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Der Israelit · 1869-01-20 · Heft 3 (20.1.1869) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 3 (20.1.1869)
Date
1869-01-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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dies geschehen, wenn sich Viele vereinigen. So betont auch der Redacleur der „Allgem. Zig." ganz besonders die Möglichkeit der Ausführung einer Colonifation Palästinas. Schließlich habe ich den -ranNen w n zu Litten, der möglichst baldigen Ausführung der Sache, die er an und für sich für lobenswerth erachtet, nicht entgegenznarbeiten n-r vv' -rv:. Dann wollen wir uns die Hände reichen, um so für das allgemeine Wohl des Judenthums zu arbeiten. Möge er auch seinen eigentlichen Namen angeben, damit ich dann den Herrn zu schätzen und zu ehren weiß. Hirsch Kalischer. England. London. Professor Marks soll zum Regierungs-Jnspector der Schulen mit einem Gehalte von 800 L. (9600 fl.) ernannt werden. Man vernimmt jedoch, daß derselbe diese Stelle ausgeschlagen, weil er befürchtet, durch dieses Amt den Sabbat nicht halten zu können. Spanien. Madrid. Es gereicht uns zum Vergnügen, anzeigen zu können, daß Herr Guedalla von London den 1. Januar ein Schreiben vom Justizminister Römers Ortiz, dadirt Madrid, den 16. Dec. erhalten hat, nach welchem alle Hindernisse, eine Synagoge zu bauen, weggeräumt sind, und daß dabei nur diejenigen Formalitäten zu beobachten wären, die bei der Errichtung sonstiger öffentlicher Gebäude vorgeschrieben sind. Im Besitze dieses wichtigen Documentes sollte man nunmehr keine Zeit verlieren und sollte mit Ernst an die Erbauung einer Synagoge geschritten werden. Wir vernehmen, daß Herr Guedalla sich darum auch an Herrn Abraham Hart in Philadephia, Präsident des amerikanischen Lorä of Delegates, und an Herrn Crsmieux, Präsident der „All. Jsr." sowie an Herrn Albert Cohn und anderen Notabilitäten mit der Bitte gewendet, die Erbauung von jüdischen Gotteshäusern in Spanien durch entsprechende Beiträge unterstützen zu wollen, und zweifeln wir nicht, daß diese Herren dem Unternehmen ihre volle Aufmerksamkeit schenken werden. Schweden. □ Stockholm, 4 Januar. In Nericke hat unter dem Vorsitze des Reichstagmitgliedes Olaf Larfon eine Volksversammlung stattgefunden. Es ist die Einreichung einer Petition an den König beschlossen worden, dahin zielend, I. Vollkommene Religionsfreiheit und gleiches Stimmrecht bei allen Wahlen, rc. — Amerika. Nerv-Nork Auf dem hiesigen Postamte machte man die Bemerkung, daß laut den Büchern große Summen fehlen, und glaubte man bereits an eineDesrarrration, bis es unserem Glaubensgenossen^ D. E. Mesely, Postbeamten dahier und früher in London ansässig, gelungen ist, nachzuweisen, daß in der Buchung ein Fehler und zwar durch einen Posten im Betrage von 200,000 Dollar geschehen ist. Die Zeitungen sprechen sich voll Lob über Herrn Mosely aus. (Jew. Rec.) China. Ningpo Ein jüdischer Kaufmann, Namens Davidson aus Ningpo, wurde vor seiner Abreise nach Europa mit einem Wanmin-son (eine Art Schirm) beehrt als Zeichen des Respectes und der Achtung, welche er bei den Chinesen besitzt. Diese Ehre ist außergewöhnlich und um so größer, da Herr Davidson der erste Fremde ist, dem sie erwiesen wurde. (Jew. Rec.) Feuilleton. Unmöglich. Viertes Capitel. Wach der Kochzert. Das Hochzeitsfest war unter großer Prachtentfaltung gefeiert worden. Als Braut und Bräutigam dastauden in der Synagoge, unter dem Baldachin, da ruhte jedcö Auge mit Wohlgefallen auf dem schönen Paare. „Wie glücklich ist doch dieser Lindenstein!" flüsterten die jungen Männer, „so reich und hochbegabt, und nun noch solch eine Braut wie Louise Ahrens, jung, schön, reich , gebildet, gutherzig — er ist wahrlich zu beneiden, dieser Lindeustein! Wie schüttet doch manchmal das Glück alle seine Gaben auf ein einziges Haupt!" / In ähnlicher Weise priesen die jungen Mädchen das Glück Louisens. Wie kurzsichtig ist doch der Mensch! Wie weiß er so wenig, was im Schooße der Zeiten schlummert! Nur nach dem äußern Anschein unheilt der Mensch, niemals nach den innern, allein maßgebenden Bedingungen. Glücklich, wahrhaft glücklich ist nur der, welcher in Gott sein Glück sucht und findet. Das ist dasjenige Glück, welches nie geraubt, nie getrübt werden kann. Alles Uebrige ist nur Schein und Flitter, dessen Besitz nicht erfreut und das dennoch als etwas Unschätzbares betrauert wird, wenn der Sturm des Lebens es hinweggefegt hat.

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