zu versehen. Freitag Nachmittags 3J/2 Uhr begann der Minchagottesdienst; eine große Menge hatte sich eingefunden, wegen beschränkten Raumes hatten jedoch nur die brieflich Eingeladenen Zutritt. Nach Beendigung des Mincha- Gebets wurden die Siphre-Thora — die Gesellschaft besitzt deren 10 — vom alten Lokale in das neue gebracht. Die beiden Großrabbinen nebst den Vorstehern empfingen dieselben am Eingänge, die üblichen rnspn